Klagen vom Land für Minister

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Welche Probleme die Gemeinden der Laichinger Alb haben, wollte Minsiter Alexander Bonde (am Tisch) wissen. Eine Lösung konnte er allerdings nicht präsentieren. (Foto: anna-Lena Kast)
Schwäbische Zeitung
Anna-Lena Kast

Auf seiner „Tour der Ländle”, wie Merklingens Bürgermeister Sven Kneipp es in seiner Begrüßung nannte, hat Alexander Bonde (Bündnis 90/ Die Grünen) am Mittwochmorgen auch in Merklingen Halt gemacht - nachdem er am Dienstag bereits im Landkreis Göppingen war. Der baden-württembergische Landesminister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz stellte sich den Fragen, der Kritik und den Wünschen einiger Bürgermeister der Region, Gemeinderäte, Kreisräte un Bürger.

„Wir müssen schwer arbeiten, dass wir mit den Städten konkurrieren können“, sagte Bürgermeister Sven Kneipp in seinen Begrüßungsworten. Die Leute würden immer mehr in die großen Städte strömen. Da gelte es, den Anschluss zu behalten. Für seine Gemeinde seien dabei vor allem die Themen Windkraft, Flurbereinigung, Landesjagdgesetz und schließlich auch der Tourismus von großer Bedeutung.

„Der ländliche Raum ist ein wichtiger Standort für die Menschen“, lobte Bonde. Dennoch kämpfe er mit Problemen wie dem demografischen Wandel, der Altersstruktur oder Abwanderung. „Je kleiner eine Gemeinde ist, desto größer ist die Abwanderung“, sagte der Grünen-Politiker, der auf Einladung der Landtagsabgeordneten Jürgen Filius (Bündnis 90/ Die Grünen) und Martin Rivoir (SPD) den Alb-Donau-Kreis besucht hatte. Eine der wichtigen Fragen sei daher, wie bei sinkenden Bevölkerungszahlen die Infrastruktur erhalten werden könne. Außerdem müsse es auf dem Land die gleichen Bildungschancen wie in der Stadt geben.

Laichingens Schultes nennt Ursache für Ärztemangel

Nach Bondes Ansprache konnten die anwesenden Gäste ihre Anliegen in einer Diskussion einbringen. Die Grünen-Kreisrätin Gisela Steinestel (Laichingen) sorgte sich vor allem um die medizinische Versorgung im ländlichen Raum. Ein Thema, welches auch Laichingens Bürgermeister Klaus Kaufmann beschäftigt. Seiner Ansicht nach liege das Problem hauptsächlich bei der Kassenärztlichen Vereinigung, die unter anderem für die Einteilung der Bezirke zuständig sei. „Es gab überhaupt keine Einflussnahme vom Land oder von den Kommunen“, sagte er. Die Vereinigung hätte die Einteilung der Bezirke „ohne Kenntnisse über die klimatischen und topografischen Verhältnisse“ auf der Laichinger Alb durchgezogen. Bonde erklärte daraufhin, dass dieses Problem nicht alleine das Land lösen könne, sondern vor allem auch der Bund gefordert sei. Aber er sich des Themas „sehr bewusst“ sei.

Westerheims Schultes Hartmut Walz (CDU) sprach die Zukunftsfähigkeit des Ländlichen Raumes an und wollte von Alexander Bonde wissen, wo die tatsächliche Zukunft des ländlichen Raumes liege. „Ich sehe keine weitere Gebietsreform in Baden-Württemberg, allerdings wird die interkommunale Zusammenarbeit immer wichtiger“, erklärte der Minister. Diese Interkommunalität sei eine zwangsläufige Folge der Situation, dass immer mehr Menschen aus den ländlichen Kommunen in die Städte abwandern. Ob aus dieser Zusammenarbeit künftig eine Eingemeindung oder ähnliches entsteht, das wisse niemand, so Bonde.

VIP-Club Biosphärengebiet

Ob in Zukunft auch weitere Gemeinden in das Biosphärengebiet Schwäbische Alb aufgenommen werden würden, erkundigte sich Heinz Surek, Kreisrat der SPD. „Wir sind grundsätzlich offen für eine Vergrößerung des Biosphärengebietes“, allerdings sei dies rechtlich eine „größere Unternehmung“, wie Bonde sagte. Im Moment seien nur die Gemeinde Mitglieder, die den ersten Schritt gemeinsam gewagt hätten. Und er könne es verstehen, dass diese „Pioniergemeinden“ nun erst einmal den Erfolg alleine weiterbetreiben wollen.

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