Wasser ist der größte Feind der Straße

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Der Frühling kann kommen. Der Winterstreuer wird derzeit sauber gemacht. Sebastian Kramosch ist Straßenmeister und Dienststelle
Der Frühling kann kommen. Der Winterstreuer wird derzeit sauber gemacht. Sebastian Kramosch ist Straßenmeister und Dienststellenleiter in Merklingen. (Foto: Scholz)
Schwäbische Zeitung

53 Schneetage und 45 Streutage ist die Bilanz von Sebastian Kramosch. Er ist der Dienststellenleiter der Straßenmeisterei Merklingen. „Es war ein schneereicher Winter gegenüber den vergangenen Jahren“, erzählt er. Doch Schnee sei gar nicht der ausschlaggebende Punkt für Schlaglöcher in den Straßen. „Wasser ist der größte Feind der Straße“, sagt Kramosch und erklärt auch die Gründe dafür: „Straßen altern. Sie bekommen Risse. Sobald Wasser in diese Risse einläuft und gefriert, wölbt sich die Fahrbahn. Wenn dann Tauwetter kommt, entstehen Hohlräume. Durch die Verkehrsbelastung entstehen dann Schlaglöcher.“ Diese seien in diesem Winter nicht mehr als in anderen aufgetreten. Bedingt durch wenige Tauwettertage.

Gute Organisation, guter Ablauf

Hinter dem Winterdienst „steckt im Grunde Organisation, die wiederum den Ablauf bedingt“, so Kramosch. Der Winterdienst sei dabei nur ein Teil der Aufgaben der Straßenmeisterei. Herausforderung sei eher die Länge des Winters gewesen. „Das wird dann schon ganz schön zäh“, sagt Kramosch. Jene der 18 Mitarbeiter in Merklingen arbeiten dann in Schichten. Frühes Aufstehen, die Flexibilität: „Hut ab, dass die Familien das auch so mitmachen“, dankt der Dienststellenleiter. Außerdem ist für ihn auch klar: „Dickes Lob für die Mitarbeiter. Es gab keine Vorkommnisse im Winterdienst.“

251 Kilometer Straßen zu betreuen

251 Kilometer Straßen betreut die Meisterei Merklingen. Im Alb-Donau-Kreis sind es insgesamt rund 1000 Kilometer an Bundes-, Land- und Kreisstraßen. Die Straßenmeisterei Merklingen ist eine von insgesamt vier Standorten des Landkreises. Weitere gibt es in Ulm, Langenau und Ehingen. Womöglich aber nicht mehr lange: Der Kreis überlegt, Standorte zusammenzulegen.

In Merklingen gibt es eine Salzkapazität von 1000 Tonnen. Am Außenstandort Dornstadt würden zusätzlich 800 Tonnen Salz gelagert. Auf den Straßen selbst wird je nach Witterung ein Gemisch aus Calciumchlorid (30 Prozent) und Natriumchlorid (70 Prozent) ausgebracht. Der Frühdienst orientiere sich ebenfalls am Wetter. Von montags bis samstags rücken die Mitarbeiter nachts um 3 Uhr aus, an Sonn- und Feiertagen ab 4 Uhr. Dann wird kontrolliert. Bis 6 oder 7 Uhr sollten die Straßen frei sein. „Schwierig wird es, wenn es erst um 5 Uhr schneit. Dann passt die Umlaufzeit nicht mehr und alles verschiebt sich nach hinten“, merkt Kramosch an. Wichtig sei, den Schnee immer gut zu räumen, so dass dieser nicht auf der Straße gefriert. So sei die Verkehrssicherheit gewährleistet und es werde weniger Salz benötigt.

Schlaglöcher gleich beheben

Auch im Winter haben die Mitarbeiter der Straßenmeisterei die Schlaglöcher fest im Blick. „Wir versuchen, jede Straße ein Mal in der Woche anzufahren“, zeigt der Straßenmeister auf. Große Löcher würden zwischendurch gestopft. „Wir wollen nämlich keine Schlaglöcher verwalten, sondern diese wenn möglich gleich beheben“, sagt der 35-Jährige. Bei größerem Handlungsbedarf würde dann Rücksprache gehalten und ein Trupp entsandt. „Manchmal bedarf es ja auch der Absicherung“, erklärt Kramosch. Ihm sei durchaus bewusst, dass die Straßenmeisterei für andere Verkehrsteilnehmer manchmal ein Hindernis sei, doch es gehe um die Sicherheit der Mitarbeiter, die wiederum zum Schutz der Fahrer auf den Straßen arbeiten. Kramosch bitte deswegen um Verständnis. „Priorität hat die Sicherheit der Mitarbeiter“, stellt er klar.

Nach den ersten Sonnentagen scheint festzustehen: Der Frühling ist da. Winterstreuer werden gereinigt. „Jetzt haben wir auch wieder die erste Möglichkeit, kleinere Schlaglöcher aufzuarbeiten“, erklärt der Dienststellenleiter. Flexibilität sei gefragt, schließlich würden die Löcher unvermittelt auftreten. „Straßen werden um die 20 Jahre alt. Das Bitumen verliert seine Zusammenhaltskraft. Jeder Belag bekommt irgendwann Schlaglöcher“, so der Straßenmeister. Dann gelte, zu schauen, wo sich die Besserung rentiert. Dort, wo beispielsweise Baumaßnahmen in Planung sind, würden unnötige Kosten vermieden. Das sei zum Beispiel bei der Ortsdurchfahrt Nellingen oder auch im Bereich Merklingen – Machtolsheim der Fall.

Auszubildende gesucht

Ein gutes Team: In Merklingen seien die Mitarbeiter zuverlässig, erfahren und routiniert. Unterstützung werde dennoch gebraucht. „Auszubildende sind gesucht“, sagt Kramosch. Damit die Straßen weiter sicher bleiben.

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