So kam die neue Auflage des Brunnenfests an

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Die Vereine haben ihre Stände unter ein bestimmtes Motto gestellt, wie etwa „Im Schützengarten“ bei der Schützengilde.
Die Vereine haben ihre Stände unter ein bestimmtes Motto gestellt, wie etwa „Im Schützengarten“ bei der Schützengilde. (Foto: Burghart)
Karl-Heinz Burghart

„Willkommen zum ersten Brunnenfest der Neuzeit“, sagte Bürgermeister Michael Lohner am Samstagnachmittag bei der Eröffnung des 36. Brunnenfests. Nach der einjährigen Zwangspause, weil 2018 kein Organisator gefunden werden konnte, zeigte sich das Munderkinger Traditionsfest „a bissle im nuia Kleid“, wie der jetzige Brunnenfest-Macher Rolf „Guste“ Braun betonte.

„Es ist wirklich viel geboten“, sagte Bürgermeister Lohner und animierte die Gäste zu einem Rundgang vom Marktplatz über den Alten Schulhof „und durch das große Kinderland wieder zurück“. Ihm falle mit der Neuauflage des Munderkinger Fests ein Stein vom Herzen, betonte Lohner. „Ich bin stolz und froh, dass unser Traditionsfest weitergeht“, sagte Lohner, bevor er am Marktbrunnen den Hahn ins erste Fass Brunnenfest-Bier schlug.

„A’zapft isch, ihr liabe Gäscht, eröffnet domit s’Brunnafescht“, reimte Lohner. Zum Auftakt waren die Mittlere Katastrophenkapelle, kurz MKK, der Fanfarenzug der Munderkinger Feuerwehr und die Musikkapelle aus Oggelsbeuren im Sternmarsch auf den Marktplatz marschiert. Dann wechselten sich schmissige, alte Schlager der MKK und flotte Märsche des Fanfarenzugs ab, bevor die Oggelsbeurer Musikanten die Brunnenfest-Bühne übernahmen und mit „Blasmusik am frühen Abend“ unterhielten.

Neun Vereine und Abteilungen

Neun Munderkinger Vereine und Vereinsabteilungen haben sich am Traditionsfest beteiligt und ihre Stände unter ein bestimmtes Motto gestellt. So war im Schützengarten der Schützengilde, stilgerecht mit Jägerzaun auf der grünen Wiese, Rehgulasch im Angebot. Unter dem Motto „Wein, Weib und Gesang“ lud der Frauenchor des Liederkranzes zu Bratwürsten, gerauchten Forellen oder einem Kräuterkäsebrot ein, die Kolpingfamilie hatte eine italienische Trattoria samt Pizzabäcker auf den Marktplatz gestellt, zünftig gaben sich die Vereinigten Zünfte und brachten „Cevapcici in der Feuerzunge“ unters Brunnenfest-Volk .

An musikalischer Unterhaltung mangelte es nicht. So war beispielsweise das „Zieh- und Zupf-Trio“ zwischen den Ständen musikalisc
An musikalischer Unterhaltung mangelte es nicht. So war beispielsweise das „Zieh- und Zupf-Trio“ zwischen den Ständen musikalisch unterwegs. (Foto: : Burghart)

Leberspätzle, als Suppe oder gebraten, gab‘s in der „alten Stadtwirtschaft“ der Trommgesellenzunft. Und als Bar hatten die Brunnenspringer ihren Nachbau des Marktbrunnens mitgebracht. Longdrinks und Diskomusik hatten die VfL-Fußballer an ihrer Cuba Libre-Bar im Angebot und im Musikantenstadel der Stadtkapelle gab es Biercocktails, wie den „Weizen-Mijito“. Mit Maultaschen, Knusperfleisch und Rollbraten rundeten die Abteilungen Tischtennis und Ski des VfL das kulinarische Angebot ab. An der Losbude im Kinderland waren Preise zu gewinnen, wer die Kathausernelke kannte oder wusste, wie das Rathaus in Hausen am Bussen oder das Schloss in Rißtissen aussieht, konnte beim beliebten Quiz des Albvereins mitmachen und beim „Treffpunkt Leben“ wurde „gedruckt wie vor 600 Jahren“.

Big Band und Zieh- und Zupf-Trio

Am Samstagabend sorgte die „Big Band Ravensburg“ mit jazzigen Melodien, Bigband-Sound und Titeln von Count Basie über Benny Goodman bis Duke Ellington, modernen Popsongs und einer guten Show für die Unterhaltung der Gäste. Und während die Bigband auf der Marktplatz-Bühne jazzte, war das „Zieh- und Zupf-Trio“ zwischen den Ständen musikalisch unterwegs.

Am Sonntag ging es mit Blasmusik weiter. Zum Frühschoppen spielten wie immer die Alten Kameraden der Stadtkapelle auf und am Nachmittag lieferten die Stehbach Musikanten ihre böhmisch-mährischen Titel. Jetzt hatte das große Kinderland Hochkonjunktur. Während sich der eine Teil der jüngsten Gäste auf der 20 Loch-Minigolfanlage probierte, drehten die anderen eine Runde auf dem Karussell oder mit dem E-Scooter in Boxauto-Manier, wagten ein paar Sprünge am Beach-Bungee-Jumper oder tobten sich auf der Hüpfburg aus. Und wer eine Pause machte, konnte sich am Eis- oder Süßigkeiten-Stand die nötige Verpflegung besorgen. „Das ist ein Kinderland, wie ich es mir schon lange für das Brunnenfest gewünscht habe“, freute sich Bürgermeister Michael Lohner.

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