Gemeinderatskandidaten sprechen mit Jugendlichen

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 Die Politiker im Jugendhaus.
Die Politiker im Jugendhaus. (Foto: Hog)

Vier Gemeinderatskandidaten der CDU-Liste haben die Projektgruppe „Jungwähler akquirieren“ gegründet. Marcus Leitte, Markus Merkle, Walter Mayer und Ralf Illich informierten am Donnerstag im Jugendhaus ein gutes Dutzend Jung- und Erstwähler über die anstehende Kommunalwahl. Die Kernbotschaft an die Anwesenden und alle anderen lautete: „Wichtig ist, dass Ihr am 26. Mai zur Wahl geht“.

Für die Kommunalwahl haben alle Munderkinger Bürger ab der Vollendung des 16. Lebensjahres das aktive Wahlrecht. Marcus Leitte machte in seiner Einführung deutlich, dass es in vielen Staaten keine Demokratie und keine freien Wahlen gibt. Da wir beides haben, und damit das so bleibt, so Leitte, sei es wichtig, zum Wählen zu gehen. „Im Dritten Reich hat nur einer bestimmt“, so formulierte es der engagierte Kandidat für den Gemeinderat, und ergänzte, dass 3900 Munderkinger am 26. Mai wahlberechtigt sind. „Wenn man nicht wählen geht, entscheiden andere für uns“, so seine Botschaft.

Das ist zu beachten

Dass der Gemeinderat auch über Punkte entscheidet, die junge Leute angehen, machte er anhand von Stichworten wie Jugendhaus, Musikschule, Schule, Veranstaltungen oder Ausbildungstag deutlich. Zudem stellte er dar, was bei der Gemeinderatswahl zu beachten ist. Dazu gehört, dass für Munderkingen bis zu 17 Stimmen vergeben werden können, eine kann für Algershofen abgegeben werden. Pro Kandidat können im Wege des Kumulierens bis zu drei Stimmen vergeben werden, es können auch Kandidaten von mehreren Listen gewählt werden. CDU, Grüne, Unabhängige Wähler und SPD haben je eine Liste eingereicht.

Panaschieren nennt man das Eintragen von Kandidaten anderer Listen auf der abgegebenen Liste, was ebenfalls möglich ist. Sinnvoll sei es, die Kommunalwahlunterlagen bereits zuhause auszufüllen und ins angegebene Wahllokal mitzubringen. Wer verhindert ist, kann im Wege der Briefwahl sein Wahlrecht ausüben. Ralf Illich als Jungwähler und Walter Mayer als Oberlehrer erläuterten dies anhand eines Fragen-Antwortspiels. Da kamen Feinheiten zur Sprache wie das Abgeben eines leeren Zettels, durch das alle aufgeführten Kandidaten je eine Stimme erhalten, oder dass das Streichen einer Person den anderen auf der Liste je eine Stimme einbringt. Aufgrund der Listenwahl sei es unzulässig, x-beliebige Namen einzutragen, die auf keiner der Listen stehen.

Stimmenverhältnisse

Bei der Kreistagswahl können bis zu vier Stimmen abgegeben werden, auch hier pro Person allenfalls drei, und auch hier ist das Panaschieren möglich. Erläutert wurde, dass zunächst geklärt wird, auf welche Liste insgesamt wieviele Stimmen entfallen, dass sodann anhand des Stimmenverhältnisses errechnet wird, wieviele Sitze jede Liste erhält, und dass in einem weiteren Schritt diejenigen Kandidaten auf jeder Liste ermittelt werden, die die meisten Stimmen haben.

Dass es auf diese Weise sein kann, dass einer der 48 Kandidaten in den Gemeinderat einzieht, der weniger Stimmen als ein Kandidat einer anderen Liste hat, ist denkbar. Das Verhältniswahlrecht sei jedoch sinnvoll, so Marcus Leitte, da viele Bürger keinen der Kandidaten kennen, und sich an der Partei orientieren könnten. „Das ist immer noch besser, als nur eine Liste zu haben, auf der die Anzahl der Kandidaten jene der Sitze nicht übersteigt“, so Leitte.

Markus Merkle nannte am Ende Themen, über die der Gemeinderat entscheidet, wie etwa Ausstattung der Kindergärten, Einrichtung von Spielstraßen, Nutzung und Baumaßnahmen des Schwimmbads, Erneuerung des Fahrbahnbelags, Wasser, Abwasser, Hochwasserschutz, Friedhofgestaltung, Markttage. Als Beispiele gelungener Kommunalpolitik nannte er die Umnutzung des Alten Krankenhauses und die Erhaltung der Brücke nach Algershofen. Aus der Mitte der Zuhörer wurde der Wunsch nach schnellerem Internet geäußert, und der Erhalt des sozialen Beisammenseins in der Kleinstadt.

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