Doppeltes Merklingen sorgt für Verwirrung

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Der Blick auf das Merklingen auf der Laichinger Alb.
Der Blick auf das Merklingen auf der Laichinger Alb. (Foto: Scholz)

Merklingen und Merklingen: Da kann schon einmal Verwirrung auftreten. Vor allem in den Stadtverwaltungen. Da gibt es das Merklingen auf der Laichinger Alb und das Merklingen als zweitgrößter Stadtteil der Stadt Weil der Stadt im Landkreis Böblingen. Gut 92 Kilometer trennen die beiden Kommunen voneinander. Eine Entfernung, die für einen Busfahrer schon zum Verhängnis wurde.

Regelmäßige Anrufe

„Wir haben regelmäßig Anrufer, die eigentlich nach Weil der Stadt wollen“, so der Merklinger Bürgermeister Sven Kneipp (parteilos) für seinen Ort auf der Laichinger Alb. Oft werde die Verwechslung schon in der ersten Gesprächsminute klar. „Weil beispielsweise eine Straße genannt wird, die es bei uns nicht gibt“, sagt Kneipp auf Anfrage dieser Zeitung und fügt an: „Oft erklären die Mitarbeiter, dass es zwei Merklingen gibt und der Anrufer sich an die Stadt Weil der Stadt wenden muss – oft sogar mit der entsprechenden Telefonnummer der Zentrale.“ Die Kontaktdaten liegen bereit. Natürlich werde gerne Auskunft gegeben und so weiter geholfen.

Weitere Herausforderungen

In Merklingen (Weil der Stadt) komme eine Verwechslung sehr selten vor. „Da Merklingen zwar ein wichtiger, aber bei uns doch ,nur’ ein Stadtteil ist“, sagt Jürgen Brändle. Er ist der Amtsleiter bei der Stadtverwaltung Weil der Stadt. Hinzu kommt: „Das Telefon-Ortsnetz 07033 ist nach Weil der Stadt benannt. Ähnlich ist es auch mit versandter Post“, merkt Brändle an. Und dennoch gebe es Herausforderungen beim Namen. „Schwieriger wird es für uns mit den anderen ,Weils’ – wie Weil am Rhein“, zeigt der Amtsleiter auf.

Dennoch habe er eine „nette kleine Geschichte“. „Wir haben seit 1961 eine Städtepartnerschaft mit dem wunderschönen Städtchen Riquewihr im Elsass“, beginnt Brändle zu erzählen: „Ende März beziehungsweise Anfang April finden immer unsere Riquewihrer Weintage mit Winzern aus Riquewihr in der Festhalle im Stadtteil Merklingen statt. Diese finden die Halle schon im Schlaf.“

Busfahrer verlässt sich auf Navi

Ein Busfahrer jedoch nicht. Er sollte eine Gruppe aus Riquewihr nach Merklingen (Weil der Stadt) bringen und verließ sich dabei laut Brändle auf sein Navigationsgerät – in das er als Fahrtziel eben Merklingen eingegeben hatte.

„Einer der nicht schlafenden Businsassen wunderte sich dann doch, als der Bus auf der Autobahn am Flughafen Stuttgart vorbeifuhr und fragte den Busfahrer, wohin er denn fahre. Na wohin wohl? Nach Merklingen! So lautete die Antwort“, erzählt Brändle. Die Verspätung über eine Stunde sei dennoch überschaubar gewesen.

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