TV Merklingen feiert 70 Jahre Tischtennisabteilung

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Die ehemaligen ungarischen Nationalspielerinnen Csilla Batorfi (links) und Krisztina Toth (rechts) beglückwünschen Hans-Peter W
Die ehemaligen ungarischen Nationalspielerinnen Csilla Batorfi (links) und Krisztina Toth (rechts) beglückwünschen Hans-Peter Wörtz zum Jubiläum des TVM. (Foto: Scharbert)
Christian Scharbert

Emotionen, Umarmungen, Danksagungen und Schulterklopfen hat es am Samstagabend in der Merklinger Mehrzweckhalle gegeben. Man könnte meinen, der Anlass dafür sei die Einweihung eines wahren Tischtennismuseums gewesen. Eine umfangreiche Zusammenstellung von Bildern und Dokumenten bildete aber nur ein Teil der Feier, die die Merklinger Tischtennisabteilung zu ihrem 70-jährigen Bestehen auf die Beine stellte.

„Sehr schnell“, so Abteilungsleiter Hans-Peter Wörtz habe sich der Abteilungsausschuss darauf geeinigt, nach Festtagen zum 50-jährigen Jubiläum und dem 60-jährigen Bestehen in Angriff zu nehmen. Wörtz selbst ist ein großer Bestandteil der Merklinger Tischtennis-Historie: Seit nunmehr 35 Jahren leitet er die Merklinger Tischtennisabteilung – die Hälfte der Zeit also, die die Abteilung besteht.

Die Belohnung dafür erhielt er von etwa 100 geladenen Gästen: Standing Ovations, ein kunstvoller Tischtennisschläger und ein Reisegutschein, den die Vereinskollegen besorgten. „Ich bin total von den Socken“, so die Reaktion des Abteilungsleiters, der mit diesem Beifall nicht gerechnet habe. Es war der emotionale Höhepunkt des Abends, denn zu Ehren der Abteilung konnten die Merklingr Tischtennisfreunde zugleich geballte Tischtennisprominenz in der Mehrzweckhalle begrüßen.

Die ehemaligen ungarischen Nationalspielerinnen Csilla Batorfi und Krisztina Toth, beide mehrfache Europameisterinnen für Ungarn, erschienen zur Feier. Denn seit 1987 ist die Merklinger Fangruppe nicht nur auf den Tribünen internationaler Profi-Turniere zu finden, sondern knüpften auch so manche Kontakte zu den Profis. So etwas wie eine gute Bekanntschaft entstand etwa zu den ungarischen Nationalspielerinnen. Diesmal waren es Csilla Batorfi und Krisztina Toth, die mit Fanschals die Merklinger Tischtennisfreunde beklatschten.

Wenn eine Abteilung eines Sportvereins 70 Jahre besteht, hagelt es wie selbstverständlich Lob. „Es ist schön, eine Tischtennisabteilung wie unsere zu haben. Hier kommen Menschen unterschiedlichen Alters zusammen und teilen sich ein Hobby“, so die Worte von TVM-Vorstand Horst Nägele. Als Gemeinderat fungierte Nägele zugleich als Vertreter der Gemeinde. Der Vorsitzende des Ulmer Tischtennisbezirks Otto Simon deutete auf die soziale Funktion des Sports in der Gesellschaft hin: „Vereine sind heimats- und identitätsstiftend. Im Sport machen junge Menschen soziale Erfahrungen, in einem Team zusammenzuarbeiten. Der TV Merklingen lebt diesen Teamgedanken vorbildlich.“

Emotionnen spielten auch eine Rolle, als die Tischtennisabteilung des TVM Gäste aus Kleinkarlbach begrüßen dufte: Seit Jahrzenten besteht zwischen den Tischtennisabteilungen eine Freundschaft. Ein schönes Bild ergab sich, als der langjährige Abteilungsleiter Hans-Peter Wörtz den allerersten Abteilungsleiter Tischtennis in Merklingen begrüßen durfte. Ernst Lohrmann, der 1948 den Weg der Abteilung maßgeblich mit geebnet hatte, ist inzwischen 96 Jahre alt. Als einziger Zeitzeuge der Abteilungsgründung war Ernst Lohrmann auf der Feier vertreten. Es war Tischtennis aus einer anderen Zeit: Eine Platte, ein Ball und ein kleiner Raum im Gasthaus Lamm – das musste für die Abteilung zur Gründungszeit ausreichen.

Dass allein der technische Fortschritt das Abteilungsleben veränderte, konnten die Gäste aus den hunderten ausgestellten Bildern und Dokumenten aus der Abteilung sehen. Schwarzweiße Mannschaftsbilder aus den 50er Jahren neben Digitalausdrucken aus den 2000ern. Eine Spielberichtstabelle noch mit Lineal aufzuzeichnen, mit Füller zu beschreiben und Fehler zu überkleben, ist heute auch nicht mehr nötig. Relikte aus der Anfangszeit sind diese Spielberichte aber immer noch. Zugleich bildeten sie einen Teil der Ausstellung, sowie frühere Trikots, Fanschals, Pullover oder Ausweise heutiger verdienter Spieler aus der Jugendzeit. Und das Merklinger Tischtennismuseum war komplett, wenn auch leider nur für einen Abend.

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