Im Zeitplan - aber teurer: der aktuelle Stand des A8-Ausbaus

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Ausbau der Autobahn 8.
Ausbau der Autobahn 8. (Foto: Scholz)

Der sechsstreifige Ausbau erfolgt zwischen Hohenstadt und Ulm-West. Hinzu kommt die Doppelanschlussstelle Ulm-West/Ulm-Nord. Zudem wird die Nebelwarnanlage zwischen Hohenstadt und Riedheim erneuert. Die Bundesautobahn ist laut Regierungspräsident Klaus Tappeser „die Ost-West-Achse“ schlechthin. Die Gesamtstrecke beträgt 23 Kilometer. Der erste Bauabschnitt ist jener Ausbau der Anschlussstelle Ulm-West zum Doppelanschluss Ulm-West/Ulm-Nord. Es ist mit 2,3 Kilometern der kürzeste Abschnitt, der nun bald erfolgen soll. Herausforderung wird laut der Projektingenieurin Susanne Mayer, dass dort eine enge Abstimmung mit der Bahn zwecks des Kreuzungsbauwerks zwischen Schiene und Autobahn erfolgen muss. Der zweite Bauabschnitt mit 7,8 Kilometern (Temmenhausen - Dornstadt) ist bereits seit 2014 fertig. Frisch abgenommen ist der dritte Bereich (Temmenhausen - Nellingen) mit 6,7 Kilometern. Derzeit wird im vierten Bauabschnitt (Nellingen - Hohenstadt) gearbeitet. Die wesentlichen Leistungen wurden im September 2015 vergeben. Der Abschnitt ist 6,2 Kilometer lang. Die Fertigstellung ist bis 2019 angestrebt. Ende dieses Jahres sollen allerdings schon zwei Fahrstreifen pro Seite freigegeben sein.

75 000 Fahrzeuge gilt es, täglich durch die Baustelle der A8 zu schleusen. Eine besondere Herausforderung, meint der Tübinger Regierungspräsident Klaus Tappeser. Sein Blick schweift von der Anschlussstelle Merklingen über das Regensammelbecken und die zahlreichen Bagger und Lastwagen, die seit dem Jahr 2012 den sechsstreifigen Ausbau der Autobahn zwischen Hohenstadt und Ulm-West, die Doppelanschlusstelle Ulm-West/Ulm-Nord sowie die Erneuerung der Nebelwarnanlage zwischen Hohenstadt und Riedheim begleiten.

Die Ost-West-Achse sei ein so wichtiges Vorhaben, das viele Bürger – nicht nur aus Baden-Württemberg – beschäftige. Vier Bauabschnitte gibt es insgesamt, die Stück für Stück abgearbeitet würden. 2021 soll die Komplettmaßnahme fertiggestellt sein. Seit 2014 ist der zweite Bauabschnitt Temmenhausen - Dornstadt fertig. „Frisch abgenommen“ ist laut Tappeser nun der dritte Bereich Temmenhausen - Nellingen. Massive Tätigkeiten erfolgen derzeit im vierten Abschnitt Nellingen - Hohenstadt in Richtung Ulm/München. Jeweils zwei Spuren auf jeder Seite sollen bis Ende dieses Jahres fertiggestellt sein. Dann fehlt noch der erste Abschnitt – der Ausbau der Anschlussstelle Ulm-West zum Doppelanschluss. Dafür zeichnet Projektingenieurin Susanne Mayer verantwortlich. Projektleiter ist Silvio Milke. Die Abteilung wird von Rainer Hölz geleitet.

23 Kilometer lange Strecke

Die Strecke ist insgesamt 23 Kilometer lang. Die Maßnahmen rund um den Ausbau finden unter Verkehr statt. „Pikant“, so der Regierungspräsident zu einem der größten Straßenbauprojekte. Weitere Besonderheit sei die Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn zwecks der Schienenverbindung Stuttgart-Ulm. „Die Absprache mit der Bundesbahn ist nicht immer einfach“, so Tappeser.

