Munderkinger Feuerwehr braucht hauptamtlichen Gerätewart

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Vor allem mit der Drehleiter ist die Feuerwehr Munderkingen oft auch in den Nachbargemeinden im Einsatz.
Vor allem mit der Drehleiter ist die Feuerwehr Munderkingen oft auch in den Nachbargemeinden im Einsatz. (Foto: Archiv: eis)

Mit dem Feuerwehrbedarfsplan hat Munderkingen jetzt festgelegt, welche Maßnahmen bei der städtischen Feuerwehr notwendig sind, um auch künftig für den Einsatz beim Brandschutz oder technischen Hilfeleistungen gerüstet zu sein. Bei der Mitgliederwerbung ist inzwischen schon viel erreicht, beim Feuerwehrgerätehaus und einem hauptamtlichen Gerätewart gibt es noch Nachholbedarf.

„Brandbekämpfung macht heute nur noch einen kleinen Teil der Aufgaben der Feuerwehr aus“, sagte Sven Volk vom Ingenieurbüro GTV-Rettungsingenieure, der den Plan zusammen mit der Stadt und der Feuerwehr ausgearbeitet hat. Vor allem technische Hilfeleistungen beschäftigen die Wehren heutzutage, erklärte er. In Munderkingen sei zudem die Donau eine Besonderheit, die entsprechendes Material und speziell ausgebildete Wehrleute nötig mache. „Ein besonderes Merkmal der Munderkinger Wehr sind auch die vielen Einsätze in den Nachbargemeinden. Das habe ich so noch nicht oft gesehen“, erklärte der Fachmann am Donnerstag dem Gemeinderat.

Herausforderungen nehmen zu

Die Feuerwehr habe sich in den fast 20 Jahren seiner Amtszeit deutlich verändert, betonte Bürgermeister Michael Lohner. „Dabei geht es nicht um die Mitglieder, sondern um die Anforderungen, die an die Wehrleute gestellt werden.“ Auch die gesetzlichen Vorgaben würden stetig steigen. „Das einzuschätzen und da mitzuwachsen, ist eine große Herausforderung“, erklärte der Bürgermeister die Notwendigkeit des Feuerwehrbedarfsplans.

Im Plan hat das Ingenieurbüro nicht nur die komplette Ausrüstung, die Mitglieder und die Einsätze der Munderkinger Feuerwehr zusammengefasst, sondern auch die örtlichen Begebenheit wie eben die Donau, das historische Stadtgebiet und die Bahnlinie. „Das alles bringt besondere Anforderungen an die ehrenamtlichen Feuerwehrleute mit sich“, betonte Sven Volk.

Zweiter Fluchtweg nötig

Aus diesen Erhebungen wurden Planziele festgelegt, wofür der Ist- und der Sollzustand bei der Feuerwehr verglichen wurden. Nachbesserungsbedarf gibt es vor allem beim Feuerwehrhaus. So verfügt der Versammlungsraum im Obergeschoss des Feuerwehrhauses nicht über einen zweiten Fluchtweg, der dringend eingebaut werden sollte. Außerdem sind Umkleidebereiche und Sanitäreinrichtungen für weibliche Feuerwehrmitglieder, aber auch für die Aktiven und die Jugendfeuerwehr nötig. Hier sind bereits Fördergelder beantragt. Es sollten zudem weitere Parkplätze ausgewiesen werden. „Es wird deutlich, dass unser Platz sehr beengt ist“, betonte Feuerwehrkommandant Joachim Enderle.

Beinahe noch dringender sei allerdings die Anstellung eines hauptamtlichen Gerätewarts, um die Materialwartung entsprechend der Vorschriften einschließlich rechtsicherer Dokumentation gewährleisten zu können. „Ein Hauptamtlicher senkt das Risiko, dass Fehler passieren“, ist sich Fachmann Sven Volk sicher. Außerdem sei die Beschaffung eines neuen Mannschaftstransportwagens mehr als dringend, fügte Bürgermeister Lohner hinzu. In den kommenden Jahren müsse obendrein der Funk digitalisiert werden.

Ratsmitglied Monika Veser lobte den Feuerwehrbedarfsplan. „Jetzt ist klar, welche Aufgaben bewältigt werden müssen, das hilft bei künftigen Entscheidungen für die Aufstellung des Haushaltsplans“, sagte sie.

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