ASB-Verband plagen Probleme bei der Pflege

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Schwäbische Zeitung

Finanziell geht’s dem ASB-Regionalverband Alb-Stauferland blendend. Bei der Hauptversammlung am Freitagabend im Merklinger Feuerwehrhaus sprachen die Verantwortlichen vor rund 60 Mitgliedern aber von anderen großen Herausforderungen. Es fehle vor allem Pflegepersonal. Zufrieden ist der Vorstand mit dem Rettungs- und Krankentransport.

„Es war ein Risiko, das wir letztlich gut meistern konnten.“ So fasste Hans-Dieter Bührle, Vorsitzender des ASB-Regionalverbandes, das erste Jahr der neuen Süßener 24-Stunden Rettungswache zusammen. Zehn Rettungssanitäter arbeiten in der Süßener Wache. Diese zu finden, sei die größte Herausforderung gewesen, berichtete Bührle.

Werbeoffensive für neue Mitglieder

2013 startete der ASB eine Werbeoffensive für neue Mitglieder und vor allem Nachwuchskräfte. In Sachen Mitglieder fruchtete der erneuerte Internetauftritt: Zwischen 2013 und 2015 stiegen die Mitgliederzahlen an.

 Dieter Maurer, Joachim Feiel und Armin Ruhland (von links) wurden bei der ASB-Versammlung geehrt.
Dieter Maurer, Joachim Feiel und Armin Ruhland (von links) wurden bei der ASB-Versammlung geehrt. (Foto: chs)

In 2018 fuhren die Merklinger Sanitäter rund 1700 Mal zu einem Notfall, die Süßener gut 1100 Mal. Auch die Ersthelfergruppen in Berghülen (91 Einsätze) und Westerheim (114 Einsätze) waren gefordert.

Ehrenamtliche Rettungssanitäter konnten vermehrt aufgrund des erneut hohen Umsatzes des Regionalverbandes in eine Anstellung wechseln. Insgesamt seien nur noch sechs ehrenamtliche Sanitäter beim ASB tätig, im Jahr 2017 waren es noch elf. Und der Wachstum geht weiter, prognostizieren die Verantwortlichen um Lars Sterley. Der Landesgeschäftsführer sprach von einer Wachstumsprognose von fünf bis zehn Prozent im Landesverband.

Der Pflegermarkt ist derzeit gesättigt. Zu wenige Menschen wollen diesen Beruf ausüben.

Hans-Dieter Bührle

Beim Regionalverband Alb-Stauferland rechnet der Vorsitzende Hans-Dieter Bührle mit ähnlichen Zahlen. Rund 14 Millionen Euro landeten in 2018 in den Kassen. Es blieb ein Plus von 56 000 Euro. Gut 4400 Mitglieder gehören dem ASB-Regionalverband derzeit an. Der ASB betreibt derzeit drei Kindertagesstätten in Baden-Württemberg, davon zwei in der Obhut des Regionalverbandes Alb-Stauferland.

Auch der wachsende Pflegemarkt beschert dem ASB steigende Umsätze. Die Anzahl an Pflegebedürftigen steigt, jedoch bedeute dies nicht nur Segen für den ASB. Denn es steige nicht nur der Umsatz, sondern auch der Personalbedarf, und hier mangelt es. Diesen auszugleichen, sei ein schwieriges Unterfangen, so Hans-Dieter Bührle. „Der Pflegermarkt ist derzeit gesättigt. Zu wenige Menschen wollen diesen Beruf ausüben.“

Verstärkt nach ausländischen Pflegern gesucht

Deshalb sucht der ASB auch verstärkt nach ausländischen Pflegern. Im Göppinger Pflegeheim beginnen bald zwei Pflegekräfte von den Philippinen. Günter Stolz sprach als Vertreter des Landkreises von einer „guten, aber keiner nachhaltigen Lösung des Pflegerproblems“, offene Stellen mit ausländischen Pflegern zu besetzen.

Hans-Dieter Bührle stimmt dieser Aussage zu, jedoch müsse sich vor allem das Image des Pflegeberufes ändern. ASB-Geschäftsführer Achim Dippold sieht den Grund des Pflegermangels besonders darin, dass junge Menschen von einer schlechter Bezahlung abgeschreckt seien. Die Bezahlung aber, so Dippold, sei wesentlich besser als die Öffentlichkeit annehmen würde.

So wenig ist das nicht.

ASB-Geschäftsführer Achim Dippold über das Gehalt von Pflegekräften

Ein Berufseinsteiger im Pflegebereich würde beim ASB einen Festgehalt von rund 3250 Euro brutto verdienen, allerdings mit Abzügen von Steuer- und Versicherungsbeiträgen. „So wenig ist das nicht“, findet Doppold. „Zudem zahlen wir noch Weihnachtsgeld, Wochenend- und Nachtzuschläge oder Urlaubsgeld.“

Als feierlicher Teil der Hauptversammlung erhielten die ASB-Mitglieder Armin Ruhland, Dieter Maurer und Joachim Feiel Ehrungen für 40-jährige Treue zum Samariterbund.

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