Bahn-Areal wird versteigert – Brunnenfest soll wieder stattfinden

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Die Außenansicht des Munderkinger Bahnhofs
Das Areal rund um den Bahnhof kommt unter den Hammer. (Foto: SZ- khb)
khb

Das 8070 Quadratmeter große Areal der Deutschen Bahn rund um den Munderkinger Bahnhof soll durch eine Immobilien-Auktion versteigert werden. „Das ist eine wichtige öffentliche Fläche, die in die öffentliche Hand gehört“, sagte Bürgermeister Michael Lohner während der Gemeinderatssitzung am Donnerstag.

Weil der Ausgang der Versteigerung aber nicht anzusehen ist, haben die Räte einstimmig die Aufstellung des Bebauungsplans „Donautalbahn“ beschlossen. „Damit haben wir die künftige Entwicklung in der Hand“, betonte Lohner.

Roland Kuch vom VG-Bauamt erklärte, dass der Flächennutzungsplan an dieser Stelle sogenannte „Gemeindebedarfsflächen“ vorsehe und das Baugesetzbuch wegen der innerstädtischen Lage des Areals ein beschleunigtes Verfahren zur Durchführung des Bebauungsplans ermögliche.

Damit kann keiner was machen, was die Stadt nicht will

Roland Kuch vom VG-Bauamt

Außerdem legte der Gemeinderat für das Bahn-Areal eine sogenannte Veränderungssperre fest. Die gilt zunächst zwei Jahre und bestimmt, dass während der Planungszeit des Bebauungsplan keine Vorhaben genehmigt werden, die den künftigen Festsetzungen des Plans widersprechen könnten. „Damit kann keiner was machen, was die Stadt nicht will“, erklärte Kuch und der Bürgermeister ergänzte: „Jetzt können wir das Gebiet allmählich entwickeln“. Das Munderkinger Bahn-Areal sei eine „Zukunftsfläche, die wir nicht aus der Hand geben dürfen“, sagte der Bürgermeister.

Brunnenfest soll wieder stattfinden

Nachdem das Brunnenfest im vergangenen Jahr ausgefallen ist, soll es heuer „mit einem neuen Gesicht“ wieder stattfinden. Am Donnerstag erklärte Rolf Braun, der im vergangenen Jahr die Organisation des Munderkinger Traditionsfests übernommen hatte den Räten, wie das Brunnenfest „durch Neuerungen mehr Leben bekommen soll“.

Nachdem 1995 noch 38 Vereine am Start waren, wird das Brunnenfest 2019 von nur noch neun Vereinen organisiert. „Und die haben sich alle ein bestimmtes Motto gegeben“, sagte Braun. So wird die Schützengilde einen Schützengarten mit Jägerzaun, statt des bisherigen Zelts, aufbauen, die Stadtkapelle wird in den „Musikantenstadl“ einladen und die Narrenzunft lässt die Stadtwirtschaft aufleben. „Zudem werden wir ein großes Kinderland mit den verschiedensten Spaß- und Spielaktionen anbieten“, betonte Braun.

„Mit der Bergbrauerei wird nur noch eine Brauerei ihre Biere zum Brunnenfest liefern und um die teuren Zeltmieten zu sparen werden die Holzhütten der Stadt aufgebaut“. Zur Eröffnung am Samstag wird es keinen „Einmarsch der Vereine“ mehr geben. Stattdessen werden die Mittlere Katastrophenkapelle MKK, der Spielmannszug der Feuerwehr und der Musikverein Oggelsbeuren um 16 Uhr zum Fassanstich auf dem Marktplatz aufspielen.

Danach unterhalten die Musiker aus Oggelsbeuren bis später die „Bigband der Stadt Ravensburg“ die Brunnenfest-Bühne übernimmt. „Außerdem wird ein Musik-Trio an den Ständen und in der Stadt unterwegs sein“, erklärte Braun.

Wir haben den Beitrag der Vereine zum Brunnenfest zwar bereits von 200 auf 300 Euro erhöht, aber bei nur noch neun teilnehmenden Vereinen fehlt Geld zur Finanzierung der Musik

Rolf Braun, Organisator

Den musikalischen Teil am Sonntag werden die Alten Kameraden der Stadtkapelle und die Stehbachmusikanten übernehmen. „Wir haben den Beitrag der Vereine zum Brunnenfest zwar bereits von 200 auf 300 Euro erhöht, aber bei nur noch neun teilnehmenden Vereinen fehlt Geld zur Finanzierung der Musik“, sagte Braun. „Es ist gut, dass es das Brunnenfest wieder gibt und dass versucht wird es mal anders aufzuziehen“, sagte Gemeinderat Wolfgang Pilger, „das muss die Stadt unterstützen“.

Der Beitrag der Stadt zum Brunnenfest solle aber als „Anschubfinanzierung“ gesehen werden, ergänzte Bernd Schumann. „Irgendwann sollte sich das Brunnenfest aber selber tragen“. „Wenn wir einen neuen Anlauf wollen, müssen wir auch was investieren“, betonet Rosa Nisch. Einstimmig beschloss der Gemeinderat die Organisation des Brunnenfests mit 2500 Euro zu unterstützen.

Arbeiten für Feuerwehrhaus-Sanierung vergeben

Zur Sanierung und Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses hat der Gemeinderat am Donnerstag die notwendigen Arbeiten für den ersten Bauabschnitt vergeben. Zur Sanierung des Daches lagen dem Gremium vier Angebote vor. Günstigste Bieterin war die Firma Betz Holzbau aus Ehingen-Berg, die die Arbeiten zum Preis von 44.397,83 Euro übernehmen wird. Das teuerste Angebot hätte mehr als 57.000 Euro gekostet. Die Sektionaltore wird die Firma Pernes aus Berghülen liefern und einbauen. Ihr Angebot liegt bei 47.357,24 Euro. Im teuersten Fall wären hier 55.300 Euro angefallen.

Für 38.359,23 Euro wird die Munderkinger Firma Veser die Glaserarbeiten ausführen. Das teuerste der vier vorliegenden Angebote hätte rund 40500 Euro gekostet. Außerdem wird die Munderkinger Firma Diehr „kleinere Maler- und Gipserarbeiten“ ausführen. „Dafür werden wohl rund 5000 Euro anfallen“, sagte Architekt Ralf Selg und betonte: „Die Ausschreibung hat Preise gebracht, die mit insgesamt rund 20.000 Euro deutlich günstiger sind, als wir mit den Kostenschätzungen erwartet haben“.

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