Darum ist ein Benefizkonzert für St. Anna geplant

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Bruno Schmid (links) und Denis Lamsfuß freuen sich auf das Benefizkonzert in der Martinskapelle.
Bruno Schmid (links) und Denis Lamsfuß freuen sich auf das Benefizkonzert in der Martinskapelle. (Foto: Hog)
Friedrich Hog

Wenn es am Sonntag, 13. Oktober, in der Martinskapelle „Musik und Mohnisch“ heißt, dürfen sich die Besucher auf eine kurzweilige Lesung spannender, heiterer, aber auch schauriger Geschichten freuen, garniert mit Musik aus der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs. Bruno Schmid und ein akustisches Quartett entführen in die Zeit der Besetzung durch die Schweden. Der Benefizabend kommt Aktivitäten im Seniorenzentrum St. Anna zugute, die ansonsten nicht finanziert werden könnten.

Lebensfreude, Lebensqualität und Würde stehen im Seniorenzentrum St. Anna an oberster Stelle. Der Stifterfonds St. Anna und die Keppler-Stiftung in Munderkingen setzen mit dem Benefizabend an, diese Werte für alle Bürger Munderkingens und der Umgebung zu beleben. Einrichtungsleiter Denis Lamsfuß möchte Menschen aktivieren und einladen, ihre Zeit ehrenamtlich einzubringen, und berichtet, dass der Stifterfonds vor zwei Jahren gegründet wurde, ähnlich eines Fördervereins für das Seniorenzentrum St. Anna.

Ziel ist es, die genannten Werte in St. Anna, in Munderkingen und in der Umgebung zu fördern. Hierzu gibt es am 13. Oktober zum zweiten Mal einen jährlich stattfindenden Benefizabend.

Kapelle als adäquater Ort

Bruno Schmid, Gründungsmitglied des Stifterfonds und Mitglied im Ehrenamtsbeirat von St. Anna, hatte die Idee zum angekündigten Abend mit Musik und Literatur. Ihm kam als adäquater Ort sofort die Martinskapelle in den Sinn sowie der Titel „Musik und Mohnisch“.

Das erläutert er so: „Es gibt in Munderkingen die Redensart vom Mohnisch, also die Geschichte stammt vom Mohn, von Anton Mohn genauer gesagt. Anton Mohn wurde 1857 in Munderkingen geboren, als Sohn einer geachteten und angesehenen Familie. Er war Lehrer in Moosbeuren und später für 20 Jahre in Oberstadion und starb 53-jährig. Von seiner großen Beerdigung kann man im Donauboten von damals nachlesen“.

Ernstes aus der schrecklichen Zeit des Dreißigjährigen Kriegs garniert Bruno Schmid mit Heiterem, wenn er Geschichten von Mohn vorträgt, die im Raum Munderkingen/Biberach spielen und einst für den Donauboten und das Katholische Sonntagsblatt geschrieben wurden. Im Büchlein „Zwischen Biberach und Munderkingen“ sind die Beiträge zusammengetragen.

Lesung aus dem Buch Anton Mohns

„Ich lese aus dem Buch von Anton Mohn, beginnend im Jahr 1638 mit Konrad Frey in der Gaststätte Paradies in Munderkingen, direkt neben der Martinskapelle“, freut sich Schmid, der vier zehnminütige Leseblöcke geplant hat, die jeweils durch altertümliche Musik aus der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs aufgelockert werden. „Die Schweden wüteten hier, Frey stellte sich ihnen entgegen. Die Schweden haben ihn festgesetzt, ein Müller hat ihn befreit. Am Ende kehrt er nach der erfolgreichen Belagerung Biberachs durch die Schweden mit einem Schutzbrief der Besatzer zurück nach Munderkingen.“

Ein neu gegründetes Quartett um Lorenz Lessmeister von der Band „Second Hand“ zaubert mit Gesang, Gitarre, Akkordeon, Dudelsack, Querflöte und Klarinette den Klang jener Zeit in die Martinskapelle, wo am Sonntag, 13. Oktober, bei freiem Eintritt um 16 Uhr Beginn ist. Eingehende Spenden kommen den Bewohnern von St. Anna zugute.

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