In Munderkingen werden Körbe auf Reifen gejagt

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 Das rasante Testspiel endet mit klarem Sieg für die Ulmer.
Das rasante Testspiel endet mit klarem Sieg für die Ulmer. (Foto: Beißner)
Grischa Beißner

Basketball im Rollstuhl, für viele ist das noch ein ungewöhnlicher Gedanke. Doch der Basketball auf Rädern ist genauso wie der „Fußgängerbasketball“ ein Hochleistungssport. Vor gut 100 begeisterten Zuschauern fand am Donnerstag in der Donauhalle das Testspiel zwischen den Ulmer Sabers und dem USC München statt.

Dass der Rollstuhlbasketball in Munderkingen Einzug hält, ist einem Schulprojekt unter dem Engagement von Reinhard Walter zu verdanken. Im Zuge von „Schule gegen Rassismus“ sind die Ulmer Sabers und ihr Förderverein schon eine ganze Weile in der Region aktiv, nun wollen sie auch gern etwas zurückgeben. Dabei geht es auch darum, Barrieren und Vorurteile abzubauen.

Mit Vorurteilen konfrontiert

„Auch körperlich behinderte Menschen sind im Alltag mit vielen Vorurteilen konfrontiert“, erklärt Trainer Thorsten Schmid. Für seine Sabers ist Munderkingen ein Heimspiel und die Zuschauer empfangen „ihr“ Team mit lauten Anfeuerungsrufen.

Im Publikum sitzt auch Schüler Fabian, der im Schulprojekt dabei war. Dort konnten sich die Schüler selbst in einen Sportrollstuhl setzen und gegeneinander spielen. „Anfangs war es ganz schön ungewohnt. Der Stuhl rollt ja weiter, wenn man wirft und man sitzt ja viel tiefer. Aber nach einer Weile hat es richtig Spaß gemacht.“ Die Schüler werden auch zu einem Ligaspiel der Sabers am 26. Oktober in Ulm fahren.

Beim Rollstuhlbasketball, stellten die Zuschauer am Donnerstag fest, geht um einiges ruppiger zu als beim Spiel zu Fuß. Gern wird der Rolli auch mal genutzt, um Gegner zu blockieren oder abzudrängen.

Leistungssport auf Rädern für Alle

Mitmachen kann jeder: In den Teams sind Frauen wie Männer genauso willkommen, wie Behinderte und Nichtbehinderte. Auch Svenja Erni, mit 16 Jahren das Nachwuchstalent im Team, ist schon seit Jahren im Sport zuhause. Wie viel Spaß es ihr macht, beim Zweitligisten dabei zu sein, merkt man ihr beim Spielen sofort an: „Die Jungs sind alle mega nett und haben mich voll gut aufgenommen.“

Wie es nach dem Spiel für den Rollstuhlbasketball in Munderkingen weitergeht, dem sehen Claus Lindenthal vom Vereinsmanagement und Reinhard Walter gespannt entgegen. „Wir erfahren auf kommunaler Ebene viel Unterstützung und würden das gerne öfter machen.“ Die vielen Zuschauer würde es sicher freuen und es wäre ihnen zufolge auch ein tolles Aushängeschild für Munderkingen.

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