Vorerst zehn Kinder leben im Waisenhaus von Bukoto

 Die Kinder und Betreuer freuen sich über das neue Heim und danken den Spendern aus dem Schwabenland.
Die Kinder und Betreuer freuen sich über das neue Heim und danken den Spendern aus dem Schwabenland. (Foto: Roth)
Schwäbische Zeitung

Mit einem Gottesdienst haben Mitglieder der Uganda-Initiative Bukoto-Schwaben am vergangenen Samstag in der St. Dyonisius-Kirche in Munderkingen den Spendern für das aktuelle Projekt, die Errichtung eines Waisenhauses in Bukoto, gedankt. Zur gleichen Zeit fand auch dort ein Dankgottesdienst statt. Ottmar Roth, Vorsitzender der Initiative, berichtet über den Stand des Projekts.

In Uganda haben Waisen, Straßenkinder und gefährdete Heranwachsende immer mehr psychische und soziale Probleme, auch in Bukoto. „Wenn die Kinder heranwachsen, sind sie aufgrund mangelnder Fürsorge, Belästigung, Misshandlung und Gewalt ausgesetzt. Dazu kommen sexueller Missbrauch und Ausbeutung. Viele Kinder rutschen in die Kriminalität ab oder verhungern, weil sie nichts zu essen haben“, so Roth. Um einen nachhaltigen Schutz und die Verbesserung der Lebensumstände wenigstens für einen Teil dieser Kinder sicherzustellen, hat der Ausschuss Bukoto-Schwaben im Frühjahr beschlossen, ein Waisenhaus zu errichten. Molly Kyamazima, eine Bewohnerin von Bukoto und Witwe mit zwei Söhnen, bot ihr Haus an, um es für diese benachteiligten Kinder zu renovieren und umzubauen.

Viele Geldspenden

Den Pateneltern, Freunden und Bekannten von Bukoto-Schwaben sowie vielen Menschen aus der Umgebung ging das Schicksal dieser Kinder nahe und sie spendeten Geld. „Ein ganz großes Wembale Nyoo – herzlichen Dank – an alle Spender, dass sie diesen Waisen eine bessere Zukunft ermöglichen“, sagt Ottmar Roth. Am 1. Juni dieses Jahres konnte mit der Renovierung begonnen werden. Mit viel Eigenleistung, Mühe und Engagement des Bukoto-Schwaben-Kommitees, der CWM (Katholische Arbeitnehmerbewegung in Uganda), der Kirchengemeinde und fünf Frauengruppen, konnte ein schönes Haus gebaut werden. „Die Waisenkinder bedanken sich für das neue Waisenhaus. Dank gilt Anthony, unserem Freund und Ansprechpartner in Bukoto. Er hat uns durch seine Informationen und Fotos in dieser Zeit stets auf dem Laufenden gehalten. Tag und Nacht war er für den Bau des Waisenheimes da“, berichtet Ottmar Roth.

Am 19. September wurde das Waisenhaus bezogen. Es startet mit zehn Kindern und soll – wenn möglich – auf 50 Waisen erweitert werden. Molly Kyamazima wird als Betreuerin und wie eine Mutter für die Kinder da sein. Sie kümmert sich auch um die Verwaltung und das Haus. Ssembulirwa Colline, ihr älterer Sohn und Hausmeister, wird für die nötige Sicherheit der Kinder sorgen.

Frauen helfen bei Hygiene und Schularbeiten

Die Frauengruppen kümmern sich um die Hygiene, helfen bei Schularbeiten und unterstützen Molly Kyamazima bei ihrer Arbeit. Ein Arzt führt Gesundheitschecks durch und versorgt die Kinder mit Medikamenten. Alle Kinder erhalten drei nahrhafte Mahlzeiten, Bücher und jeweils zwei Schuluniformen sowie andere Schulmaterialien. Jedes Kind hat die Möglichkeit, drinnen und draußen zu spielen und zur Ruhe zu kommen, zu basteln oder einem Hobby nachzugehen. Zur Mitfinanzierung des Heimes eröffnen die Waisen einen Shop mit eigenen Bastelarbeiten und landwirtschaftlichen Produkten, die sie selbst erwirtschaften.

Viele Kinder sollen aufgenommen werden

„Waisen, schutzbedürftige Kinder und Straßenkinder werden vor Ort durchaus wahrgenommen“, meint Roth. Es wird versucht, möglichst viele Kinder in der Unterkunft aufzunehmen. Schuleinrichtungen werden in den beiden Schulen in St. Jude organisiert und jedes Jahr Hausunterricht, Gesundheitschecks, Medikamente, Hygienebedarf und Kleidung angeboten. Jedes Kind soll nahrhaftes Essen bekommen, Erholungs- und Spielmöglichkeiten im Innen- und Außenbereich haben und kann auch ein Handwerk erlernen.

„Für all diese Maßnahmen brauchen wir weiterhin Unterstützung. Bitte übernehmen Sie eine Patenschaft und unterstützen Sie diese Kinder weiterhin durch Ihre Spenden. Die Kinder können Ihnen nichts Materielles zurückgeben, aber dafür ihre Liebe und Dankbarkeit“, so Ottmar Roth.

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