Vorwurf der Tierquälerei – Lauterach bittet Bürger um Mithilfe

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Die schwer verletzt aufgefundenen Katze im Ortsteil Neuburg beschäftigt inzwischen auch die Gemeinde Lauterach. Bürgermeister Bernhard Ritzler fordert die Anwohner im Gemeindeblatt zur Mithilfe bei Klärung des Falles auf. Im Raum steht der von der Katzenhilfe Ehingen und Umgebung erhobene Vorwurf der Tierquälerei.

Zur Erinnerung: Eine Tierfreundin fand am Donnerstag, 12. September, morgens auf ihrer Terrasse das schwer blutende Kätzchen. Das Schwänzchen war vom Schaft an aus dem Leib gerissen, ein Bein nahezu komplett abgerissen. Der Lauf hing nur noch an einem Hautfetzen. Die Verletzungen waren so schlimm, dass dem Tierarzt nichts anderes übrig blieb, als das etwa drei Monate alte Kätzchen einzuschläfern.

Der Mitteilung der Katzenhilfe Ehingen und Umgebung zufolge wurde das Tier Opfer einer Schlagfalle. Zu dieser Einschätzung sei auch der Tierarzt gekommen, teilte der Verein mit. Schlagfallen aufzustellen, ist in Deutschland verboten. Im Unterschied zu den erlaubten Abzugsfallen töten sie das Tier nicht auf der Stelle, sondern hindern es nur am Weglaufen. Die Bügel von Schlagfallen haben scharfe Zacken und reißen sich ins Fleisch. Laut Katzenhilfe soll es sich dabei nicht um den ersten Fall von Tierquälerei im Bereich der Ortschaft gehandelt haben. Man wisse von zwei weiteren Vorfällen. Der oder die Tierquäler gehörten bestraft.

„Das ist schrecklich“

Auch Bürgermeister Bernhard Ritzler bezeichnete den Vorfall als schrecklich. Er habe mit der Katzenhilfe telefoniert und sich die Situation schildern lassen. Allerdings habe er Zweifel, ob die Katze tatsächlich Opfer einer Schlagfalle wurde. Das teilte er im Gespräch mit der SZ mit. Die Katzenhilfe habe ihm nicht nur von schweren Verletzungen an Schwanz und Lauf, sondern auch im Beckenbereich der Katze berichtet. Würden all diese Punkte am Körper von einer Schlagfalle erfasst, sei es kaum vorstellbar, dass sich das Tier dann noch hätte befreien und bis nach Hause laufen können, meint der Schultes. Er glaubt daher vielmehr, dass „vermutlich eine andere Art von Unfall zu den schweren Verletzungen führte“, erklärte Ritzler im Gemeindeblatt.

Dem Bürgermeister sind auch keine weiteren Fälle von Tierquälerei im Bereich Neuburg bekannt. Er wisse, dass in der Vergangenheit ein Kätzchen mal von einem Kreisel-Mäher erfasst wurde. Das sei aber ein Unfall gewesen.

„Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass jemand hier eine Schlagfalle aufstellt“, erklärte Ritzler. Gleichwohl gelte es, Licht in die Angelegenheit zu bringen - um den Vorfall aufzuklären und gegebenenfalls den Vorwurf der Tierquälerei auszuräumen. Der Schultes bittet daher die Bürger und Anwohner um Mithilfe. „Wenn jemand etwas beobachtet hat, was zur Klärung beitragen kann, dann soll er sich unbedingt melden.“

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