Kinderfest droht das Aus – Helfer dringend gesucht

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 Ein Kinderfest soll auch in diesem Jahr wieder stattfinden.
Ein Kinderfest soll auch in diesem Jahr wieder stattfinden. (Foto: Archiv)

Um nicht weniger als die Zukunft des Vereins Kinder in Munderkingen (Kim) haben die Mitglieder am Dienstagabend gesprochen. Allen Anwesenden war klar: Es müssen neue Wege eingeschlagen werden, sonst stirbt die Arbeit des Vereins aus.

Es fehlt an Helfern. Sowohl für das Kinderfest im Sommer als auch für die Kinderfasnet in der Donauhalle. Deshalb hatte der Verein kurzfristig die Kinderfasnet in diesem Jahr abgesagt. „Dabei wäre es dieses Jahr super gelaufen“, sagte Schriftführer Heinrich Brüggemann. „Wegen des starken Windes musste die Narrenzunft den Kinderumzug absagen. Wir hätten die Halle also locker voll gekriegt. Aber – es waren keine Helfer da.“

Es ist immer schwerer, Leute für die Mithilfe zu begeistern.

Gerhard Wölfle, Vorsitzender 

Auf mehrere Aufrufe hätten sich am Ende nur zwei Freiwillige gemeldet. „Der harte Kern von Kim kann die Veranstaltungen organisieren. Aber es braucht Helfer, die an den Stationen betreuen“, so Brüggemann. Vorsitzender Gerhard Wölfle fasste die vergangenen Jahre zusammen: „Es ist immer schwerer, Leute für die Mithilfe zu begeistern.“

Es braucht Helfer

Auf die Tagesordnung hatte der Verein deshalb für die Versammlung grundsätzliche Überlegungen gestellt, die den Fortbestand von sowohl Kinderfest im Sommer als auch Kinderfasnet sichern sollten. Allen war klar: Wenn sich jetzt nichts ändert, dann wird es diese Angebote nicht mehr geben. „Der harte Kern des Vereins kann die Veranstaltungen auf die Beine stellen. Aber ohne Helfer geht es nicht“, machte Brüggemann klar.

„Viele Leute sind entsetzt, wenn sie hören, wie es um Kim steht“, sagte Andrea Knez. Die junge Mutter kam zu der Versammlung obwohl sie kein Mitglied ist aber Hilfe anbieten wollte. „Wenn ich mit anderen Müttern spreche wissen viele gar nicht, dass das Kinderfest auf der Kippe steht“, so Knez. Auch sie habe damals vor der Kinderfasnet einen Zettel vom Kindergarten nachhause bekommen. „Den habe ich aber erst gar nicht gelesen. Junge Eltern sind voll ausgelastet. Hätte mich aber jemand direkt angesprochen, dann hätte ich sicher geholfen“, sagte sie.

Über E-Mail und Zettel funktioniert das nicht. Es geht nur mit persönlicher Ansprache.

Axel von Bank

Die anderen stimmten ihr zu: Die Kommunikationskanäle müssten sich ändern. „Über E-Mail und Zettel funktioniert das nicht. Es geht nur mit persönlicher Ansprache“, sagte Axel von Bank, der seit Gründung im Jahr 1993 im Verein tätig ist. Die Vereinsmitglieder teilten deshalb unter sich auf, wer welchen Verein anspricht und wer an die Elternvertreter in Kindergärten und die Schulen herantritt. „Die Eltern müssen mit ins Boot geholt werden“, sagte Axel von Bank.

Grundstruktur ändern

Peter Stöckler stellte den Vereinsmitgliedern an diesem Abend verschiedene Ideen vor, wie der Verein in Zukunft mehr Helfer für seine Veranstaltungen bekommen kann. „Die Grundstruktur muss sich ändern“, leitete er ein. Der Verein müsse sich überlegen, wie er an finanzielle Mittel komme. Das könnte zum einen mit einer Kooperation des Handels- und Gewerbevereins funktionieren. „Außerdem könnten wir die Eltern ansprechen und fragen, ob sie Mitglied werden und einen Beitrag zahlen wollen“, so Stöckler.

Im weiteren Schritt könnte der Verein dann an Schulklassen herantreten und ihnen die Mithilfe anbieten, um so ihre Vereinskasse aufzubessern. „Wir brauchen keine Erwachsenen, die an den Stationen aufpassen. Das können auch Schüler leisten“, sagte Stöckler. Außerdem könnten die Jugendlichen einbezogen werden, die vor allem bei der Förderschule ein freiwilliges soziales Jahr ableisten. „Wir können Firmlinge ansprechen oder die Kirche miteinbeziehen“, schlug Stöckler weiter vor.

Vorstand gewählt

„Wir können das nicht alles in einer Sitzung entscheiden“, sagte Axel von Bank. Die Mitglieder einigten sich deshalb zunächst darauf, dass das Kinderfest in diesem Jahr stattfindet. „Wir holen uns jetzt die Rückmeldung von den Eltern und Vereinen ein und dann sehen wir, ob die Unterstützung da ist“, schlug Andrea Knez vor.

Die Munderkingerin trat noch an dem selben Abend dem Verein bei und lies sich einstimmig zur Schriftführerin wählen. Damit übernimmt sie das Amt von Heinrich Brüggemann, der sich nicht mehr zur Wahl aufstellen lassen wollte. „Ich habe in den vergangenen Jahren gegen teilweise heftige Widerstände arbeiten müssen. Jetzt reicht es“, sagte er.

Alle Mitglieder dankten ihm für seinen Einsatz und baten ihn, aufgrund der anstehenden Veränderungen weiterhin zu unterstützen. Carola Witt wurde erneut zur Kassiererin gewählt, Peter Stöckler und Axel von Bank sind Kassenprüfer.

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