Wo früher eine Disko stand, soll bald eine Zimmerei entstehen

Lesedauer: 4 Min
Auf dieser Fläche (oben) soll sowohl der geplante Neubau des Zimmereibetriebs (unten links) als auch der Neubau des dahinter lie
Auf dieser Fläche (oben) soll sowohl der geplante Neubau des Zimmereibetriebs (unten links) als auch der Neubau des dahinter liegenden Wohnhauses (unten rechts) verwirklicht werden. (Foto: SZ-Foto hog)
Friedrich Hog

Das Baugesuch für die Errichtung einer Zimmerei und einer Betriebsleiterwohnung mit einer Einliegerwohnung auf dem Gelände der ehemaligen Diskothek in der Ehinger Straße hat am Mittwoch im Technischen Ausschuss eine wichtige Hürde genommen.

Das Gremium erteilte den notwendigen Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans sein Einvernehmen.

Ausreichend Platz

Die Zimmerei Ziegler sieht sich ihrem Ziel, ihren Firmensitz von Hausen am Bussen nach Munderkingen zu verlegen, ein großes Stück näher. Sie hat drei Flurstücke erworben, auf einem davon möchte sie den Neubau eines Zimmereibetriebs sowie eine Betriebsleiterwohnung mit einer Arbeiter-Einliegerwohnung in einem separaten Gebäude erstellen. Die geplanten Gebäude sollen auf der bisherigen Parkplatzfläche der ehemaligen Diskothek entstehen.

Das bestehende Gebäude, in dem ehemals die Diskothek untergebracht war, soll vom Zimmereibetrieb langfristig als Lagergebäude genutzt werden. In den kommenden drei bis fünf Jahren, so die Perspektive der Zimmerei, soll die Lagerfläche an eine Spedition vermietet werden, da der eigene Betrieb zunächst ohne das Lager auskommt. Vorrangig soll schnellstmöglich nach Fertigstellung des Betriebsgebäudes der komplette Zimmereibetrieb nach Munderkingen verlagert werden.

Zweigeschossige Gebäude

Das Betriebsgebäude für die Zimmerei hat eine Grundfläche von 20 auf 30 Meter, es ist mit einer Traufhöhe von 5,3 Metern und einer Firsthöhe von 7,5 Metern mit einem Satteldach, welches eine Dachneigung von zwölf Grad aufweist, im südlichen Grundstücksbereich geplant.

Die Betriebsleiterwohnung mit der Arbeiter-Einliegerwohnung ist hinter dem Zimmereigebäude in einem separaten zweigeschossigen Gebäude mit einer Grundfläche von 21 auf 11,5 Metern und einem Satteldach mit einer Dachneigung von 15 Grad vorgesehen.

1979 wurde bei der Aufstellung des Bebauungsplans „Nördlich der Bahnlinie“ das Areal als Gewerbegebietsfläche ausgewiesen. Im Zuge der Umnutzung des damals bestehenden Gebäudes zur Diskothek wurde 1988 eine Stellplatzfläche für Fahrzeuge ausgewiesen und die zulässige Dachneigung für das Gebiet auf 22 bis 45 Grad festgelegt.

Folgerichtig waren für die Erstellung der geplanten Gebäude auf der im Bebauungsplan als Stellplätze ausgewiesenen Fläche mit den geringeren Dachneigungen Befreiungen vom Bebauungsplan erforderlich.

Einstimmig votiert

Das Landratsamt und die Stadtverwaltung hatten keine Einwände, Anlieger keine Bedenken. Da eine große und hässliche Baulücke durch die Ansiedlung der Zimmerei geschlossen werden kann, die flacheren Dachneigungen zu keiner städtebaulichen Beeinträchtigung führen und die Planung die ursprünglich vorgesehene Gewerbenutzung einhält, schlug die Verwaltung vor, das Einvernehmen zur Befreiung zu erteilen.

Mehrere Gemeinderäte äußerten sich positiv über die zu erwartende Verbesserung des Areals. Auch konnte klargestellt werden, dass die geringe Dachneigung einer Photovoltaikanlage nicht entgegensteht. Das Gremium erteilte nach erfolgter städtebaulicher Abwägung einstimmig sein Einvernehmen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen