Zwei Jahre für 515 Meter kaputte Straße

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Blick auf die Straße vor zwei Jahren.
Blick auf die Straße vor zwei Jahren. (Foto: rau)
Redaktionsleiter

2,7 Millionen Euro kostet der Ausbau der kaputten Helfensteinerstraße im Norden Laichingens. Am Montagabend hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen, die Bauarbeiten auszuschreiben. Baubeginn soll im September sein, die Fertigstellung aber erst im Herbst 2020. Der lange Bauzeitraum hat seinen Grund.

Hauptgrund: Laichingen muss sparen. Ein Mitarbeiter des Bauamtes begründete das „relativ große Zeitfenster“ damit, dass die Stadt dann womöglich günstigere Preise heraushandeln könnte. Die Rechnung, die die Verwaltung aufmacht: mehr Zeit gleich weniger Druck. Diesen dürfte die Verwaltung aktuell in einer anderen Straßenbausache verspüren, was ebenso Thema war am Montag. Für den ebenfalls geplanten Ausbau der Maierstraße und einen Teil der Schulstraße war bei der Stadt im Zuge der Ausschreibung nur ein einziges Angebot eingegangen. 2,2 Millionen wollte ein Anbieter für den Ausbau haben. Die Verwaltung sah jedoch lediglich Baukosten in Höhe von rund 800 000 Euro vor. „Unangemessen hoch“ – die Räte folgten dieser Einschätzung der Verwaltung. Deshalb wurde beschlossen, hier neu auszuschreiben. Im Juli sollen die Räte abermals den Zuschlag vergeben (vorausgesetzt, es gehen „angemessene“ Angebote ein).

Millionenausgaben müssen sein

Beim beschlossenen Ausbau der Helfensteinerstraße kommt die Stadt um die Millionenkosten nicht herum. Zwar kann sie rechnen mit Erschließungsbeiträgen und Beträgen für die Hausanschlüsse seitens eines Teils der Anwohner. Zuletzt waren hier 600 000 Euro kalkuliert. Blieben nach diesem Stand aber noch immer 2,1 Millionen Euro, die aus dem städtischen Haushalt zu zahlen wären. Am Montag zeigten sich die Räte allerdings unisono einig: Lange genug wurde der Ausbau immer wieder nach hinten verschoben, wurden Anwohner vertröstet. Die Straße sei jetzt einfach reif.

Dass die Maßnahme innerhalb von zwei Jahren – und in verschiedenen Ausführungsabschnitten – umgesetzt werden soll, habe laut Verwaltung einen weiteren Vorteil. Die Beeinträchtigungen für die Anlieger könnten damit geringer gehalten werden. Trotzdem: Solche würden nicht ausbleiben. Den Anliegern soll noch kommende Woche, am Donnerstag, das Projekt konkret vorgestellt werden. Was neu gemacht wird: eigentlich alles – der Belag, die Kanäle, die Wasserleitung, die Straßenbeleuchtung, ein Gehweg (im südlichen Bereich) und Breitband.

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