So soll der Steg an der Wörthinsel wiederhergestellt werden

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Lebensgefahr: Mehrfach hat Bürgermeister Michael Lohner in der Gemeinderatssitzung betont, dass der Steg an der Wörthinsel momen
Lebensgefahr: Mehrfach hat Bürgermeister Michael Lohner in der Gemeinderatssitzung betont, dass der Steg an der Wörthinsel momentan nicht betreten werden darf. Nach Ostern ist die Insel wieder begehbar. (Foto: Ehrenfeld)

Für rund 34 000 Euro wird der Steg am Inselbad in Munderkingen wieder instandgesetzt. Dem Beschluss stimmte der Gemeinderat am Donnerstag während einer Sitzung einstimmig zu. Bürgermeister Michael Lohner betonte, dass die Wiederherstellung jedoch kein Provisorium sei. „Die Brücke wird damit so belastbar sein, wie sie vorher war. Sonst würden wir das gar nicht machen“, sagte er.

Im März staute sich im Wasser an dem Steg eine Menge Treibholz – so viel wie noch nie. „Dadurch ist ein unheimlicher Druck entstanden, das Wasser hat sich gestaut und am Ende ist die Brücke auf der Inselseite dann um 50 Zentimeter abgesackt“, erklärte Verbandsbaumeister Roland Kuch. Bei einem Arbeitseinsatz musste dann am 17. März nach dem Einsturz das gesamte Schwemmgut von den Brückenpfeilern entfernt werden.

Der Steg darf momentan unter keinen Umständen betreten werden. Es besteht Lebensgefahr.

Bürgermeister Michael Lohner

Damit konnte der normale Abfluss des Hochwassers zu dieser Zeit wiederhergestellt werden. Im Auftrag der Stadtverwaltung untersuchte ein Ingenieursbüro aus Ulm den Schaden. Die Analyse ergab, dass der Steg in dem aktuellen Zustand nicht mehr standsicher ist. Sofort wurde die Brücke komplett gesperrt. Doch die ersten Absperrungen haben laut Michael Lohner nicht sofort die nötige Wirkung erzielt. Das Verbot werde nicht komplett befolgt. „Ich kann es nur noch einmal betonen: Der Steg darf momentan unter keinen Umständen betreten werden. Es besteht Lebensgefahr“, so der Bürgermeister bei der Sitzung.

Durch die Sperrung sind vor allem die Besitzer von Schrebergärtern auf der Insel betroffen. Vor allem jetzt mit Blick auf die wieder steigenden Temperaturen wollen die Besitzer anfangen, Blumen zu pflanzen und ihren Garten zu richten. Auch der Kanuabteilung des VfL Munderkingen ist durch die Absperrung eingeschränkt: Ihr Vereinsheim sowie ihr gewohnter Einstieg in die Donau befinden sich auf der Insel. Seit wenigen Wochen hat das Training wieder begonnen.

Steg in zwei Wochen wieder frei

Doch mit der Entscheidung des Gemeinderats ist ein schnelles Ende der Einschränkungen in Sicht: Noch am Montag wird die beauftragte Firma beginnen, den Steg wieder herzustellen. Die Arbeiten sollen in zwei Wochen, also zum Ende der Osterferien, abgeschlossen sein. „Das soll keine kurzfristige, sondern eine mittelfristige Lösung sein“, sagte Lohner. Auf lange Sicht gesehen müsse die inzwischen 65 Jahre alte Brücke komplett erneuert werden. Doch momentan fehlten die finanziellen Mittel sowie die konkreten Pläne dazu. Mit der nun gewählten Lösung bleibe dem Gemeinderat genug Zeit, das Thema in den nächsten Jahren anzugehen.

Steg wird angehoben

Während der Untersuchungen habe die Stadtverwaltung mit dem zuständigen Ingenieursbüro alle Optionen durchgesprochen – vom provisorischen Zugang bis hin zum Neubau. „Da sowohl das sogenannte Brückenauflager auf der Seite vom Seniorenzentrum St. Anna als auch beide Brückenpfeiler im Wasser keinen Schaden genommen haben, ist eine Wiederherstellung der bestehenden Brücke möglich“, erklärte Roland Kuch. Dabei soll nun der Steg auf der Inselseite wieder angehoben werden – mithilfe eines Autokrans. Das abgebrochene Fundament soll mit einer neuen Stahlplatte ausgetauscht werden. „Damit der 350 Tonnen schwere Kran uneingeschränkt arbeiten kann, muss aber der Baum links vom Steg auf der Seite von St. Anna gefällt werden“, informierte Kuch. Diese Maßnahme sei bereits mit dem Fachdienst Naturschutz abgestimmt worden.

Harald Ertle erkundigte sich bei Kuch, was mit der Versorgungsleitung für das Bootshaus, die am Steg entlang läuft, passiert. „Darum werden wir uns kümmern. Die Kanuabteilung wird weiterhin versorgt. Außerdem hat sie von der Stadt seit der Sperrung einen Ausweichort zur Lagerung zur Verfügung gestellt bekommen“, so der Verbandsbaumeister.

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