Firmen bieten Ausbildungsplätze vor der Haustüre

Lesedauer: 4 Min

Spannend war es beim Ausbildungstag in Munderkingen.
Spannend war es beim Ausbildungstag in Munderkingen. (Foto: khb)

Sechs weiterführende Schulen, 42 Ausbildungsbetriebe und rund tausend Besucher – das sind die nackten Zahlen des 4. Regionalen Ausbildungstags, der am freitag im Munderkinger Schulzentrum über die Bühne ging.

„Der Regionale Ausbildungstag ist aber weit mehr als Zahlen“, betonte Munderkingens Bürgermeister Michael Lohner, „er hat sich in den vergangenen vier Jahren zu einer Marke entwickelt“. Der Ausbildungstag biete den Schülern als künftige Berufseinsteiger die Möglichkeit, sich auf unkomplizierte Art direkt bei den Betrieben zu informieren, sagte Lohner. „Auf der anderen Seite können Betriebe der Region ihre Ausbildungschancen vorstellen und mit Jugendlichen ins Gespräch kommen“. Als „Markt der Möglichkeiten“ bezeichnete Hellmut Hummel, Rektor der Förderschule, den Ausbildungstag. „Hier finden die Schüler regionale Perspektiven“, so Hummel. „Weil unsere Schüler beim Ausbildungstag auf Betriebe treffen, die sie kennen, traut sich jeder hinzugehen und die Firmenchefs anzusprechen“, so Jutta Braisch, Schulleiterin der Realschule. Und Andreas Lachmair, Rektor der Grund- und Werkrealschule, betonte, dass viele der Schulabgänger nach wohnortnahen Ausbildungsplätzen und weiterführenden Schulen suchen. „Da ist der Ausbildungstag ein toller Marktplatz vor Ort“, sagte Lachmair. In der Donauhalle, in der Aula der Schillerschule und im E-Bau der Weitzmannschule waren die Informationsstände aufgebaut. Und vor der Tür standen das Infomobil der Metall- und Elektroindistrie sowie der Bus des Baugewerbes.

Viele Handwerksbetriebe hatten ihre Auszubildenden mitgebracht, die den Schülern „aus dem echten Ausbildungsleben“ berichten und vor Ort die ersten Handgriffe zeigen konnten.

Mauern und hobeln

Da wurde ein Fensterbogen gemauert, Stuckputz angefertigt, genagelt und Bretter gehobelt. Von der Bundeswehr über das Finanzamt bis zum Polizeipräsidium und zur VG Munderkingen reichten die Institutionen, die beim Regionalen Ausbildungstag ihre Berufschancen vorgestellt haben. Mit an Bord waren auch die Industrie- und Handelskammer sowie die Ulmer Handwerkskammer. „Eine fundierte Ausbildung im Dualen System bietet tolle Karrierechancen. Ein Studium ist nicht das allein selig machende“, sagte Silvia Geppert, bei der IHK zuständig für die Berufsorientierung Jugendlicher. Gute Beratung der Schulabgänger und ihrer Eltern sei wichtig, um die Kompetenzen und Neigungen der Jugendlichen zu erkennen, sagte Martin Maier von der Handwerkskammer. „Dazu bietet die Handwerkskammer die passgenaue Vermittlung zwischen Betrieb und Bewerber.“ „Wir sind enge Partner des Dualen Systems“, sagte Werner Glocker, Leiter der Gewerblichen Schulen in Ehingen.

Eine Einheit

Weiterführende Schule und Studium seien keine Konkurrenz zur Berufsausbildung in Handwerk und Industrie, sondern eine Einheit, die Jugendlichen, je nach Veranlagung, gute Berufschancen bieten, so Glocker. „Und das Duale System ist durchlässig nach oben“, sagte Geppert und Maier ergänzte: „Die berufliche Ausbildung ist keine Sackgasse, sondern bietet tolle Chancen, samt jeweiligem Zwischenabschluss.“ „Beim Regionalen Ausbildungstag ist die Hemmschwelle der Jugendlichen, einen Betrieb direkt anzusprechen, gering“, sagte Hauptorganisator Waldemar Schalt. Und auf die Frage, ob es 2016 den 5. Regionalen Ausbildungstag geben werde, antworte er: „Auf jeden Fall.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen