Unternehmer sind unzufrieden mit Internetverbindung

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Mit dem symbolischen Spatenstich hat der Glasfaserausbau im IGM auch offiziell begonnen.
Mit dem symbolischen Spatenstich hat der Glasfaserausbau im IGM auch offiziell begonnen. (Foto: Sz- eis)

Mit dem symbolischen Spatenstich hat am Dienstagvormittag der Breitbandinternetausbau im Interkommunalen Gewerbegebiet in Munderkingen offiziell begonnen. Zahlreiche Bürgermeister der Verwaltungsgemeinschaft, Vertreter der ansässigen Unternehmen und von Industrie- und Handelskammer sowie vom Landratsamt waren zu dem kleinen Festakt gekommen.

„Das ist ein wirklich freudiger Anlass“, sagte Munderkingens Bürgermeister und Verbandsvorsitzender des Interkommunalen Gewerbegebiets Michael Lohner, der froh war, dass auch so viele Unternehmer am Vormittag dabei waren. Im Kern ginge es schließlich vor allem um sie. Läuft alles nach Plan, könnten die Firmen schon im kommenden Sommer schnelles Internet in ihren Büros haben. „Davon haben alle etwas, vor allem Sie können Ihre Firmen weiterentwickeln“, so Lohner. Es gehe um den Erhalt, aber auch die Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, fügte Munderkingens Bürgermeister hinzu.

Verband investiert 500 000 Euro

Lohner betonte, dass im Interkommunalen Gewerbegebiet der Komplettausbau mit Glasfasereinzug und Hausanschlüssen erfolge und nicht nur das Verlegen von Leerrohren. Für den Vollausbau wird die Netze BW auf rund 1800 Meter Leerrohre verlegen. Zwölf der bestehenden 22 Betriebe haben bereits ihr Interesse an einem Breitbandanschluss bekundet. Die Firma erstellt parallel zum Ausbau eine sogenannte Spleißplanung. Die Glasfasern selbst werden nach Abschluss der Tiefbauarbeiten in die Mikroleerrohre eingeblasen. Rund 500 000 Euro kostet der Ausbau die Verbandsgemeinden, davon werden rund 150 000 Euro bezuschusst. Vor etwa zwei Wochen haben die Arbeiten im Interkommunalen Gewerbegebiet begonnen. „Ohne die tolle Arbeit unseres Landrats Heiner Scheffold wären wir heute noch nicht so weit“, lobte Lohner.

In dessen Vertretung war Wolfgang Koller, zuständig für die Kreisentwicklung beim Landratsamt Alb-Donau, nach Munderkingen gekommen. Die Digitalisierung sei kein kurzfristiger Trend, sondern verändere die Lebens- und Arbeitswelt grundlegend, erklärte er. „Und diese Veränderung kommt nicht irgendwann, sie läuft jetzt und ist nicht mehr aufzuhalten“, fügte er hinzu. Der Spatenstich sei das Fundament für die Gestaltung der Zukunft. Denn die Glasfaserinfrastruktur sei deren wichtigste Basis. Die hohen Fördersummen, die inzwischen bewilligt seien, seien ein Zeichen für die Aktivität der Kommunen beim Glasfaserausbau, so Koller. Er betonte, dass auch der Ausbau des rund 500 Kilometer langen kreisweiten Backbone-Netzes gut voran komme. Bis 2020 soll dieser abgeschlossen sein. Dann folge schrittweise der Anschluss der Häuser.

Damit alle Interessenten auch wissen, dass die Gewerbeflächen in Munderkingen Glasfaserinternet bieten, will Bürgermeister Lohner damit ab dem kommenden Jahr auf der großen Werbetafel an der Bundesstraße werben. „Heute interessieren keinen mehr die günstigen Grundstückspreise“, ist er sich sicher.

Anschluss der Betriebe ist der erste Schritt

Mit dem Spatenstich sei in Munderkingen ein Meilenstein erreicht, sagt Otto Sälzle, Hauptgeschäftsführer der IHK Ulm. Eine Umfrage unter den zugehörigen Unternehmen habe gezeigt, dass ihnen schnelles Internet am wichtigsten sei. „Gleichzeitig sind sie auf diesem Gebiet am unzufriedensten“, so Sälzle. Der Anschluss der Betriebe könne aber nur der erste Schritt sein, auch die Menschen vor Ort müssten vom Glasfaser Ausbau profitieren.

Klaus Härle, Leiter des Bereichs Kommunale Beziehungen der EnBW in Oberschwaben, betonte die gute Partnerschaft von EnBW und Netze BW mit den Städten und Gemeinden. Durch funktionierende Kooperationen komme der Internetausbau schneller voran.

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