Wertvolle Kontakte für den Start in die Berufswelt

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Schwäbische Zeitung

Rund 50 Betriebe, Institutionen und weiterführende Schulen haben sich am Freitag beim Regionalen Ausbildungstag in der Munderkinger Donauhalle präsentiert. Die Aussteller sind dabei mit künftigen Auszubildenden der Schulen der Region ins Gespräch gekommen. Bei diesen ist dann bereits das eine oder andere Probearbeiten oder Praktikum vereinbart worden.

„Bei unserem Ausbildungstag zeigen sich ganz unterschiedliche Betriebe mit verschiedenen Berufen“, sagt Bürgermeister Michael Lohner bei der Eröffnung der Munderkinger Ausbildungsmesse. So hätten die Jugendlichen die Möglichkeit, sich über einzelne Berufe genauer zu informieren. „Die Betriebe sind hier, um sich um euch, um engagierte Lehrlinge, zu bemühen“, nahm Lohner den Jugendlichen die Angst, die Ausbilder direkt anzusprechen. Es sei wichtig, dass die Jugendlichen die Chance haben, eine Ausbildung in den Unternehmen der Region zu finden und damit im ländlichen Raum zu bleiben. „Denn nur das sichert unsere Zukunft“, so der Bürgermeister.

Sonja Lechner ist Auszubildende im ersten Lehrjahr bei der Sparkasse Ulm und hat am Freitag den Stand beim Ausbildungstag betreut. Im vergangenen Jahr war sie selbst noch Schülerin der Munderkinger Realschule und hat sich bei der Messe über mögliche Ausbildungsberufe informiert. „Ich habe mit den Kollegen am Stand der Sparkasse gesprochen und deshalb später ein Praktikum vereinbart“, erinnert sich die angehende Bankkauffrau. Dabei sei der Wunsch entstanden, die Ausbildung bei dem Geldinstitut zu beginnen. Dass sie am Freitag nun selbst künftigen Azubis ihren Lehrberuf näherbringen konnte, sei ziemlich aufregend für Sonja Lechner gewesen.

„Es ist eine tolle Sache, dass die Schüler hier sozusagen direkt vor der Haustür die Betriebe kennenlernen können“, sagt Jutta Braisch, Rektorin des Munderkinger Schulverbundes. Ihr Kollege von der Förderschule, Hellmut Hummel, sieht das ähnlich. „Meine Schüler können hier mit der Unterstützung der Berufsbegleiter und der Klassenlehrer erste Gespräche führen“, sagt der Schulleiter. Der persönliche Eindruck sei oft ein ganz anderer als der einer bloßen Bewerbung. „Oft können die Schüler hier schon Praktika oder Schnuppertage vereinbaren“, berichtet Hummel.

Das weiß auch Waldemar Schalt, der federführend für die Organisation des Ausbildungstages verantwortlich ist. Der Jahresbeginn sei genau der richtige Zeitpunkt für die Munderkinger Ausbildungsmesse. „Gerade in kleinen Unternehmen laufen die Bewerbungszeiten noch bis zum Frühjahr, so können sich die Schüler rechtzeitig informieren, bevor sie Bewerbungen abschicken“, erklärt der frühere Ausbildungsleiter von Liebherr.

Am Vormittag besuchen vor allem die Schulklassen der Region den Ausbildungstag. „Am Nachmittag wird es dann ruhiger, dann sind vor allem Eltern mit ihren Kindern hier unterwegs“, erklärt Schalt. Das sei aber meist die konstruktivste Zeit, in der tiefergehende Informationsgespräche geführt würden, so Schalt.

Auch das Rottenacker Logistik-Unternehmen Stöhr ist regelmäßig mit einem Stand beim Ausbildungstag. „Wir nutzen die Chance, uns hier zu präsentieren“, sagt Geschäftsführer Erwin Stöhr. Auch wenn die großen Lastwagen des Unternehmens auf den Straßen sehr präsent seien, sei der persönliche Eindruck bei künftigen Ausbildungsverhältnissen wichtig.

Direkt gegenüber informierte Peter Kaufmann, Geschäftsführer des gleichnamigen Holzbauunternehmens über die Möglichkeiten, die das Oberstadioner Unternehmen bietet. „Hier können wir den Jugendlichen zeigen, wie vielfältig scheinbar einfache Handwerksberufe sind“, sagt Peter Kaufmann. In mittelständischen Unternehmen könnten Lehrlinge oft abwechslungsreichere Aufgaben übernehmen, als in großen Industriebetrieben.

Ohne das Handwerk würde die Gesellschaft nicht funktionieren, ist Sigmund Veser von der Munderkinger Schreinerei sicher. Damit aber die Handwerksunternehmen eine sichere Zukunft haben, seien sie auf gute Auszubildende angewiesen und mit diesen könnten erste Kontakte beim Ausbildungstag entstehen, sagt der Schreinermeister.

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