Ein Dutzend Feuerwehren feiern gemeinsame Messe

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Gemeinsam haben die Feuerwehrleute in Reutlingendorf um Beistand bei den Einsätzen gebeten.
Gemeinsam haben die Feuerwehrleute in Reutlingendorf um Beistand bei den Einsätzen gebeten. (Foto: SZ- HOG)
Friedrich Hog

Rund 120 Feuerwehrmänner von einem Dutzend Feuerwehren aus der Verwaltungsgemeinschaft Munderkingen haben sich am Samstag am Reutlingendorfer Feuerwehrhaus getroffen. Kommandant Frank Ried konnte zudem den Fanfarenzug aus Obermarchtal mit rund 50 Mann begrüßen. Angeführt von den spielenden Fanfaren zogen die Feuerwehrmänner vom Feuerwehrhaus zur Kirche St. Sixtus, um gemeinsam die Floriansmesse zu feiern.

Dieses Jahr war Reutlingendorf Austragungsort der Messe zu Ehren des Heiligen Florian, dem Schutzpatron der Feuerwehr. Gefeiert wurde diese von Pfarrer Gianfranco Loi, dem Diakon der Verwaltungsgemeinschaft Max Hantke sowie den Obermarchtaler Diakonen Johannes Hänn und Martin Saur. An der Orgel und im Sologesang zu hören war Josef Schaller auf der Empore, umgeben von vielen Mitgliedern des Fanfarenzugs. „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ hieß das Eröffnungslied. Einige Feuerwehrmänner brachten die Lesung aus der Offenbarung des Johannes und die Fürbitten. Diese galten den Feuerwehrleuten und allen Menschen, die in der Welt von Konflikten betroffen sind. Mit den Worten „zeige uns allen, wie wichtig der Dienst am Nächsten ist“, beendete Diakon Hänn die Fürbitten.

Attacken auf Einsätzkräfte

Zuvor ging der aktive Rechtensteiner Feuerwehrmann Hänn in seiner Predigt auf Attacken auf Einsatzkräfte ein, zu denen neben der Feuerwehr auch Rettungshelfer, Notärzte und Polizisten gehören. Fast alle von ihnen seien im Dienst bereits angepöbelt worden, ein Viertel habe körperliche Gewalt erfahren. Dabei hätten die Einsatzkräfte eine ähnliche Mission wie die Apostel Jesu, den Menschen Heil zu bringen. „Retten, Löschen, Bergen, Schützen“ laute das Motto der Feuerwehr, so Hänn, der Wegsehen bei Ungerechtigkeiten ebenso verurteilte wie Sensationslust und Gaffen bei Unfällen. Die Hemmschwelle scheine zu sinken, so der Diakon.

Über die Perikope aus dem Johannesevangelium von Jesus und der Ehebrecherin gelangte er zur Forderung, Menschen nicht abzuwerten, sondern den Anderen so zu akzeptieren, wie er ist. Damit machte er Jesus als begabten Konfliktmanager zum Vorbild für sich und seine Kameraden. Jesus, der die Ankläger zur Selbstreflexion aufruft, „wer von Euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie“ und verlangt, „liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“. Jesus, der für eine entspannte Haltung, inneren Frieden, das Gefühl der Gelassenheit steht, und Sicherheit bringt. „Auch wenn ich Euch keinen Crashkurs in Gewaltmanagement geben kann, lasst euch von Jesus inspirieren“, das gab Diakon und Feuerwehrmann Johannes Hänn seinen Kameraden mit auf den Weg.

Zur Gabenbereitung erklang das Florianslied, das Schlusslied war das Bussenlied. Kommandant Ried sagte in seiner Ansprache: „Wir sprechen ihn mal selber an, den heiligen St. Florian. Bewahre uns vor Trockenheit, beim Brand, beim Bier, zu jeder Zeit.“ So gingen die Feuerwehrkameraden im Geiste Jesu und mit ihrem Schutzheiligen St. Florian im Anschluss an die Messe gestärkt ins Musikerheim zum gemütlichen Beisammensein.

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