DRK Munderkingen weiht neues Fahrzeug ein

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Im Rettungswagen sprechen Ronja Kemmer (von links), Michael Benkendorf, Paul Burger, Ralf Lindner, Karl Hauler und Marius Thies
Im Rettungswagen sprechen Ronja Kemmer (von links), Michael Benkendorf, Paul Burger, Ralf Lindner, Karl Hauler und Marius Thies über die vorhandenen Ausstattung im neuen Fahrzeug. (Foto: Hog)
Friedrich Hog

Feierlich eingeweiht und von Diakon Bruno Schmid und dem evangelischen Pfarrer Michael Hain gesegnet wurde am Samstag im Alten Schulhof das neue Sanitätsfahrzeug des DRK-Ortsvereins Munderkingen. Unter den Festrednern war auch die Bundestagsabgeordnete Ronja Kemmer.

Das bisherige Fahrzeug des Ortsvereins Munderkingen, ein 25 Jahre alter Krankentransportwagen, ist in die Jahre gekommen und musste ersetzt werden. Da das Land Baden-Württemberg kein Nachfolgefahrzeug zur Verfügung gestellt hat, entschied sich der Ortsverein für die Anschaffung auf eigene Kosten. Damit sichert der Verein eine zuverlässige und ortsnahe nachhaltige Sanitätsversorgung in den Gemeinden Emerkingen, Hausen am Bussen, Munderkingen, Rottenacker, Untermarchtal und Unterwachingen.

Zur feierlichen Einweihung des neuen Fahrzeugs begrüßte der Emerkinger Bürgermeister Paul Burger in seiner Funktion als Ortsvereinsvorsitzender des DRK Munderkingen auf dem Alten Schulhof zahlreiche Gäste, darunter Jürgen Fiderer als Vertreter der Geschäftsstelle des DRK-Kreisverbands, Rettungsdienstleiter Ludwig Merkle und den Ehinger Wachenleiter Thorsten Trapp als Vertreter der DRK-Rettungsdienst Heidenheim-Ulm gGmbH, EE3 Zugführer Andreas Gumper, Dorothea Heilig als Vertreterin der Kreisbereitschaftsleitung sowie die Vorsitzenden und Kameraden der Nachbarschafts-Ortsvereine und die Kommandanten und Mitglieder der Feuerwehren.

Rückblick auf die Geschichte

Burger ging auf die Geschichte des Ortsvereins ein, zu der die Gründungsversammlung im Oktober 1975, die Renovierung des jetzigen DRK-Heims im Alten Schulhof im Jahr 1994 und die Stationierung des Krankentransportwagens im Jahr 2011 gehören. Nachdem sich herausgestellt hat, dass das Land kein Nachfolgefahrzeug zur Verfügung stellen würde, habe der Verein besonders sparsam gewirtschaftet, um selbst die Anschaffung zu stemmen. „Diesen Tag einen Meilenstein zu nennen ist sicherlich nicht zu hoch gegriffen“, sagte Burger, und verstand das neue Fahrzeug und die damit verbundene Motivierung auch als Maßnahme gegen die aktuellen Nachwuchssorgen. Allen Spendern dankte er für die Zuwendungen.

Die Bundestagsabgeordnete Ronja Kemmer als Präsidentin des DRK- Kreisverbandes Ulm würdigte die Mitglieder, die alle an einem Strang ziehen, um für ihre Mitmenschen einzutreten. Damit ermöglichten sie Fasnetsumzüge oder Sommerfeste. Das neue Fahrzeug käme insbesondere den Menschen vor Ort zugute. „Der Ortsverein ist gut aufgestellt. Das Ehrenamt ist in Zeiten der Digitalisierung und Globalisierung ein entscheidender Beitrag für die Identifikation und für Heimat“, so Kemmer.

Für den sich mit dem Munderkinger Gemeinderat in Klausurtagung befindlichen Bürgermeister Michael Lohner sprach der Rottenacker Bürgermeister Karl Hauler. Er wies darauf hin, dass es zunehmend schwieriger werde, ehrenamtliches Engagement einzufordern, und dass durch die Neuanschaffung die Moral im Ortsverein gestärkt werde. Hauler übergab im Namen der sechs Gemeinden, aus deren Einwohnern sich der Ortsverein zusammensetzt, einen Umschlag mit einer Zuwendung von 2000 Euro. Zunftmeister Ralf Lindner bedankte sich für die Präsenz des DRK bei Fasnetsveranstaltungen mit einer Zuwendung von 750 Euro.

Diakon Bruno Schmid, Vorgänger von Paul Burger als Ortsvereinsvorsitzender, segnete das neue Fahrzeug, Pfarrer Michael Hain die Menschen, die das Fahrzeug benutzen werden. „Lobe den Herren“ wurde gesungen, die Lesung aus dem Evangelium nach Lukas handelte vom barmherzigen Samariter.

Bereitschaftsleiter Michael Benkendorf und Stellvertreter Marius Thies stellten das neue Fahrzeug vor, einen zehn Jahre alten Sprinter mit WAS-Aufbau, der einem Rettungswagen entspricht, nur keine Medikamente enthält. „Ein Quantensprung gegenüber dem bisherigen Fahrzeug“, sagte Benkendorf. Für 35 000 Euro habe man das 4,6 Tonnen schwere Fahrzeug aus Bayern erworben, das neu über 150 000 Euro koste und 150 PS habe. Der Rettungswagen werde im Alten Bauhofsgebäude untergebracht und diene als Sanitätsdienstfahrzeug. Sofern dem Ortsverein genügend Rettungssanitäter angehörten, könne das Fahrzeug später zusätzlich als Hintergrundrettungswagen ausgewiesen werden. Für den Unterhalt sei der Ortsverein zuständig, der insoweit auf Spenden angewiesen sei.

Musikalisch umrahmt wurde der Abend vom Bläserensemble der Musikschule Raum Munderkingen.

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