So geht Erste Hilfe am Hund

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Schwäbische Zeitung

Wenn der beste Freund des Menschen einen Unfall hat, wen ruft man da? Den Rettungsdienst für Hunde? Den gibt es nicht. Also selbst die Erstversorgung übernehmen und dann ab zum Tierarzt. Wie diese Erste Hilfe am Hund funktioniert, konnten Hundehalter bei einem Kurs der Hundefreunde Merklingen lernen.

33 erwachsene und fünf jugendliche Hundefreunde erfuhren, was sie in Sachen Erstversorgung für ihre Tiere tun können, und wie im Falle eines Falles die Zeitspanne bis zur Übernahme durch den Tierarzt überbrückt werden kann.

Katrina Schnabel hatte rund vier Stunden Zeit, den Hundebesitzern die Grundlagen der „Erste-Hilfe am Hund“ beizubringen. „Es gibt sicher vieles, was man selbst tun kann. Sich darüber zu informieren, gehört für mich zur Hundehaltung dazu“ sagte Schnabel bei der Vorstellungsrunde.

Sie empfahl, mit dem Hund regelmäßig zu üben, um für den Notfall besser gerüstet zu sein. Man könne dem Tier ja nicht wie einem kleinen Kind erklären, dass es jetzt ruhig halten muss. Sie rät den Tierbesitzern, die Nummer des nächsten Veterinärs beziehungsweise der nächsten Tierklinik, die einen Notdienst hat, immer parat zu haben.

Im Kurs zeigte Schnabel den Teilnehmern, wie sie eine Wunde säubern und wie sie bei einer stark blutenden Wunde einen Druckverband anlegen. Sie demonstrierte an ihrem eigenen Hund wie man ein Tier in eine Seitenlage bringt, wie man den Puls fühlt und eine Herz-Lungen-Massage durchführt.

Die Teilnehmer lernten, was bei einer Bissverletzung, einer Vergiftung und bei einem Schockzustand zu tun ist und wie sich mit Hilfe einer Bandage schnell eine Schlinge herstellen lässt, um das Hundemaul zu sichern. Denn auch wenn der Hund sonst noch so brav ist, kann er durchaus zuschnappen, wenn er Schmerzen hat.

Im praktischen Teil des Kurses versuchten die Teilnehmer, die zuvor erworbenen Kenntnisse an ihren Hunden umzusetzen. So kontrollierte Ellen die Ohren von ihrem Ronnie (Yorkshire Terrier), Jakob legte seinem Pepe (Goldendoodle) eine Maulschlaufe an, Eric legte seinem Sunny (Labrador) einen Pfotenverband an und Angelika und Nadia kontrollierten den Puls von Golden Retriever Hündin Darwina.

„Das ist alles schwieriger, als ich gedacht habe“, sagte Silvia Schultz. Sie ist seit längerer Zeit Hundebesitzerin und war froh, an dem Kurs teilnehmen zu können. „Es war immer mein Wunsch, so etwas mal zu machen“, sagte sie. Denn es könne ja immer etwas passieren.

Am Ende des Kurses bedankte sich Eva Leuchtenberger von den Hundefreunden Merklingen bei Katrina Schnabel für die Durchführung des Kurses und bei allen Teilnehmern für ihr reges Interesse und versprach diesen Kurs im Frühjahr nächsten Jahres erneut anzubieten.

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