Erste Elektrotankstelle eröffnet in Munderkingen

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Die Geschäftsführer der Erdgas Südwest GmbH, Ralf Peter Biehl (r.) und Hans-Joachim Seigel (l.) mit der OEW-Geschäftsführerin Ba
Die Geschäftsführer der Erdgas Südwest GmbH, Ralf Peter Biehl (r.) und Hans-Joachim Seigel (l.) mit der OEW-Geschäftsführerin Barbara Endriss und Munderkingens Bürgermeister Michael Lohner. (Foto: Sz- eis)

Munderkingen hat nun eine Elektrotankstelle. Die Erdgas Südwest hat am Dienstagabend die Ladesäule auf dem Firmengelände offiziell eingeweiht, diese wird mit Ökostrom betrieben. Nachdem es in der Stadt bereits mehrere Ladestationen für E-Bikes gibt, können nun auch E-Autos aufgeladen werden. Im Herbst soll sogar noch eine weitere Ladesäule in der Stadt errichtet werden.

„Das Angebot schafft die Nachfrage“, sagte Munderkingens Bürgermeister Michael Lohner am Dienstag bei der Einweihung der Ladesäule. Diese bietet neben der Ladefunktion auch die Möglichkeit, einen Notruf abzusetzen oder einen W-Lan-Hotspot zu nutzen. Noch sei die Anzahl der Elektrofahrzeuge in der Region begrenzt, aber wenn sich die Infrastruktur verbessere, würden auch die E-Autos stärker nachgefragt, ist sich Lohner sicher. Die Erdgas Südwest gehe mit dem neuen Angebot in der Stadt jetzt sozusagen in Vorleistung, das werde sich später auszahlen. Das Unternehmen habe am Standort immer schon über den Tellerrand hinausgeschaut. „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“, zitierte Lohner den Schriftsteller Erich Kästner. Sechs Ladestationen für E-Bikes gebe es in Munderkingen. „Und diese werden gut angenommen“, so der Bürgermeister.

Weitere E-Tankstelle kommt im Herbst

Auch sonst laufe in der Stadt einiges in Sachen Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien. Bereits seit 2010 werde zusammen mit der Erdgas Südwest das Blockheizkraftwerk des Schulzentrums betrieben. Es gibt in der Stadt zwei Wasserkraftwerke, 206 Solaranlagen und sechs Kraft-Wärme-Kopplungen. „Damit wird das Anderthalbfache des Verbrauchs in den Privathaushalten der Stadt erzeugt“, erklärte Michael Lohner. Noch in diesem Jahr wollen die Oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW) sogar eine weitere Elektrotankstelle im Süden der Stadt aufstellen, kündigte er an.

Auf dem Firmengelände der Erdgas Südwest in der Brunnenbergstraße gibt es jetzt neben der Smight-Ladestation mit zwei Parkplätzen für öffentliches Tanken jetzt auch eine sogenannte Wallbox zum Aufladen von Elektrofahrzeugen für Kunden, Besucher, Fuhrpark und Mitarbeiter des Unternehmen sowie einen Ladeschrank für E-Bikes. Der Strom für die Ladestation ist 100 Prozent Ökostrom. Die Smight-Ladesäule erreicht eine Leistung von bis zu 22 Kilowatt. Bei E-Autos mit einer großen Reichweite bedeutet das eine Ladezeit von mindestens acht Stunden für eine vollständige Ladung.

Dichtes Ladenetz

OEW-Geschäftsführerin Barbara Endriss berichtete, dass die Ladesäule in Munderkingen Teil des sogenannten Safe-Projektes des Ministeriums für Verkehr unter Federführung der EnBW ist. Dieses soll in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partner ermöglichen, dass schon ab dem kommenden Frühjahr in Baden-Württemberg innerhalb eines Rasters von zehn auf zehn Kilometer eine Ladesäule zu finden ist. Die OEW selbst will im Verbandsgebiet künftig alle 50 Kilometer eine E-Tankstelle betreiben. Bis zum Ende des Jahres werden deshalb 54 Säulen aufgestellt – eben auch eine weitere in Munderkingen.

Das Ziel müsse ein so dichtes Netz an Ladestationen sein, dass die Angst der Verbraucher, liegen zu bleiben, verschwindet, sagte Gunter Jenne, Vertriebsleiter der Erdgas Südwest. „Nur so wird die Akzeptanz für E-Autos künftig steigen“, fügte er hinzu. Ein dichtes E-Tankstellennetz sei ein wichtiger Faktor für das Gelingen der Energiewende im Verkehrssektor.

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