Narren stellen sich vor: Trommgesellenzunft sorgt für bunte Unterrichtsstunde

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Mit großem närrischem Aufgebot ist die Munderkinger Trommgesellenzunft am Freitagmorgen zum Fasnetsunterricht in die Schule an der Donauschleife gekommen, um den knapp 300 Grundschülern aus der ersten bis vierten Klasse zu erklären, was die Wuselinger Fasnet auszeichnet.

Für die Unterrichtsstunde mit den Narren hatte die Bläserklasse eigens den Narrenmarsch einstudiert unter dessen Klängen die Narrenabordnung in die Aula marschierte. Als Tigerente hatte sich Vize-Zunftmeisterin Carmen Klein unter das Narrenvolk gemischt, um den Kindern die einzelnen Figuren der Munderkinger Fasnet zu erklären.

Mit lauten „Narro Hee“-Rufen wurden die Narren von Rektorin Jutta Braisch und den Schülern begrüßt. Natürlich wussten viele der Kinder, dass Wusele nicht nur zwei verschiedene Narrenfiguren, sondern auch „kloine Fasnets-Wecka“ sind.

Erstaunt waren die Munderkinger Schüler bei dem Besuch, dass zum Kampf der Bauern gegen die Franzosen in der Munderkinger Belagerung auch der Pfarrer antritt oder dass die die Sieben Schwaben den Hasen für einen Bären halten und ihn als „Untier“ jagen. „Dr Hopser und Schleifer“ rief ein kleines Mädchen auf die Frage, was die Trommgesellen-Paare tanzen.

Die Narren verteilten auch Wusele an die Kinder.
Die Narren verteilten auch Wusele an die Kinder. (Foto: Burghart)

Und ein kleiner Junge wusste, dass die Brunnenspringer, nachdem sie sich drei Mal in den Marktbrunnen gestürzt haben, „jedes Mädle küssa“ dürfen. Im Fasnetsunterricht erfuhren die neugierigen Kinder der Schule an der Donauschleife, dass der Brunnensprung, als Höhepunkt der Munderkinger Fasnet, jedes Jahr am Fasnetssonntag und am Fasnetsdienstag zu sehen ist.

Einen Munderkinger Trommgesellenrat lernten die Schülerinnen und Schüler am Freitag genauso kennen, wie den Fürst aus dem Munderkinger Adel. Und der verkündete den Kindern, dass er „zur Fasnetstzeit zwoi Mannsleit en da Brunna sprenga“ lässt, zuvor aber zum Würfelspiel auf dem Trommelfell auffordert.

„Neben dem Fürst, gehören der Graf, der Ritter, der Trommmeister, der Herold und natürlich der Hofnarr zum Adel“, erzählte Carmen „die Tigerente“ Klein den Kindern, bevor ein paar der Schüler die Gelegenheit zum Ritt auf dem Besen einer Rathaushexe bekamen. Vor dem Narrenunterricht hatten sich rund 25 Schülerinnen und Schüler verkleidet, um mit dem Schäfer in die Aula zu marschieren.

Der verkündete, dass am Glompigen Donnerstag und am Fasnetsmontag „älle Mäschgerla“ mit ihm durch Munderkingen marschieren dürfen. „Für seine Narren-Schäfla hat der Schäfer immer eine kleine Überraschung parat und nach dem Kinderumzug gibt’s für alle Wurst und Wecken“, erklärte Carmen Klein. Kurz vor Unterrichtsende stimmte die Bläserklasse das Narrenlied an und unter den Klängen „In Mundrachingen hoch und frei“ verteilten die Damenwusele ihre mitgebrachten Wusele an die Kinder.

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