Ein weiterer Faktor: die Stress-Situation zwischen Autos und Lastwagen. Soll heißen: Um Unfälle zu vermeiden, werde immer in Bauabschnitten von fünf bis sieben Kilometern gearbeitet. Das entspricht laut Hölz einer Länge, die ein Fahrer gedanklich konzentriert nehmen kann. Eine Spur für die Lastwagen wird mit 3,50 Metern und ein dritter Fahrstreifen mit 3,25 Metern angelegt. Innerhalb der Baustelle ist laut Hölz die Bildung einer Rettungsgasse im Falle eines Einsatzes möglich. Zudem gebe es Notöffnungsbereiche, die von Rettungsfahrzeugen ebenfalls genutzt werden können. Die Geschwindigkeit ist auf 80 Stundenkilometer begrenzt, in Überleitungen auf 60 Stundenkilometer. Das Team um Hölz sei ein bis zwei Mal in der Woche auch vor Ort. Zudem gebe es eine ständige Bauüberwachung.

Projektteam zufrieden

250 Millionen Euro fallen an Gesamtkosten an. 160 Millionen Euro davon sind bereits „verbaut“. 225 Millionen Euro sind reine Baukosten. Hinzu komme beispielsweise der Grunderwerb. Das Projektteam sowie Regierungspräsident Klaus Tappeser zeigen sich zufrieden. „Für die Fülle an Schnittstellen, die zu bewältigen waren, sind wir sehr zufrieden sein“, sagt Milke. Das Projekt laufe gut. Auch das sei mal „ein Zeichen“, fügt Hölz an. Schneller sei nicht möglich. „Das Arbeiten rund um die Uhr ist schwierig wegen des Lärmschutzproblems“, merkt Tappeser an. „Dort, wo es erforderlich ist, gibt es auch einen Nachteinsatz und auch am Wochenende“, zeigt Hölz auf.

Fahrzeugmassen, Terminierungen mit der Bundesbahn, zahlreiche Schnittstellen und schweres Gerät: Für die Baumaßnahme gebe es eine Vielzahl an Herausforderungen. Hinzu komme Kritik aus der Bevölkerung – beispielsweise daran, dass es keine Abfahrt von Hohenstadt in Richtung Stuttgart geben wird. Das Verkehrsaufkommen auf der Alb habe keine Veranlassung gegeben, Mehrkosten für diese zu investieren. Dafür werde die derzeitige A8 nach dem Rückbau zur Landesstraße bereitstehen. „Das ist ein leistungsfähiger Zubringer“, so Hölz. Die angestrebte Mobilität werde gewährleistet. „Unser Jahresmotto ist: Wir bewegen den Bezirk“, sagt Tappeser. Der Mobilität komme eine große Bedeutung zu. „Denn die ist ein riesiges Problem bei uns“, meint der Regierungspräsident und merkt an: „Auch, wenn viele über Luftverschmutzung sprechen – Wir werden auch bei E-Mobilität nicht auf Straßen verzichten können.“

A8-Ausbau läuft nach Plan
Knapp 70-tausend Fahrzeuge nutzen die A8 auf der Schwäbischen Alb täglich. Tendenz steigend. Deswegen wird die Autobahn jetzt 6-streifig ausgebaut.

Der sechsstreifige Ausbau erfolgt zwischen Hohenstadt und Ulm-West. Hinzu kommt die Doppelanschlussstelle Ulm-West/Ulm-Nord. Zudem wird die Nebelwarnanlage zwischen Hohenstadt und Riedheim erneuert. Die Bundesautobahn ist laut Regierungspräsident Klaus Tappeser „die Ost-West-Achse“ schlechthin. Die Gesamtstrecke beträgt 23 Kilometer. Der erste Bauabschnitt ist jener Ausbau der Anschlussstelle Ulm-West zum Doppelanschluss Ulm-West/Ulm-Nord. Es ist mit 2,3 Kilometern der kürzeste Abschnitt, der nun bald erfolgen soll. Herausforderung wird laut der Projektingenieurin Susanne Mayer, dass dort eine enge Abstimmung mit der Bahn zwecks des Kreuzungsbauwerks zwischen Schiene und Autobahn erfolgen muss. Der zweite Bauabschnitt mit 7,8 Kilometern (Temmenhausen - Dornstadt) ist bereits seit 2014 fertig. Frisch abgenommen ist der dritte Bereich (Temmenhausen - Nellingen) mit 6,7 Kilometern. Derzeit wird im vierten Bauabschnitt (Nellingen - Hohenstadt) gearbeitet. Die wesentlichen Leistungen wurden im September 2015 vergeben. Der Abschnitt ist 6,2 Kilometer lang. Die Fertigstellung ist bis 2019 angestrebt. Ende dieses Jahres sollen allerdings schon zwei Fahrstreifen pro Seite freigegeben sein.

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