Mehr Tempo 30 in Munderkingen? So hat der Gemeinderat entscheiden

Lesedauer: 4 Min
 Ein Verkehrsschild weist auf eine Tempo-30-Zone hin. In der Neudorfer Straße sowie Am Höhenblick soll es das zunächst nicht hab
Ein Verkehrsschild weist auf eine Tempo-30-Zone hin. In der Neudorfer Straße sowie Am Höhenblick soll es das zunächst nicht haben. (Foto: dpa)

Entgegen des Vorschlags der Stadtverwaltung hat der Gemeinderat am Donnerstag während einer Sitzung gegen Tempo 30 in den Straßen „Am Höhenblick“ und in der „Neudorfer Straße“ gestimmt. Zunächst, so der beschlossene Kompromiss, sollen vermehrte Kontrollen für mehr Sicherheit sorgen.

Zuvor wurden die Möglichkeiten zu einer Verkehrsberuhigung in den Straßen in Absprache mit dem Landratsamt vorgestellt, das eine Zone 30 dort befürwortete. Eine stationäre Radaranlage käme jedoch nicht in Frage, da diese vom Landratsamt meist nur für Straßen mit hohem Verkehrsaufkommen genehmigt und mitfinanziert werden.

Alternativen vorgeschlagen

„Ich fahre da selber oft und mir fällt es nicht auf, dass dort gerast wird“, sagte Egon Fiderer und schlug eine Beschilderung vor, um auf die dort laufenden Kindergartenkinder hinzuweisen. Das sah Erich Pöschl anders: „Mit einer 30er-Zone wird die Gefahr für die Kinder minimiert. Ich bin vor Kurzem auf Höhe des Kindergartens überholt worden als ich 40 Stundenkilometer gefahren bin.“

Die Kontrollen in den Wohngebieten um den Höhenblick, in denen seit geraumer Zeit Tempo 30 gilt, haben laut Brigitta Schmid gezeigt, dass sich so ein heruntergesetztes Tempo lohne. Sie plädierte für die Ausweitung.

Damit gibt es an dieser Stelle nämlich eher Russisch Roulette.

Bernd Schumann

„Es erfordert ein hohes Maß an Selbstdisziplin, dort mit 30 Stundenkilometer zu fahren,“ sagte Simone Bertsche. „Ich könnte die Entscheidung für Tempo 30 zwar mittragen, bin mir aber nicht sicher, ob das am Ende zum Tragen kommt.“

Bernd Schumann bezeichnete die beiden Straßen „Am Höhenblick“ und „Neudorfer Straße“ als Hauptverkehrsachsen, vor allem für Mitarbeiter der Firma Liebherr, die hauptsächlich über die Neudorfer Straße nach Ehingen fahren. „Wenn wir das umsetzen, dann muss ich aber auch kräftig kontrollieren, sonst passiert da nichts,“ sagte Schumann. Außerdem sei in diesem Zuge auch eine Verengung notwendig „und zwar nicht so provisorisch wie die derzeitigen Pflanzenkästen. Damit gibt es an dieser Stelle nämlich eher Russisch Roulette. Viele fordern es heraus, fahren direkt an die Verengung hin und man weiß nicht, wer hält eher an.“

Am Ende der Diskussion stimmten fünf Ratsmitglieder für, elf gegen Tempo 30.

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen