Vorsorge ist im Ernstfall Erleichterung für Angehörige

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Thomas Reuther hat den Gästen des Vortrags konkrete Tipps für die Vorsorge für Notfälle gegeben.
Thomas Reuther hat den Gästen des Vortrags konkrete Tipps für die Vorsorge für Notfälle gegeben. (Foto: Sz- eis)

Der eigene Tod oder schwere Krankheiten sind oftmals Themen, über die ungern gesprochen wird. Wie wichtig es sein kann, für den Ernstfall vorzusorgen und seinen Nachlass zu regeln, das hat Thomas Reuther von der Keppeler-Stiftung im Seniorenzentrum St. Anna erklärt. Leitfaden für die Veranstaltung war das Heft „Meine Vorsorge“, dass die Stiftung gemeinsam mit der Sozialstation Raum Munderkingen herausgebracht hat.

Im eigenen persönlichen Umfeld habe Thomas Reuther schon erlebt, vor welchen Schwierigkeiten Angehörige stehen, wenn jemand ganz plötzlich verstirbt und nichts geregelt ist. „Ich will niemanden verunsichern oder Angst machen, aber man sollte darüber nachdenken“, so der Referent, der federführend an der Entwicklung des Vorsorgeheftes beteiligt war. Er betonte, dass dieses keine Rechtssicherheit gewähre und auch keine Vollmachten ersetze, aber eine Erleichterung für die Angehörigen bedeute. „Denn darin steht, was sie wollen und danach kann im Ernstfall gehandelt werden“, betont Thomas Reuther.

Mutiger Schritt

Deshalb beglückwünschte Reuther die Anwesenden zu dem mutigen Schritt, zum Vortrag ins Seniorenzentrum gekommen zu sein, denn das sei der erste Anstoß für die richtige Vorsorge. „Denn darum geht es doch letztendlich, es für sich richtig zu machen.“

Vollmacht unterstützt im Todesfall

Neben vielen elementar wichtigen Themen wie die General- und Vorsorgevollmacht kamen bei der Veranstaltung auch scheinbar weniger wichtige Themen zur Sprachen, die dennoch geklärt werden sollten. „Das Wichtigste aber ist die Vollmacht“, sagte Thomas Reuther. Sie regele zum einen, was mit dem Vermögen zu tun ist, und zum anderen, was mit dem Verfasser beispielsweise bei einer schweren Krankheit oder nach einem Unfall passieren soll. Reuther betonte, dass er kein Rechtsberater sei, er aber die General- und Vorsorgevollmacht jedem empfehle. „Das gilt auch für junge Menschen“, fügte er hinzu.

Gedanken über eigene Todesanzeige

Reuther regte zudem an, sich Gedanken über die eigene Todesanzeige zu machen. „So oft sieht man Dinge, die man über sich nicht lesen möchte, also wieso bereiten wir so etwas nicht vor?“, fragte der Referent, der immer wieder darauf hinwies, dass alles, was geklärt sei, im Ernstfall die Angehörigen entlaste. Klar sollte auch sein, wo wichtige Dokumente liegen. „Sie sollten ihre Passwörter und Pins nicht leicht zugänglich aufbewahren, aber sie müssen jemanden haben, der weiß, wo das alles zu finden ist“, riet Reuther. Und fügte hinzu: „Nehmen Sie das Büchlein als Angebot, über diese Dinge nachzudenken und darüber zu sprechen.“ Das Vorsorgeheft gibt es im Seniorenzentrum St. Anna in Munderkingen und bei der Sozialstation.

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