Munderkinger Grempelesmarkt hat eine neue Macherin

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Die neue Hauptorganisatorin des Grempelesmarktes mit dem Bild von ihrem Vater Georg Stöhr als Versteigerer.
Die neue Hauptorganisatorin des Grempelesmarktes mit dem Bild von ihrem Vater Georg Stöhr als Versteigerer. (Foto: Sz- eis)

Nachdem sich der langjährige Organisator des Munderkinger Grempelesmarkt, Harry Wenk und sein Team, im vergangenen Jahr in den Ruhestand verabschiedet haben, hat die närrische Versteigerung nun eine neue Organisatorin. Waltraud Prill hat den Grempelesmarkt sozusagen schon in den Genen.

Einige Überredungskunst war da schon nötig.

Waltraud Prill

Von Mitte der 60er-Jahre bis 1981 ist Georg Stöhr, Waltraud Prills Vater, einer der Versteigerer beim legendären Munderkinger Grempelesmarkt am Fasnetsmontag und -dienstag gewesen. Ein von Stöhrs Cousine gemaltes Bild erinnert die Familie auch heute, nach seinem Tod, immer noch an diese Zeit. Dass seine Tochter heute die komplette Organisation übernimmt, das hätte Tschmell, wie die Munderkinger ihn nannten, sicher nie vermutet, glaubt Waltraud Prill. Obwohl sie bereits seit einigen Jahren tatkräftig bei der Sammlung für den Grempelesmarkt dabei ist, hätte sie selbst bis vor einiger Zeit auch nicht gedacht, dass sie in die Fußstapfen von Harry Wenk treten würde. „Einige Überredungskunst war da schon nötig“, gibt sie zu.

Eingespieltes Team

Aber bei Organisation, Sammlung und Versteigerung ist sie aber nicht allein, das habe ihr die Entscheidung vereinfacht. „Auch Harry Wenk steht mir mit Rat und Tat zur Seite, ich kann ihn immer anrufen, wenn ich etwas wissen will und auch bei der Sammlung wird er dabei sein“, berichtet Waltraud Prill. Beim Sortieren des Grempels habe sich um die neue Hauptorganisatorin inzwischen ein eingespieltes Frauenteam gebildet, das die angelieferten Sachen sortiert und dekoriert und in die Regale einräumt, so dass die vier Versteigerer Florian Stöhr, Ulrich Spranz, Michael Sauter und Thomas Straub bei der Auktion alles unkompliziert an die Steigerer bringen können.

Seit 1892 gibt es den Grempelesmarkt, dessen Erlös seit jeher an Bedürftige und soziale Einrichtungen gespendet wird. „Deshalb sind wir auch sehr dankbar, wenn die Munderkinger am Samstag nach dem Glompigen wieder viel originellen Grempel für die Straßensammlung bereitstellen“, sagt Waltraud Prill, die auch betont, dass die Grempeles-Sammlung keine Sperrmüll-Sammlung ist und Elektrogeräte, Möbel oder etwa alte Skiausrüstungen nicht mitgenommen werden. „Schließlich wollen wir für die Sachen auch einen guten Preis erzielen“, macht die Organisatorin klar.

Viele kommen schon mit dem Vorsatz, viel Geld bei der Auktion zu lassen, um etwas für Bedürftige zu tun.

Waltraud Prill

Wie vieles ringsum die Munderkinger Fasnet funktioniere der Grempelesmarkt nur so gut, weil alle ihren Teil dazu beitragen, sagt Narrenrätin Claudia Brunner. „So stellen uns Firmen ihre Kleintransporter manchmal sogar samt Fahrer für die Sammlung zur Verfügung“, erklärt sie. Und ähnlich sei das auch bei den Steigerern. „Viele kommen schon mit dem Vorsatz, viel Geld bei der Auktion zu lassen, um etwas für Bedürftige zu tun“, weiß Waltraud Prill. Da wird der Grempel oft zu enormen Preisen mit nach Hause genommen.

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