Nach der Zwangspause öffnet das Munderkinger Museum wieder

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Nach der Zwangspause öffnet das Munderkinger Museum wieder (Foto: khb)
Schwäbische Zeitung
Karl-Heinz Burghart

Nach rund 18-monatiger Zwangspause kann das Munderkinger Museum im Alten Spital am Sonntag, 1. Juli, wieder besucht werden. Der damaligen Brand im AJZ ist zwar glimpflich verlaufen und direkt vom Feuer waren die Museumsräume nicht betroffen, aber Ruß und Brandgeruch machten auch hier „eine Generalreinigung“ notwendig.

„Hier war eine Reinigungsfirma zu Gange, die alle Exponate in Kisten verpackt, die Räume intensiv geputzt und zum Teil die Wände neu gestrichen hat“, sagt Barbara Nuber. Bis alles wieder seinen Platz im Museum gefunden habe, hätte zeitweise das Chaos geherrscht, sagt sie.

Wenn die Besucher am Sonntag ins Munderkinger Museum kommen, werden sie bemerken, dass die gesamte Ausstellung großzügiger angeordnet ist. „Wir haben alles entzerrt und luftiger gestaltet“, sagt Barbara Nuber. Die Ausstellungen der „Römer und Alemannen“ und der Stadtgeschichte sowie die Puppenstuben-Ausstellung sind im wesentlichen geblieben wie vor dem Brand. Neu ist die Abteilung „Bürsten und Borsten“, die sich mit dem Handwerk der Munderkinger Bürstenmachern Menne und Bremensdorfer befasst. Gemeinsam mit der Postgeschichte haben die „Bürsten und Borsten“ im Dachgeschoss des Museums einen Platz gefunden.

Neu im ersten Stock ist die Ausstellung „Munderkinger Persönlichkeiten“ in der es um Staatsminister Carl Josef Schmid genauso geht wie um das Haldenluisle. Hier sind auch Modelle längst abgerissener Häuser zu entdecken: Gasthaus Neuhaus, Blechwarenfabrik Aich und die Fabrik Menne in der Bleicherstraße.

Neu im Munderkinger Museum ist auch die Dauerausstellung „Radhauben“. „Die sind fester Bestandteil jeder oberschwäbischen Frauentracht des 19. Jahrhunderts gewesen“, sagt Barbara Nuber. Während evangelische Frauen meist nur einfache Knotenhauben getragen hätten, seien die Radhauben der Katholikinnen größer, prunkvoller und mit einem aufwendig bestickten Bödele gewesen, berichtet die Expertin. Vom Taufhäubchen über die städtischen Munderkinger Radhauben bis zur Brautkrone reicht die Ausstellung im ersten Stock des Museums. Zu den Radhauben passend kann sich der Museumsbesucher Puppen ansehen, die Kleider aus der Zeit der Jahrhundertwende anhaben.

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