Zoff mit der Gemeinde: Albvereins-Chef wirft hin

Lesedauer: 4 Min

Auch die Tanznacht des Feldstetter Albvereins steht auf der Kippe angesichts des Rückzugs des Ehepaars Tuchnowski. Hier legen s
Auch die Tanznacht des Feldstetter Albvereins steht auf der Kippe angesichts des Rückzugs des Ehepaars Tuchnowski. Hier legen sie eine heiße Sohle aufs Parkett der Delauhalle. (Foto: Archiv)
Schwäbische Zeitung
Redaktionsleiter

Der Albverein Feldstetten steht ohne Vorsitzenden da. Manfred Tuchnowski, der die Gruppe zwölf Jahre leitete, hat sein Amt niedergelegt. Als Grund nennt er ein Zerwürfnis mit dem Ortschaftsrat. Für Feldstettens Ortsvorsteherin liegen die Hintergründe tiefer.

Sie waren das Gesicht des Feldstetter Ortsvereins: Manfred Tuchnowski, der Vorsitzende, und seine Frau Elke. Gemeinsam mit den anderen Mitgliedern stellten sie zum Beispiel die Tanznacht auf die Beine, waren auch an anderer Stelle rührig unterwegs. Nun ist alles anders: Elke Tuchnowski ist aus dem Verein ausgetreten, ihr Gatte zog sich vom Vorsitz zurück, ist nunmehr einfaches Mitglied. Was ist geschehen?

Manfred Tuchnowski betont, dass sein Rückzug nichts mit dem Albverein an sich zu tun habe. Im Gegenteil: „Wir waren ein gutes Team und haben immer super zusammengearbeitet.“ Aufgegeben habe er das Amt, weil er sich vom Ortschaftsrat hintergangen fühlt. Deshalb wolle er nun kein Amt mehr in Feldstetten übernehmen. Tuchnowski, der mit seiner Frau über dem Feldstetter Kindergarten wohnt, wirft dem Gremium vor, dass dieses ihren Rauswurf aus der Wohnung betrieben habe. Das Gebäude gehört der Stadt Laichingen, Tuchnowskis sind Mieter.

Was Tuchnowski dem Ortschaftsrat vorwirft: Dass dieser es in Erwägung zog, den Mietvertrag einseitig zu kündigen – er davon jedoch nur zufällig erfahren habe. Für ihn ein Vertrauensbruch.

Ortsvorsteherin Elisabeth Enderle bestätigt solche Überlegungen. Jedoch seien diese aus triftigem Grund angestrengt worden: Der Stadt Laichingen gehen die Räumlichkeiten für die Betreuung von Kindergarten- und Krippenkindern aus. In diesem Zuge habe man überlegt, inwieweit die Wohnung über dem Feldstetter Kindergarten „Auf dem Berg“ für die Kinderbetreuung genutzt werden könnte. Für Enderle angesichts des räumlichen Engpasses eine normale Vorgehensweise. Wobei die Idee mittlerweile wieder zu den Akten gelegt worden sei.

Noch ein Jahr ohne

Enderle vermutet auch vielmehr andere Gründe hinter Tuchnowskis Rückzug. Nämlich, dass dieser mit Unstimmigkeiten zusammenhängt, die entstanden sind, als der Delaukindergarten geschlossen worden ist. Seither existiert in Feldstetten nur noch ein Kindergarten, der Berg-Kindergarten. Die Leiterin: Elke Tuchnowski. Es ist ein offenes Geheimnis, dass nicht jeder im Ortschaftsrat sie auf dieser Stelle sah.

Noch bis nächstes Jahr muss der Albverein ohne Vorsitzenden auskommen. Kommissarisch leiten Andreas Wurster und Rolf Kazmaier den Verein. Ihnen zur Seite steht Andrea Mutschler, die Kassiererin des Albvereins.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen