Müllentsorgung wird deutlich teurer

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 Der Lauteracher Gemeinderat bei seiner Sitzung am Freitag.
Der Lauteracher Gemeinderat bei seiner Sitzung am Freitag. (Foto: Hog)
Friedrich Hog

Der Gemeinderat Lauterach hat in seiner Sitzung am Freitag eine deutliche Erhöhung der Müllgebühren für 2020 beschlossen. Aufgehoben wurde die Ausschreibung der Sanierung von Schachtbauwerken, weil die veranschlagten Kosten erheblich überschritten werden.

Vor mehr als 20 interessierten Bürgern beschloss das Gremium einstimmig eine Änderung der Abfallwirtschaftssatzung beschlossen. Aufgrund höherer Kosten seitens der Entsorgungsfirma Braig und der gestiegenen Umlagen des Alb-Donau-Kreises bezüglich des Müllheizkraftwerks Ulm wurden die Müllgebühren für 2020 deutlich angehoben. Etwas abgemildert wurde die Erhöhung durch die Verrechnung eines Überschusses aus dem Jahr 2016. „Wir sollten zum 31. Dezember 2022 mit den Gebühren eben sein, wenn wir die Zuständigkeit der Müllabfuhr an den Landkreis zurückgeben“ erläuterte Bürgermeister Bernhard Ritzler und ergänzte: „Wir haben Müllmarken, alle Tonnen können jede Woche hinausgestellt werden, außerdem kommt zwei Mal im Jahr die Sperrmüllabfuhr und es erfolgt eine Altholzabfuhr.“ Bernd Maier sprach von einem „Rundum-Sorglos-Paket für die Gemeinde, das anderswo teurer ist als hier“. Für einen Ein-Personen-Haushalt sind 2020 anstatt 95 nunmehr 107 Euro zu bezahlen. Der 35-Liter Eimer erhöht sich von 115 auf 132 Euro, der 50-Liter Eimer von 144 auf 170 Euro. Der blaue Sack steigt von 3,30 Euro auf 3,90 Euro.

Diskussionen gab es zur Notwendigkeit einer Kabelinstallation im Büro der Schule, genauer gesagt zur Frage, ob ein Alternativangebot eingeholt werden soll. Die mit dem Objekt vertraute Firma Elektro Fuchs aus Munderkingen hat die vom Sicherheitsingenieur aufgrund einer Begehung angemahnten Abhilfen in einem Kostenvoranschlag mit knapp 3000 Euro angegeben. Bürgermeister Ritzler sagte: „Ich bin gerne bereit, Vergleichsangebote einzuholen, wenn das gewünscht wird.“ Er ergänzte jedoch „ich bin sehr sicher, dass keine günstigeren Angebote kommen“.

Hierzu erläuterte er, dass Elektro Fuchs den Verlauf der Leitungen kenne, eine andere Firma vieles erst ermitteln müsse. Lutz Mammel sprach von günstigen Einheitspreisen, Horst Wimmer sagte: „Man wird keinen anderen bekommen.“ Am Ende wurden die Arbeiten auf Vorschlag der Verwaltung einstimmig an die Firma Fuchs vergeben.

Teure Schachtsanierung

Bürgermeister Bernhard Ritzler führte in den Punkt „Sanierung von Schachtdeckeln“ mit der Bemerkung ein, die Gemeinde sei gehalten, Wasserverluste zu reduzieren. Allerdings zeigte die Submission nach der erfolgten Ausschreibung, dass die Kostenberechnung der Ingenieure Schranz von rund 100 000 Euro um ein mehrfaches überschritten wird. Daher hob das Gremium auf Vorschlag der Ingenieure Schranz einstimmig die Ausschreibung auf und einigte sich auf die Vergabe von zunächst einem Schacht. Insoweit muss Schranz die dringlichste Maßnahme ermitteln. „Wir haben mit 30 bis 40 Prozent einen hohen Wasserverlust“, so der Schultes. Ergänzend öffnete er die Türe für eine Einzelsanierung: „Wir machen aufgrund der Gebühren aus dem Wasser derzeit einen Gewinn, den wir innerhalb von fünf Jahren ausgleichen müssen. Gar nichts machen wäre das Schlechteste.“

Bürgermeister Ritzler gab bekannt, dass aufgrund eines Hinweises eines Ingenieurs die Brücke des Donauradwanderwegs begutachtet werden muss, nachdem das Verbandsbauamt keine Beurteilung abgeben konnte. Er habe im Wege einer Eilentscheidung für 2000 Euro einen Sachverständigen mit der Begutachtung der Brücke beauftragt. Für den Ersatz eines Kompressors für die Abwasserbeseitigung habe er ebenfalls eine Eilentscheidung getroffen. Die Aktualisierung des Jagdkatasters koste die Gemeinde 1130 Euro.

Diskrepanzen herrschen bezüglich einer im Baugebiet Ehinger Steige III errichteten Stützmauer, die wohl die im Bebauungsplan vorgeschriebene Höhe überschreitet. Über den Antrag des Bauherrn auf Befreiung von den Vorschriften des Bebauungsplans wurde nicht entschieden, vielmehr soll am 20. Dezember vor Beginn der öffentlichen Gemeinderatssitzung ein nicht öffentlicher Ortstermin stattfinden, ehe in der öffentlichen Sitzung eine Entscheidung getroffen werden soll.

In der Bürgerfragestunde erläuterte Bürgermeister Bernhard Ritzler, dass wer Müllgebühren bezahlt, gegebenenfalls auch für seine nicht bewohnte Einheit Sperrmüll entsorgen dürfe, in haushaltsüblicher Menge von etwa eineinhalb Kubikmeter. Die Pfosten am Radweg werden auf vielfachen Wunsch hin gegenüber dem Landratsamt reklamiert.

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