Das sind die Pläne für den neuen Bewegungsparcours

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Hier soll der Bewegungsparcours starten.
Hier soll der Bewegungsparcours starten. (Foto: SZ- khb)
Schwäbische Zeitung

Um die Planung für den Munderkinger Stadtwald, den künftigen Bewegungsparcours an der Donau und die Verwertung von Klärschlamm ging es am Mittwochabend in der Sitzung des Munderkinger Gemeinderats.

Auf Initiative der Munderkinger Jahrgänger 1967/68 und in Kooperation mit dem VfL Munderkingen sowie der Förderschule soll ein „Bewegungsparcours“ entstehen. Zwischen dem Musikerheim und dem Donaualtarm soll künftig an sieben Stationen „Outdoor-Fitness“ möglich sein. An den einzelnen Stationen sollen vier neue Geräte aufgestellt und die „vorhandenen Möglichkeiten“ genutzt werden.

Am Mittwoch hat Susanne Ratzer den Räten den Bewegungsparcours vorgestellt. Nach einer Infotafel am sogenannten „Steinkreis“ hinter dem Musikerheim sollen entlang der Donau ein Skitrainer, ein „Spaziergänger“, ein Hüfttrainer und ein Barren aufgestellt werden. „Alle aus verzinktem und pulverbeschichtetem Metall“, so Ratzer. Außerdem soll beim Eiskeglerheim ein Hüpfspiel aufgemalt werden.

Kosten für neue Geräte bei rund 4500 Euro

Weitere Sportmöglichkeiten, so die Initiatoren, bieten die Geländer an der Hägewiese und beim Eiskeglerheim sowie die vorhandenen Steinquader und Sitzbänke. Die Kosten der neuen Geräte in Höhe von rund 4500 Euro übernehmen die Jahrgänger, die die Geräte in Zusammenarbeit mit der Förderschule und dem VfL auch aufbauen.

Die Natur kann das Fitnessstudio ersetzen. Das ist eine tolle Idee. 

Erich Pöschl, Gemeinderat 

Die Pflege des Bewegungsparcours übernehmen die Fußballer des VfL. Und für die Kosten der Sicherheitsüberprüfung, rund 100 Euro pro Jahr, kommt die Stadt auf. „Die Natur kann das Fitnessstudio ersetzen. Das ist eine tolle Idee“, sagte Gemeinderat Erich Pöschl. So sahen das seine Ratskollegen auch und stimmten dem Bewegungsparcours einstimmig zu. Brigitte Schmid schlug vor: „Wenn der Parcours fertig ist, probieren wir ihn im Gemeinderat gemeinsam aus“.

Munderkingen will Steinhäule beitreten

Der „Abwasserzweckverband Raum Munderkingen“ will dem „Zweckverband Klärschlammverwertung Steinhäule“ beitreten. Damit war der Munderkinger Gemeinderat am Mittwoch einverstanden. Bürgermeister Michael Lohner erklärte, dass der anfallende Klärschlamm bereits jetzt über den „Zweckverband Steinhäule“ entsorgt werde. Der hiesige Abwasserverband, so Lohner, könne sich die dazu nötigen Anlagen gar nicht leisten.

Während der Klärschlammverwertung werde dem Schlamm das Phosphat entzogen und gehe in die Düngewirtschaft, der Rest werde als Sondermüll entsorgt. Mit der Mitgliedschaft im Zweckverband Steinhäule sei die Klärschlammentsorgung für die Zukunft gesichert, betonte Lohner.

Forsteinrichtungsplan alle zehn Jahre

Thomas Herrmann, Leiter des Fachdienstes „Forst“ beim Alb-Donau-Landratsamt erklärte den Räten, dass alle zehn Jahre ein sogenannter „Forsteinrichtungsplan“ aufgestellt werden muss. „Und das bereits seit 1884“, sagte Herrmann. „Dieser Plan gibt die grobe Richtung vor. Kurzfristig ist im Wald eben nicht viel machbar“, ergänzte Bürgermeister Michael Lohner. Als Naturnähe, die Vielfalt der Baumarten, ein stabiler Baumbestand und ein positiver Deckungsbeitrag sind die Ziele für den Munderkinger Stadtwald in den kommenden zehn Jahren.

Auf der Munderkinger Waldfläche von 80,6 Hektar wachsen zu 73 Prozent Nadelbäume, die meisten sind Fichten, und zu 27 Prozent Laubbäume, wie Buche, Eiche, Ahorn oder Esche. „Auf 30 Prozent der Munderkinger Fläche stehen Bäume die älter als 60 Jahre sind und von unten wachsen zu 49 Prozent Fichten nach“, erklärte Herrmann.

In den vergangenen zehn Jahren sei geplant gewesen rund 7500 Festmeter Holz zu schlagen, durch „Sturm und Käfer“ sei der Holzschlag auf 9545 Festmeter angestiegen, so der Fachmann. „Der Holzverkauf brachte mit einem jährlichen Überschuss von 32 000 Euro, also 463 Euro pro Hektar, ein sehr gutes Ergebnis ein“. Der Munderkinger Stadtwald habe mit 24.095 Kubikmeter einen hohen Holzvorrat, betonte Herrmann „und der Zustand des Bestände ist gut“.

Für die kommenden zehn Jahre schlug der Forstexperte den Gemeinderäten einen Holzeinschlag von 6947 Festmeter vor. „Damit liegt der Hiebsatz unter dem Zuwachs“, sagte Herrmann. Auf 3,8 Hektar ist die Neupflanzung von Douglasien und Tannen geplant. „Um die Mischung zu erhöhen“, erklärte Herrmann. Einstimmig verabschiedete der Gemeinderat am Mittwoch die „Zehn-Jahres-Planung“ für den Stadtwald.

Wann ist Wörtinsel wieder begehbar?

Auf die Frage des Gemeinderats Harald Ertle, wann die Wörtinsel wieder begehbar sei, antwortete Roland Kuch vom VG-Bauamt: „Die Brücke ist wieder in ihrer Ausgangslage und liegt momentan auf Holzlagern. Für die weiteren Arbeiten ist großes Gerät nötig. Für dessen Anfahrt wird in den kommenden Tagen eine Furt in der Nähe der Dom-Mühle angelegt“. Über diese Furt, so Kuch, können auch die Nutzer der Insel, also Hobbygärtner oder Kanuten, zu Fuß wieder auf die Wörthinsel gelangen. Wolfgang Pilger brachte vor, dass sich Anwohner der Michel-Buck-Straße über vermehrten LKW-Verkehr und Raser beklagen, seit hier nur noch einseitig geparkt werden dürfe. Die Stadtverwaltung kündigte an, dass hier demnächst Geschwindigkeitskontrollen gemacht werden.

Vor der Sitzung des Gemeinderats tagte der Technische Ausschuss der Stadt. Hier ging es um den Bau eines Wohnhauses im „Weiheräcker“. Die Ausschussmitglieder stimmten dem Bauvorhaben zu und genehmigten, dass die im Bebauungsplan vorgegebene Erdgeschosshöhe sowie die erlaubte Traufhöhe überschritten werden darf.

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