Eine tote Biophysikerin, das Weltall und der Bombenwald Merklingen

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 Manfred Bomm liest in Merklingen.
Manfred Bomm liest in Merklingen. (Foto: PR)
Schwäbische Zeitung

Zwei Premieren auf einen Schlag: Der Autor Manfred Bomm wird seinen druckfrischen Krimi „Blumenrausch“ in Merklingen vorstellen – und zwar als erste Lesung im Backhaus. Die Buchvorstellung ist für Freitag, 15. Februar, ab 19 Uhr geplant.

Eine weitere Besonderheit: Der Krimi hat direkten Bezug zu Merklingen. Was hat der Bombenwald bei Merklingen mit einem Mord in Heilbronn zu tun? Mit dieser Frage wird im Krimi Kommissar August Häberle als Bediensteter des Ulmer Polizeipräsidiums in seinem 19. Fall konfrontiert. Denn das Mordopfer – eine junge Biophysikerin – stammt aus Ulm und irgendwie scheint es Spuren zu geben, die in das ehemalige Merklinger Militär-Areal führen. Das Verbrechen in Heilbronn zieht weite Kreise, zumal es auf jenem Gelände geschah, das gerade für die Bundesgartenschau (Buga) 2019 vorbereitet wurde, wofür die Wissenschaftlerin planerisch tätig war. Die Brisanz verstärkt sich, weil sie zusätzlich ein Umwelt-Experiment entwickelt hat, das der Künzelsauer Astronaut Alexander Gerst auf der Internationalen Raumstation betreuen soll – was offenbar ein dubioser Amerikaner verhindern will, der einst als US-Soldat auf der Waldheide bei Heilbronn stationiert und zu Zeiten des Kalten Krieges auch im Merklinger Bombenwald gewesen war.

Lage spitzt sich zu

Für August Häberle, der als erfahrener Ermittler hinzugezogen wird, stellt sich aber auch die Frage, welche Rolle ein finanziell angeschlagener Gärtner aus Geislingen spielt, der auf der Buga ein Grab für den Schaufriedhof gestalten will. Als schließlich eine junge Frau aus Münsingen, die ins Heilbronner Rotlicht-Milieu verstrickt ist, spurlos verschwindet, spitzt sich die Lage dramatisch zu. Gleichzeitig wird die Besatzung der Raumstation mit einer gefährlichen Situation konfrontiert.

Manfred Bomm hat laut Mitteilung seinen Roman „Blumenrausch“ ganz eng an reale Geschehnisse und historische Ereignisse geknüpft. So werde noch einmal die Friedensbewegung der 80er Jahre lebendig, als gegen die Stationierung von Atomwaffen protestiert und eine Menschenkette von Stuttgart bis Neu-Ulm gebildet wurde. Im „Bombenwald“ bei Merklingen treffe deshalb Vergangenes auf Gegenwärtiges.

Fiktion und Wirklichkeit

Bei seiner Buchpräsentation wird Bomm laut Mitteilung auch schildern, wie er Fiktion und Wirklichkeit miteinander verbunden hat – und dabei humorvoll-satirische Blicke auf die heutige Gesellschaft werfen. Es dürfe deshalb auch gelacht werden.

Die Buchvorstellung soll laut Mitteilung aus mehrerer Sicht weder trocken noch langweilig werden. Mit Flammkuchen und guten Tropfen aus Baden-Württemberg wird die Veranstaltung zu Gunsten von „Merklinger helft“ umrahmt. Der Eintritt zur Buchvorstellung ist übrigens kostenlos. Die Gemeinde Merklingen würde sich aber über Spenden freuen, die dann dem Partnerschaftsfonds zugute kommen.

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