Viel Gehupe beim Truckertreffen

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Karl-Heinz Burghart

Blitzendes Chrom, buntbemalte Trucks und immer wieder laute Huptöne, die wie Schiffsirenen klingen, haben am Wochenende die Munderkinger Bahnhofstraße beherrscht. Auf dem Programm des Sommerfests der Stadtkapelle stand das elfte Truckertreffen.

Aus ganz Deutschland, aber auch aus Ungarn, Österreich, den Niederlanden und der Schweiz waren „Könige der Landstraße“ mit mehr als 300 Lastwagen, darunter rund 50 Showtrucks, der Einladung von Treff-Organisator Rolf Braun und der Munderkinger Stadtkapelle gefolgt.

„Alle zwei Jahre gehört das Wochenende in Munderkingen fest in meinen Terminplan“, sagt Trucker Mike, der mit seinem „30 Tonner-Diesel“ eigens aus Bayern angereist war. „Das Treffen in Munderkingen ist immer super organsiert, hier herrscht tolle Stimmung und man trifft viele Kollegen“. „Wir hatten rund 600 Anmeldungen zum Truckertreffen, konnten aber aus Platzgründen nur 300 Trucks zulassen“, erklärt Braun.

Cockpits wie Wohnzimmer

Die Showtrucks in der Bahnhofstraße, deren Cockpits einem Wohnzimmer glichen und in die Besucher nur mit der besonderen Erlaubnis des Brummi-Fahrers einsteigen durften, wurden viel fotografiert. „Schuhe ausziehen“, sagte Mike zu einem jungen Mann, der sein „fahrendes Zuhause“ entern wollte. Von Rudolf Diesel und Phil Collins bis zum Skigebiet der Silvretta reichten die bunten Bilder auf den Showtrucks.

„Dark Viking“ aus Linz in Österreich war gerademal drei Jahre alt, hatte aber bereits 340000 Kilometer auf dem Tacho. Mit „nur“ 140000 Kilometern erschien der „Red Warrior“ aus Hof in Bayern dagegen fast neuwertig. Und mit 1,35 Millionen Kilometern gehörte der „Truck mit dem hölzernen Motor“ zu den Veteranen des Truckertreffens.

Großformatige Elfen zierten „Blue Pearl“ und Mighty Blue“, die Trucks von Sven und Harry, die mit der „blauen Flotte“ aus dem Norden angereist waren. Die grün-graue Flotte der Spedition Stöhr aus Rottenacker war genauso zu sehen, wie die dunkelroten Lastwagen der Algershofer Firma Nisch, die passend zu ihren Viehtransporten mit „schweinischen Motiven“ bemalt sind.

Zum Auftakt des PS-starken Spektakels fuhr Bürgermeister Michael Lohner in einem Minitruck der Firma Nisch, gefolgt von der „Mittleren-Katastrophen-Kapelle“ im blauen XXL-Cadillac, auf den Festplatz vor dem Bahnhof. „Der Minitruck ist ein Nachbau des Scania Hover mit 730 PS im Maßstab 1:4 und hat einen Elektromotor“, erklärte Joachim Nisch. „Der wäre perfekt als erstes E-Mobil der Stadtverwaltung und als Dienstwagen des Bürgermeisters“, scherzte Lohner und ließ die „Sirene“ des Mini-Trucks mehrfach röhren.

Stadt und Stadtkapelle hatten für die Trucker wieder den roten Teppich ausgerollt, um sie zwei schöne Tage erleben zu lassen. „Ihr seid sonst immer allein unterwegs. Hier in Munderkingen sollt ihr ein geselliges Wochenende erleben“, rief Lohner den Brummi-Fahrern zu. Viele Kinder nahmen am Gewinnspiel der Stadtkapelle teil und machten sich auf die Suche nach „den drei Lastwagen, an denen ein rotes Herz“ hängt. Fast alle wurden fündig und hatten so die Chance auf Gewinne.

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