Montagschor begeistert Zuhörer im Pfarrgarten

Lesedauer: 5 Min
Zahlreiche Zuhörer sind bei bestem Wetter zur Serenade in den idyllischen Pfarrgarten gekommen.
Zahlreiche Zuhörer sind bei bestem Wetter zur Serenade in den idyllischen Pfarrgarten gekommen. (Foto: Sz- Somm)
Elisabeth Sommer
Freie Mitarbeiterin

In schönster Kulisse hat der Ehinger Montagschor ein Freiluftkonzert gegeben. Die Sänger um Dirigent Wolfgang Gentner traten im Munderkinder Pfarrgarten auf. Traditionell gibt es hier zum Schuljahresabschluss der heimischen Volkshochschule ein Konzert. Stets tritt eine andere musikalische Gruppe in dem romantisch an der Donau gelegenen Gärtlein mit seinen Gartenhäuschen, zierenden Buschhecken und blühenden Sträuchern auf. Die Schmetterlinge im Garten waren auf Liebesflügen und einmal handelte genau von solch einer Szene auch ein Lied des Gemischten Chores, der sozusagen musikalische Souvenirs einer Weltreise darbot.

Den meisten Applaus heimsten die Sänger zurecht für zwei schwungvolle fremdsprachige Lieder ein, zum einen für das südamerikanische „Prende la vela“ und außerdem für ein ungarisches Tanzlied, das in einer der zehn schwierigsten Sprachen der Welt gesungen ist. Fremdsprachige Texte bestimmten das Freiluftkonzert. War es vor einigen Jahrzehnten mutig, einem Chor fremdsprachige Literatur aufzubürden, so scheint der Mut nun zur Auswahl deutscher Lieder zu gehören.

Stürmischen Applaus bekam der deutsche Klassiker über Rhein und Loreley, „Ich weiß nicht was soll es bedeuten“. Auch Joseph von Eichendorffs poetische Ehrung des Waldes im Lied „Abschied“ vermochte die Herzen der Munderkinger sehr zu rühren. Ein Frauensolo gab es in der deutschen Fassung von „Gabriellas Song“ und „For Good“, das aus dem Musical „Wicked“ stammt, wobei dem Publikum der Inhalt erst erklärt werden musste. Es gehe darum, bei jeder Begegnung mit einem Menschen etwas zu lernen.

Dirigent Wolfgang Gentner nutzte die Ansagen, um Einblick in sein Musikerleben und den Chor zu ermöglichen. Er habe immer Chorleiter werden wollen und bedauere daher sehr, dass so viele Gesangvereine aufgeben. Er hofft auf die Renaissance des Chorgesangs. Das Konzert wurde von englischsprachigen Titeln dominiert. Der Montagschor präsentierte amerikanische Schlager wie „Reet petite“, um das süßeste Mädchen der Stadt zu besingen, bis hin zu Queens „Bohemian Rhapsody“. Das Publikum wurde mit „Ganz Paris träumt von der Liebe“ und Adriano Celentanos „Azzurro“ in weitere Länder entführt. Mit einem Song in Suaheli besangen die Frauen und Männer passend im Pfarrgarten den Glauben an die Allgegenwärtigkeit von Jesus, und weil es sich für einen afrikanischen Chor gehört, Gesang mit Bewegung zu verbinden, ließen auch die Montagschörler ihre Arme durch die Luft wirbeln und drehten sich auf der Bühne.

Männer in der Minderheit

Als passend wegen des nur wenige Meter entfernten Donaustroms kündigte Gentner das Lied „Ol’ man River“ über den Mississippi mit einem Bass-Solo an. Das Lied ist bekannt, getragen von einem tiefen, sonoren Bass. Die Männer im Montagschor sind in der Minderheit. Sie machten mit rund einem Dutzend Personen ein Viertel der gesamten Chorstärke aus. Für die englischsprachig Hymne auf den „Alten Mann Mississippi“ wurde ein junger Sänger ausgewählt, der den englischsprachigen Text sehr gut beherrschte. Anschließend wurde der „Rio Negro“ besungen. Dominieren durften die Männerstimmen, wie Wolfgang Gentner betonte, zumindest beim „R&B“-Song „Tears on my Pillow“ (Tränen auf dem Kopfkissen), weil die Frauen hier nur als summende Umrahmung auftraten.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen