Rassismus-Expertin: „Trump tut Amerika nicht gut“

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Juandalynn Abernathy hat vor Munderkinger Schülern über die Bürgerrechtsbewegung von Martin Luther King gesprochen.
Juandalynn Abernathy hat vor Munderkinger Schülern über die Bürgerrechtsbewegung von Martin Luther King gesprochen. (Foto: Sz- Eileen Kircheis)

Die Tochter eines Wegbegleiters des amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King hat am Donnerstag vor den Acht- und Neuntklässlern des Munderkinger Schulverbundes gesprochen. Auf Einladung des evangelischen Pfarrers Michael Hain hat Juandalynn Abernathy von der Bürgerrechtsbewegung der Afroamerikaner in den 50er-Jahren, die von Martin Luther King angeführt wurde, berichtet.

„Im April war der 50. Todestag von Martin Luther King“, erklärt Pfarrer Michael Hain, warum er die gebürtige Amerikanerin nach Munderkingen geholt habe. Außerdem bewerbe sich der Schulverbund derzeit um das Zertifikat „Schule mit Courage – Gegen Rassismus“.

Tochter eines Pfarrers

Juandalynn Abernathy ist die Tochter von Pfarrer Ralph David Abernathy. „Er war ein guter Freund und der engste Vertraute von Martin Luther King. Er hat seine Bewegung nach seinem Tod weitergeführt“, sagt die Referentin. Gemeinsam mit ihren Geschwistern sei sie Ende der 50er- und Anfang der 60er-Jahre bei vielen Märschen für die Rechte der Schwarzen in Amerika dabei gewesen. „Mein Vater wollte, dass wir sehen was sich dort bewegte“, erinnerte sich Juandalynn Abernathy. Weil ihr Vater neben Martin Luther King zu den Anführern des sogenannten „Civil Rights Movements“ gehörte, habe die Familie stets im Fokus gestanden. „Für uns Kinder hieß das, schnell erwachsen werden“, berichtet sie.

Im Englischunterricht haben die Jungen und Mädchen sich bereits mit der Rassentrennung in den Vereinigten Staat und der Bürgerrechtsbewegung beschäftigt. Juandalynn Abernathy erinnerte die Schüler an Rosa Parks und daran, dass die Afroamerikanerin sich 1955 weigerte, ihren Platz im Bus für einen Weißen frei zu machen und damit quasi die Proteste der farbigen in den USA ausgelöst hat.

Trump und die USA

Was sie vom aktuellen amerikanischen Präsidenten halte, wollte eine Schülerin während der Fragerunde wissen. „Donald Trump tut Amerika nicht gut, er fördert Diskriminierung und Rassismus“, sagte Juandalynn Abernathy. Sie hoffe, dass gerade die jungen Menschen aus dieser Wahl lernen, Dinge, die sie irgendwo hören oder lesen, kritisch zu hinterfragen. „Es ist wichtig genau hinzuschauen und die Dinge zu diskutieren.“

Zum Abschluss sang die studierte Opernsängerin, die seit 1981 in Deutschland lebt „Amasing Grace“ und „Hallelujah“ für ihre Zuhörer im Munderkinger Schulverbund.

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