Räte pochen auf mehr Wohnraum

Lesedauer: 6 Min
 Die Arbeiten für den vierten Bauabschnitt schreiten voran.
Die Arbeiten für den vierten Bauabschnitt schreiten voran. (Foto: Scholz)

Gute Nachricht für alle Häuslebauer: Der vierte Bauabschnitt des Neubaugebiets „Anbindung Lindenstraße“ wird größer. Bei der Ausführungsplanung für die Erschließung fiel Verwaltung und Fachplaner nämlich auf, dass ein Teilbereich des für die Bebauung vorgesehenen Flurstücks im südwestlichen Bereich nicht vom Bebauungsplan überdeckt ist. Außerdem ergebe sich aus der Kanalerschließung die Möglichkeit, ein gemeindliches Grundstück ebenfalls zu erschließen und so eine Bebauung und Vermarktung der Flächen zu erreichen. Welche Bebauung dort dann ermöglicht wird und wie es um die derzeitigen Arbeiten steht, darum ging es in der jüngsten Gemeinderatssitzung in Merklingen.

Der hiesige Bürgermeister Sven Kneipp (parteilos) erläuterte den Stand der Dinge. Die Firma Münch aus Blaustein sei derzeit daran, Kanäle sowie Wasserleitungen zu verlegen. Das Unternehmen war von den Gemeinderatsmitgliedern in der November-Sitzung für die Erschließungsarbeiten des vierten Bauabschnittes beauftragt worden. Vier Abschnitte waren im Bebauungsplan mit Aufstellungsbeschluss aus dem Jahr 2003 von Beginn an vorgesehen.

 Rohre liegen schon bereit.
Rohre liegen schon bereit. (Foto: Scholz)

Im Jahr 2011 gab es eine Änderung. Der Gemeinderat sprach über neue Festsetzungen, die vor allem auch veränderte Dachformen zulassen. Seither ist es möglich, neben dem Satteldach auch Pultdächer, versetzte Pultdächer und Zeltdächer zu kreieren. Damit ergaben sich auch Änderungen bei den entsprechenden Traufhöhen. Diese Änderungen, so Kneipp, habe darüber hinaus zu einer höheren Nachfrage geführt, so dass der zweite und dritte Bauabschnitt komplett vermarktet werden konnten. Weitestgehend sei dort auch alles bebaut.

Hohe Nachfrage an Bauplätzen

Die Nachfrage an Bauplätzen sei generell hoch, bestätigte der Bürgermeister erneut in der Sitzung. Es gebe Anfragen von Einheimischen sowie von Bauwilligen außerhalb der Kommune.

Welche Möglichkeiten sich für die nun zusätzlichen Flächen für den vierten Bauabschnitt ergeben, erläuterte den Gremiumsmitgliedern Roland Schmuck vom Ingenieurbüro Wassermüller in Ulm. Das südwestliche Flurstück sei mit 976 Quadratmeter im Verhältnis zu den überwiegend im Baugebiet liegenden Grundstücksgrößen von 600 bis 750 Quadratmeter größer. Die südliche Fläche, die sich ebenfalls im Eigentum der Gemeinde befindet, könnte in zwei Wohngrundstücke mit 695 und 657 Quadratmeter aufgeteilt werden.

Schmuck zeigte verschiedene Varianten der Bebauung auf – vom Einfamilienhaus über Doppelhaushälften sowie Kettenhäusern oder auch die Möglichkeit für einen Geschosswohnungsbau mit sechs bis neun Wohneinheiten.

 Die Arbeiten für den vierten Bauabschnitt schreiten voran.
Die Arbeiten für den vierten Bauabschnitt schreiten voran. (Foto: Scholz)

In der anschließenden Debatte ging es den Ratsmitgliedern dann nicht nur um den „passenden Stil“ im Baugebiet, sondern auch um die Funktionalität – vor allem mit Blick auf Wohnraumknappheit. „Wir müssen uns dem Thema stellen. Der Bedarf ist riesig“, sagte Ratsfrau Marie-Luise Jakob und fügte an: Aus ihrer Sicht müsse es nicht immer ein Einfamilienhaus sein. Mehrere Personen – und so auch Generationen – unter einem Dach seien ebenso wichtig. Schmuck nickte. Der Bedarf für Mietraum vor allem für jüngere Menschen oder auch Familien sei groß. Während Hans-Jürgen Betz aufgrund der starken Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt für Kettenhäuser plädierte, regte Günter Frohring an, doch den Charakter des Baugebiets beizubehalten. Jakob wiederholte: „Wir brauchen Wohnraum.“

Lob vom Bürgermeister

Zur Abstimmung im Gremium standen dann ein Mehrfamilienhaus mit sechs bis acht Wohneinheiten und im Süden eine Kettenhaus-Variante. Dafür gab es seitens der Ratsmitglieder sechs Ja- und zwei Nein-Stimmen sowie drei Enthaltungen. Einig war sich das Gremium allerdings, dass die Einbeziehung der beiden Flächen vorzubereiten ist. Kneipp dankte: „Dann wissen wir jetzt, in welche Richtung wir laufen sollen.“ Er erachte es als „sehr positiv“, dass sich der Gemeinderat so vielfältig und intensiv mit dem Thema beschäftige.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen