Funkenfeuer in Munderkingen wird nachgeholt

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Die Verantwortlichen des Funkens an der Eissportanlage in Munderkingen.
Die Verantwortlichen des Funkens an der Eissportanlage in Munderkingen. (Foto: SZ- mapp)
Marielle Appenzeller

Sturmtief Eberhard hat der Tradition des Funkenfeuers am Sonntag einen Strich durch die Rechnung gemacht. Schon Tage zuvor waren die Ehrenamtlichen mit dem Bau des Funkens beschäftigt. Beide Veranstaltungen, sowohl am Schützenheim als auch am Vereinsheim der Eissportabteilung mussten am Ende abgesagt werden. Beide Vereine werden ihre Funken trotzdem abbrennen.

Risiko zu hoch

„Es war einfach zu windig, wir haben das Funkenfeuer um 18.30 Uhr dann abgesagt“, erklärt Ernst Fundel vom Schützenverein Munderkingen. Der Wind habe direkt in Richtung Schützenhaus geblasen. Das Risiko sei damit eindeutig zu hoch gewesen. Einen Ersatztermin zu finden sei für den Verein schwer, schon am kommenden Wochenende sei Hauptversammlung. „Das kriegen wir wohl nicht mehr hin. Die Arbeit war damit umsonst, wir werden den Funken zeitnah unter Tags anzünden“, sagt Fundel. Zwölf Leute seien gut vier Stunden damit beschäftigt gewesen, den Funken aufzubauen. „Außerdem haben wir viel Material angeliefert bekommen.“

Auch die Eissportabteilung hat im Vorfeld viel Arbeit in den Aufbau des Funkens gesteckt. Damit für sie aber nicht alles umsonst war, will die Abteilung die Tradition am Sonntag, 17. März, nachholen. Das fünfköpfige Team um Stefan Rath von der Eissportabteilung Munderkingen und des eigenen Fördervereins erbaute schon seit Donnerstagabend das Grundgerüst für den großen Berg aus Reisig und Christbäumen für das Funkenfeuer am Sonntag.

Traktor und Frontlader im Einsatz

„Man muss das wie einen Kamin aufbauen, damit immer Luft reinkommt“, so Rath. Ausgelegt mit Stroh im Inneren, kann man in den hüfthohen Schacht hineinkriechen und den Berg entzünden. Der Funkenfeuer-Berg soll von innen nach außen abbrennen, damit er in sich kontrolliert zusammenfällt. Als einzige Hilfsmittel dienten den Männern zwei kleine Traktoren mit einer Egge und einem Frontlader.

Diese ehrenamtliche Arbeit machen wir jedes Jahr gerne, auch wenn viel Zeit dahintersteckt.

Stefan Rath

Karl-Hermann (Charly) Rinker hatte dafür extra vor sieben Jahren einen Spezialumbau vorgenommen. „An den Frontlader habe ich eine verlängerte Holzgreifzange angebaut, die hydraulisch angetrieben wird“, beschrieb Rinker seine Eigenkonstruktion, die so einige schwere Arbeit abnimmt. Damit können auch größere Bäume auf den Berg ohne Anstrengung gelegt werden. Wichtig für die Männer ist auch die Holz-Hexe, die jedes Jahr im Funkenfeuer symbolisch für den Winteraustrieb verbrennt. Auf die Details komme es an, so Rath. Deshalb besitzt die Hexe auch einen eigenen Besen, der genauso wie sie selbst mithilfe eines Arbeitskorbes und des Frontladers auf einem Pfahl auf der Kuppe des Berges angebracht wird.

Schnee und Regen wärne kein Problem

Das Wetter hat den Helfern bisher noch nie einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Schnee oder Regen machen nicht viel aus, da das Wasser durch das dichte Stapeln außen abfließen kann“, sagte Rath. Der Wind sei aber eine ganz andere Hausnummer. Deshalb musste die Eissportabteilung ihr Funkenfeuer, ebenso wie der Schützenverein, kurzerhand am Sonntagabend absagen. Im Vereinsheim wurden die Gäste trotzdem empfangen, die so kurzfristig nichts mehr von der Absage mitbekommen hatten. „Ein paar Leute kamen trotzdem, es gab Kaffee und Kuchen“, sagt Brigitte Wald von der Abteilung. „Diese ehrenamtliche Arbeit machen wir jedes Jahr gerne, auch wenn viel Zeit dahintersteckt“, hatte Stefan Rath noch beim Aufbau festgestellt. Abends hatten die Vereinsmitglieder dann zumindest das Funkenfeuer im Inneren des Kamins entzündet.

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