Lauterach kämpft für lokale Wasserversorgung

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Eine Bürgerinitiative will dafür sorgen, das Lauterach auch weiterhin Wasser aus eigenen Brunnen erhält.
Eine Bürgerinitiative will dafür sorgen, das Lauterach auch weiterhin Wasser aus eigenen Brunnen erhält. (Foto: Daniel Reinhardt)

Die Gemeinde Lauterach plant bereits seit geraumer Zeit die Umstrukturierung der örtlichen Wasserversorgung. Gegen dieses Vorhaben regt sich jetzt Widerstand. In der kleinen Gemeinde hat sich eine Bürgerinitiative zum Erhalt der ortseigenen Wasserversorgung gebildet. Die Initiatoren wollen einen Bürgerentscheid über das Thema erwirken.

Neun Lauteracher seien bei der Gründungsversammlung der Bürgerinitiative für den Erhalt der örtlichen Wasserversorgung anwesend gewesen, berichtet Elmar Haußmann, der gemeinsam mit Horst Wimmer als Sprecher der Organisation fungiert. „Wir wollen unsere eigene Wasserversorgung mit unseren beiden Brunnen behalten“, sagt der Lauteracher. Dass die Gemeinde künftig Wasser aus anderen Quellen beziehen will, kann Haußmann nicht verstehen. „Gemeindeverwaltungen machen manchmal Dinge, die nicht notwendig sind“, sagt er ganz allgemein.

Gute Wasserqualität

Die Qualität des Lauteracher Wassers sei sehr gut, ist sich Haußmann sicher und fügt hinzu: „Je näher die Versorgungsquellen liegen, desto besser.“ Außerdem habe es auch in diesem heißen Sommer keinerlei Wasserknappheit in der Gemeinde gegeben.

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Mit einem Fragenkatalog hätten sich die Mitglieder der Bürgerinitiative schon vor deren Gründung an die Gemeindeverwaltung gewendet, aber bisher noch keine Antwort erhalten. Umso gespannter erwarte die Gruppe die Informationsveranstaltung am Freitag, 14. September, in der Lautertalhalle. Ziel der Organisation sei es, ein Bürgerbegehren über die Zukunft der Lauteracher Wasserversorgung zu erwirken, sodass alle Beteiligten abstimmen können.

Schultes sagt Wasserversorgung ist ein Problem

Die Fragen der Bürgerinitiative hat Bürgermeister Bernhard Ritzler erhalten. „Wir haben sie noch nicht beantwortet, weil wir glauben, dass die Informationsveranstaltung für alle Lauteracher der richtigere Weg ist“, erklärt er. Bei dieser will der Schultes nochmals verdeutlichen, warum sich bei der örtlichen Wasserversorgung etwas ändern muss. „Die Wasserversorgung in Lauterach ist ein Problem“, betont er. Dabei gehe es nicht um die Versorgungssicherheit, sondern um die Qualität des Wassers.

Die beiden Hochbehälter der Gemeinde in Reichenstein und im Gewann Boschäcker stammen aus den Jahren 1967 und 1970. „Dort gab es schon Probleme, sodass das Wasser gechlort werden musste“, erklärt Bürgermeister Ritzler. Deshalb müssten diese nun dringend saniert werden. Finanziell sei es nur sinnvoll, den Behälter in Reichenstein auf den neusten Stand zu bringen. Die Quelle im Boschäcker werde mit Karstwasser gespeist. „Da gibt es aktuell kein Problem, aber das Gestein birgt ein Risiko“, erklärt Ritzler. Wenn die Gemeinde jetzt viel Geld für eine Sanierung in die Hand nehme, solle die Wasserqualität auch komplett gesichert sein, das sei dort aber nicht möglich.

Künftige Generationen entlasten

Zur Diskussion stehen deshalb der Anschluss an die Bussenwasserversorgungsgruppe, an die Ehinger Quelle oder die Wolfstal-Quelle. „Entschieden ist hier noch nichts, aber das sind alles immer noch lokale Quellen“, sagt Bernhard Ritzler. Der auch zu bedenken gibt, dass die Umstrukturierung vor allem künftige Generationen entlasten werde.

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