Neuer Munderkinger Kulturraum eröffnet

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Bürgermeister Michael Lohner hielt die Festrede.
Bürgermeister Michael Lohner hielt die Festrede. (Foto: SZ- khb)
Karl-Heinz Burghart

Mit einem Festakt im Rathaussaal und der anschließenden Besichtigung ist am Sonntag die sanierte Martinskapelle als „neuer Munderkinger Kulturrraum“ eröffnet worden. „Wenn die Fahnen am Rathaus wehen und der Schultes einen Anzug anhat, gibt‘s was Besonderes in der Stadt“, sagte Bürgermeister Michael Lohner zu den rund 70 geladenen Gästen. „Und die Wiedereröffnung der Martinskapelle ist nach langer Vorbereitungszeit etwas ganz Besonderes.“

Die sanierte Kapelle mache Geschichte erlebbbar und sichtbar, so Lohner, „das schafft Identität, Heimat und Nähe zwischen Einheimischen und Neubürgern“. In Stichworten ließ der Bürgermeister die „ganz, ganz lange Geschichte“ der Martinskapelle und das „fast 20-jährige außergewöhnliche Projekt“ ihrer Sanierung Revue passieren.

Schultes schon 1999 angesprochen

Bereits 1999 sei er von Winfried Nuber vom Munderkinger Geschichtsverein auf „das Juwel“ aufmerksam gemacht worden. Der Stadt fehlte aber das Geld, um sich damals der Kapelle anzunehmen. Erst 2006 konnte das als Garage genutzte Gebäude gekauft und der „Förderverein Martinskapelle“ gegründet werden.

„Ziel des Fördervereins war die Wiederherstellung, Erhaltung und Nutzung der Kapelle zugunsten der Allgemeinheit“, sagte Lohner, „und dieses Ziel kann jetzt umgesetzt werden“.

Durch Spenden, Martinswein und Strauben-Verkauf habe der Förderverein in den Folgejahren Gelder für die Kapellen-Sanierung gesammelt. „Und als 2010 die Baugenehmigung kam, führte dies zu einem Gerichtsverfahren“, betonte der Schultes im Rückblick.

Insgesamt knapp 400 000 Euro

Gelder des Fördervereins, Zuschüsse der Stadt und des Denkmalamts, aber vor allem ein 200 000 Euro-Zuschuss aus dem Leader-Programm hätten es ermöglicht, im vergangenen Jahr mit den Sanierungsarbeiten zu beginnen, die insgesamt knapp 400 000 Euro kosten, erklärte Lohner den Gästen. „Und für die künftige Nutzung der Martinskapelle als Galerie und Konzertraum sind bereits Ideen entwickelt und Nachfragen vorhanden“, sagte der Schultes.

„Die finanzielle Unterstützung hat sich gelohnt“, betonte Heinrich Güntner, Vorsitzender der Leader-Aktionsgruppe Oberschwaben. „Die Martinskapelle war einst der Stolz der Bürger und heute können die Munderkinger wieder stolz auf dieses historische Gebäude sein.“ „Dornröschen hat ausgeschlafen. Das neue Leben der Martinskapelle kann beginnen“, freute sich Wolfgang Walk, Vizevorsitzender des „Fördervereins Martinskapelle“. „Wir haben dafür Hürden übersprungen, Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt und verschiedenste Meinung unter einen Hut gebracht. Und das Ergebnis ist gut, so wie es ist“, sagte Walk und betonte: „Der Förderverein braucht weiterhin Unterstützung, denn wir müssen das Darlehen zurückzahlen.“

Architektin erklärt die Arbeiten

Bevor die Besucher des Festakts zur Martinskapelle gingen, erklärte Architektin Monika Veser die zwischen Mai 2017 und Juni 2018 abgelaufenen Arbeiten. Der Dachstuhl der Martinskapelle wurde saniert, das Dach gedämmt und neu gedeckt, Fenster erneuert, Elektroleitungen verlegt, der historische Außenputz gefestigt und erhalten, der Innenraum saniert und dabei historische Elemente freigelegt.

„Die Spuren verschiedener Geschichtsepochen sind in der Martinskapelle erhalten geblieben und machen die wechselvolle Geschichte der Kapelle lebendig“, lobte Simone Wolfrum vom Landesamt für Denkmalschutz die „gelungene Wiederbelebung der Munderkinger Martinskapelle“.

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