Grüne gewinnen einen Sitz im Gemeinderat dazu

Lesedauer: 6 Min
Schwäbische Zeitung

Nur 49,3 Prozent der Munderkinger haben am Sonntag ihre Stimmen für die Wahl der neuen Gemeinderäte der Stadt abgegeben. Erstmals ist bei dieser Kommunalwahl ein neues Auszählverfahren angewendet worden, das von Experten als gerechter als das vorherige eingestuft wird. Dadurch hat der Munderkinger Gemeinderat jetzt nur noch 18 anstatt zuvor 19 Sitze.

Die Grünen dürfen sich dabei getrost als die Gewinner der Gemeinderatswahl bezeichnen, denn sie können als einzige Fraktion in Munderkingen einen Sitz dazu gewinnen. Vier Mitglieder hat die Fraktion damit jetzt im Gremium.

„Wir sind sehr stolz darauf, dass wir so gut abgeschnitten haben“, sagt die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Brigitte Schmid. 20 Prozent der Stimmen zu holen, hatten sich die Grünen vor der Wahl zum Ziel gesetzt und dieses haben sie mit 20,6 Prozent genau erreicht. Das ist ein Plus von 2,2 Prozent.

Vier Grüne sitzen jetzt im Gemeinderat. Angefangen hatte Brigitte Schmid 1999 als Einzelkämpferin. Seither ist bei jeder Kommunalwahl ein grünes Fraktionsmitglied hinzugekommen. Egon Fiderer hat es am Sonntag mit 611 Stimmen erstmals in den Gemeinderat geschafft.

Auch die CDU hat Stimmen gut machen können. 50,7 Prozent haben die Christdemokraten erreicht, das ist ein Plus von 1,3 Prozent. „Das ist ein sehr gutes Ergebnis“, sagt der Stadtverbandsvorsitzende Waldemar Schalt. Dennoch hat die Fraktion einen Sitz im Gemeinderat verloren. „Freud und Leid liegen bei so einer Wahl dicht beieinander“, so der 60-Jährige. Es sei bedauerlich, dass seine Partei an Stimmen zulegen konnte und wegen des neuen Auszählverfahrens am Ende trotzdem weniger Sitze im Gemeinderat habe.

Waldemar Schalt ist Stimmenkönig

„Eine Kommunalwahl ist doch eigentlich eine Persönlichkeitswahl. Aber Kandidaten von uns sind jetzt nicht im Rat, dafür welche von anderen Listen, obwohl sie deutlich weniger Stimmen haben“, sagt Schalt, der es zum zweiten Mal ins Gremium geschafft hat und das als Stimmenkönig der Donaustadt. 1737 Stimmen vereinigt der Munderkinger auf sich. Bei seiner ersten Wahl waren es mit 753 noch knapp 1000 Stimmen weniger. „Ich war überwältigt von diesem Ergebnis, dass ich soviele Stimmen bekommen würde, damit habe ich nicht gerechnet“, so Schalt.

Kopfzerbrechen bereite dem ehemaligen Ausbildungsleiter aber die geringe Wahlbeteiligung. Nicht mal jeder zweite Munderkinger hat am Sonntag von seinem Wahlrecht für den Gemeinderat Gebrauch gemacht. „Das zeigt uns, dass wir die Bürger bei wichtigen kommunalpolitischen Entscheidungen noch besser einbinden müssen“, sagt Schalt.

Auch Munderkingens Bürgermeister Michael Lohner betrachtet die geringe Wahlbeteiligung mit Sorge. „Ich hätte mir mindestens 50 Prozent gewünscht. Aber in Munderkingen ist die Wahlbeteiligung traditionell eher gering“, so der Schultes. Gerade bei den Gemeinderäten sei dies aber schade, weil sich die Räte enorm ehrenamtlich für die Stadt engagieren.

Keine neue Frau schafft es ins Gremium

Monika Veser, Fraktionsvorsitzende der CDU, kann sich trotz des guten Abschneidens ihrer Partei nicht völlig ungetrübt über das Ergebnis freuen. „Ich finde es schade, dass die Munderkinger keine weitere Frau ins Gremium gewählt haben“, sagt die Architektin. Damit hätten die Wähler wieder eine Chance verpasst, mehr Frauen in die Kommunalpolitik zu holen.

Die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) hat einen Sitz verloren. Fünf statt bisher sechs Sitze hat die Fraktion damit jetzt inne. „Warum das so ist, können wir uns momentan noch nicht erklären“, sagt der UWG-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Pilger. Die Unabhängigen Wähler seien allerdings mit vielen Kandidaten ins Rennen gegangen, die das erste Mal auf der Liste standen. „Und dafür haben viele recht ordentliche Ergebnisse eingefahren“, sagt Pilger.

Die konstituierende Sitzung des neuen Munderkinger Gemeinderats soll am Donnerstag, 3. Juli, stattfinden, wenn das amtliche Endergebnis bis dahin feststeht. Bei dieser Situation wird das Gremium auch einen neuen stellvertretenden Bürgermeister wählen. Der bisherige Stellvertreter Anton Neher hatte sich nicht mehr zur Wahl gestellt.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen