Europäische Kicker-Elite gibt sich die Ehre

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Der VfB Stuttgart tritt als Titelverteidiger wieder in Munderkingen an.
Der VfB Stuttgart tritt als Titelverteidiger wieder in Munderkingen an. (Foto: SZ-Archiv Manfred Scherwinski)
Hans Aierstok

Schon länger laufen die Vorbereitungen für den Vereins-Service-Cup in Munderkingen. Am kommenden Samstag und Sonntag, 12./13. Januar, findet die internationale Großveranstaltung wieder in der Sporthalle statt. Es ist ein Event, das im Januar 1998 seinen Anfang nahm und Jahr für Jahr auf großes Interesse der Fußballfreunde weit über die Region hinaus in Anspruch nimmt.

Im Feld der insgesamt 35 U13-Mannschaften sind erstmals , Odense BK (Dänemark), Football Club de Metz (Frankreich) und Atalanta Bergamo (Italien). Slask Wroclaw (Polen) hat kurzfristig abgesagt, Organisator Felix Schelkle ist fieberhaft auf der Suche nach einem Ersatz.

Zahlreiche Vereine aus der Region haben wieder Patenschaften übernommen und fühlen sich jeweils für eine ausländische Mannschaft verantwortlich. „Ohne diese Hilfe befreundeter Vereine wäre die Organisation eines so großen internationalen Turniers in Munderkingen nicht möglich“, sagt Organisator Felix Schelkle.

Am Beginn im Jahre 1998 wurden in der ganzen Bundesrepublik nur fünf U13-Turniere im ganzen Jahr angeboten, heute sind es fünf pro Wochenende. Dass sich Munderkingen gegen diese große und wachsende Konkurrenz behaupten kann, beweist die Beliebtheit des Turniers und auch die Popularität des Veranstalters: „Heuer haben zwei Vereine der Englischen Premier League angerufen und sich für eine Teilnahme interessiert“, sagt Felix Schelkle. Doch die finanziellen Mittel sind beschränkt. „Ich habe mich heuer drei Wochen um Sponsoren bemüht und 25 weitere Zusagen bekommen“, so Schelkle. Im Gespräch erinnert sich Felix Schelkle noch genau an den Beginn dieser erfolgreichen Serie. Er war 1998 Trainer der Munderkinger D-Jugend und wollte für seine Jungs ein Turnier ins Leben rufen.

In diesem Team waren so bekannte Jugendspieler wie Mario Sopic, Uwe Illich, Markus Landner und sein Sohn Simon Schelkle. Bei einem E-Jugendturnier in Munderkingen kam er mit VfB-Trainer Lothar Buckenberger ins Gespräch. Der Spring-Cup wurde damals schon fünf Jahre veranstaltet. Mit Buckenberger war sich Schelkle einig, etwas „Gscheites“ auf die Beine zu stellen. Durch die Teilnahme an einem Turnier in Mailand machte der VfB-Jugendtrainer das Vorhaben in Italien publik und hatte Kontakt mit Claudio Tesolati von der Fußballschule des AC Florenz. Bei einem Göge-Turnier war United Petersborough dabei und die Englisch-Kenntnisse von Wendelin Hudjera öffneten auch einem Verein des Fußball-Mutterlands die Türe.

„Diese Kontakte waren die Aufhänger“, so Felix Schelkle. Hinzu kamen SC Freiburg (mit Jugendkoordinator Christian Streich), der FC Augsburg, Stuttgarter Kickers, SSV Ulm, FC Tirol, FC Zürich, Nationalmannschaft Liechtenstein, FC Kaiserslautern, um nur einige zu nennen. Die Nachbarvereine füllten das Kontingent damals zunächst 25 Teilnehmer auf. Der SSV Ulm wurde erster Cup-Sieger.

Felix Schelkle freut sich, dass er mit seinem Turnier ein positives Zeichen für die Integration in Europa setzen kann. „Wir kommen näher ran als die Politiker, die Kinder muss man zusammenführen“. Im Laufe der über zwei Jahrzehnte war der VS-Cup in Munderkingen in späteren Jahren für zahlreiche bekannte Namen ein Sprungbrett für die Bundesliga oder auch in die Nationalmannschaft.

Ein Highlight ist heuer, dass erstmals in der Sporthalle auf Kunstrasen gespielt wird. Das Turnier beginnt am Samstag um 8 Uhr. Ein Spiel dauert neun Minuten.

Seit Mittwoch wird die Sporthalle hergerichtet. Franz Illich ist schon länger daran, die Fahnen und Werbe-Transparente herzurichten. Überhaupt fühlen sich wieder viele zur Mithilfe verpflichtet. Simon Schelkle hat eine imposante Broschüre hergestellt, die dem Ereignis gerecht wird.

Fast alle ausländischen Mannschaften reisen am Freitag an. Die jungen Fußballer werden in den Gastfamilien untergebracht und den Trainern wird ein Trainer-Essen geboten. Am Samstagabend gibt es für Trainer und Betreuer ein Buffet in der Donauhalle und anschließend ein Beisammensein im Sportheim.

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