Sogar vom Nordpol kommen die Kicker an die Donau

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Felix Schelkle und sein Sohn Simon posieren vor dem Kunstrasen, der erstmals in der Munderkinger Halle verlegt wurde.
Felix Schelkle und sein Sohn Simon posieren vor dem Kunstrasen, der erstmals in der Munderkinger Halle verlegt wurde. (Foto: SZ- götz)
Leiter Lokalredaktion Ehingen

Es ist angerichtet für das internationale U13-Hallenturnier um den Vereinsservice-Cup in Munderkingen. Von Donnerstag auf Freitag ist erstmals ein Kunstrasen in die Halle gelegt worden, die ersten Fußball-Teams sind ebenfalls bereits in der Donaustadt angekommen. Die Spannung und die Vorfreude steigen.

Was haben die Fußballer Thomas Müller, Bernd Leno, Marco Reus, Georg Niedermeier, Pirmin Schwegler, Diego Contento, Fabian Lustenberger oder Marko Marin gemeinsam? Sie alle waren als Jugendspieler Teilnehmer des U13-Turniers in der Munderkinger Sporthalle. Denn das internationale U13-Turnier von den Organisatoren Felix und Simon Schelkle gehört europaweit zu den besten Turnieren dieser Klasse. „Deswegen haben wir uns auch schon länger damit beschäftigt, einen Kunstrasen in die Halle zu legen. Wir haben Angebote eingeholt und schnell wurde klar, dass wir das alleine nicht finanzieren können“, sagt Felix Schelkle. Denn so ein Kunstrasen kostet für ein Wochenende zwischen 3500 und 4000 Euro. „Nun haben wir einen Spezialpreis bekommen und einen Gönner gefunden, der uns den Kunstrasen bezahlt“, freut sich Felix Schelkle und schiebt schnell hinterher. „Jetzt sind wir als Turnier in der allerobersten Liga in Europa angekommen.“ Denn schon bisher konnten die Munderkinger mit den großen U13-Turnieren in Europa mithalten, denn das internationale Teilnehmerfeld, die Organisation und der Ablauf waren schon immer besonders. „Der Kunstrasen ist nun ein Schmankerl“, sagt Felix Schelkle, der weiß, dass andere Turniere in anderen Ländern „schon mal einen Etat von 200 000 Euro“ haben. Von dieser Summe können die Munderkinger zwar nur träumen, haben dennoch ein Teilnehmerfeld zusammen, das auch in diesem Jahr wieder fußballerische Leckerbissen verspricht.

Anfragen aus Frankreich

Für die Mannschaften zuständig war Simon Schelkle, der gute Kontakte zu den Profiklubs aus ganz Europa hat. „Unser Turnier genießt in Europa einen guten Ruf. Wir haben beispielsweise mit Metz einen französischen Erstligisten verpflichtet. Sobald das bekannt war, gab es Anfragen von anderen französischen Klubs“, erklärt Simon Schelkle, der weiß, dass er seine Mannschaften selten durch eine offizielle Anfrage, sondern meist nur durch persönliche Kontakte bekommt. Dass die jungen Kicker bereits besondere Ansprüche stellen, sieht Simon Schelkle nicht. „Im Gegenteil. Je größer der Verein, desto pflegeleichter sind die Spieler“, sagt Simon Schelkle, der die meisten Gäste bei den Eltern der Spieler der Partnervereine aus der Region unterbringen kann. „Bei den Engländern geht das nicht mehr. Der englische Verband hat es zur Regel gemacht, dass die Spieler in Hotels untergebracht werden müssen“, erklärt Simon Schelkle, der am Dienstag sogar Besuch eines Fußball-Inspektors aus Tottenham bekommen hat. „Er hat überprüft, ob wir auch alle Richtlinien erfüllen. Wir mussten beispielsweise erklären, wie hoch das Risiko für eine Naturkatastrophe in Munderkingen ist“, sagt Schelkle und erklärt den Hintergrund. „Der Auflagenkatalog ist vor allem für Turniere bestimmt, die außerhalb Europas liegen. Alle haben aber die gleichen Richtlinien.“

Eine besonders weite Anreise haben beispielsweise neben den Kickern aus Istanbul, vom Londoner Klub Tottenham oder aus Bergamo auch vier Finnen, die am Donnerstag noch am Nordpol gewesen sind. Die vier Jungs spielen für den FC Santa Claus AC und laufen in Munderkingen für die Football Development Schools auf. Eine finnische Fußballschule, die versucht, die besten Jugendfußballer des Landes und darüber hinaus auszubilden. „Die vier Jungs vom Nordpol sind am Donnerstag in den Flieger gestiegen, um am Wochenende bei uns zu sein“, sagt Simon Schelkle.

Und da sich der Sohn immer mehr um die Mannschaften und die Turnierorganisation kümmert, hat Felix Schelke, der Vater des Turniers, nun auch mehr Zeit gehabt, um weitere Sponsoren an Land zu ziehen. „Ohne Sponsoren wäre solch ein Turnier undenkbar“, sagt Felix Schelkle, der als großer Fan des VfB Stuttgart sicherlich ein besonderes Auge auf die Schwaben als Titelverteidiger des Turniers werfen wird. Und den momentanen Sportvorstand des VfB Stuttgart, Michael Reschke, hat Schelkle auch schon im Rahmen des U13-Turniers in Munderkingen kennengelernt, allerdings war Reschke damals in den Diensten von Bayer Leverkusen.

Video-Wand in der Halle

Neu in diesem Jahr ist neben dem Kunstrasen auch eine überdimensionale Video-Wand, auf der die Zeit gemessen und das Spielergebnis angezeigt wird. „Das Programm dafür haben Max Schmid und Jonas Birk für uns entwickelt“, sagt Simon Schelkle. Es ist also wieder einmal angerichtet für ein besonderes Budenzauber-Wochenende in Munderkingen.

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