Woran Herzprobleme oder ein Schlaganfall zu erkennen sind

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 Referent Peter Bischoff spricht bei seinem Vortrag über Symptome eines Herzinfarktes.
Referent Peter Bischoff spricht bei seinem Vortrag über Symptome eines Herzinfarktes. (Foto: grs)
Gabriele Reulen-Surek

Unerwartet viele Besucher haben sich beim zweiten Nachmittag für Senioren des Arbeitersamariterbunds (ASB) Alb & Stauferland (RV Merklingen) in Laichingen eingefunden. Das Thema dieses Nachmittags betrifft wohl viele Menschen. So wurde den rund 30 Anwesenden vom Referenten Peter Bischoff aus Merklingen ein anschaulicher Vortrag über „Kardiovaskuläre Risiken und Erkrankungen“ geboten.

Bischoff ist als Notfallsanitäter beim ASB beschäftigt, außerdem betätigt er sich als Heilpraktiker. Dem Vortrag war die vielfache Erfahrung bei Rettungseinsätzen für Menschen mit Herzproblemen und Schlaganfällen anzumerken. Wichtig war dem Referenten vor allem, Symptome für Herzprobleme oder einen möglichen Schlaganfall rechtzeitig zu erkennen und richtig zu handeln. Zunächst zeigte er aber die Risikofaktoren auf.

Als wichtigste beeinflussbaren Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gelten neben Stress Erkrankungen wie Hypertonie, Diabetes mellitus, sowie gesundheitsbeeinträchtigende Verhaltensweisen wie Rauchen, körperliche Inaktivität und ungesunde Ernährung.

Sehr anschaulich erklärte Bischoff, wie es zur Plaquebildung in Blutgefäßen bis hin zum Gefäßverschluss kommt. Die Symptome für ein akutes Koronarsyndrom, also einen möglichen Pfropf in einem wichtigen Gefäß, oder sogar einen beginnenden Herzinfarkt seien starke Schmerzen oder ein Engegefühl im Brustbereich. Bei Frauen strahlen die Schmerzen eher in den Bauchraum, bei Männern eher in den Schulterbereich aus. Ferner zählen Übelkeit, Erbrechen Atemnot und Angstschweiß zu den Alarmsignalen. Hier rät der Notfallsanitäter, unverzüglich die Notfallrufnummer 112 zu wählen. „Lieber einmal zu viel als einmal zu spät“, so sein Credo. Ein anwesendes Ehepaar bestätigt dies durch die eigene Erfahrung. Der Mann wollte „tapfer“ sein, ging trotz Beschwerden nicht gleich zum Arzt und ließ sich schließlich noch von seiner Frau zum Spezialisten nach Ulm fahren. Dort wurde dann ein abgelaufener Herzinfarkt mit Gefäßschädigungen festgestellt.

Obwohl der Rettungsdienst heutzutage oft missbraucht werde, um Wartezeiten bei Ärzten zu umgehen, ist Bischoff hier eindeutig: „Es ist mir lieber, Sie rufen mich, wenn ich noch helfen kann, als erst, wenn Sie am Boden liegen und ich eine Reanimation versuchen muss.“ Zum Thema Reanimation wurde der Einsatz des Defibrillators kurz erklärt. Auch wenn man ihn selber nicht bedienen könne, wäre es gut, wenn man wisse, wo sich das nächste erreichbare Gerät befinde. So könne ein möglicher Helfer an der richtigen Stelle suchen, so Bischoff.

Sofortige Brustmassage

Bei einem Herzstillstand – erkennbar auch durch fehlende Atmung – sei sofortige Brustmassage angebracht. Ganz anders beim Schlaganfall. Liege der Patient bewusstlos da, atme aber noch, sei die stabile Seitenlage das Gebot der Stunde. Deutliche Anzeichen für einen möglichen Schlaganfall seien vor der Bewusstlosigkeit Schwindel mit Gehstörungen, Sehprobleme, Sprechstörungen sowie Lähmungs- oder Taubheitsgefühle sowie Kopfschmerzen. Auch hier gelte es, unverzüglich die 112 anzurufen. Die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116 oder 117 sei in solchen Fällen eher zeitverzögernd.

Wie aber kann man diesen „Ereignissen“ vorbeugen? Allgemein anerkannte Maßnahmen sind gesunde Ernährung, Bewegung und Sport, Abbauen von Übergewicht, kein Nikotin und nur wenig Alkohol sowie Vermeidung von Stress und ärztliche Behandlung von Grunderkrankungen. Hier rät Bischoff zudem: „Vertrauen Sie Ihrem Therapeuten, setzen Sie niemals eigenständig Medikamente ab, gehen Sie regelmäßig zu (Vor-)Untersuchungen und nehmen Sie Frühsymptome ernst!“

Insgesamt empfanden die Besucher den Nachmittag als Gewinn. Viele Zwischenfragen konnten gestellt werden und wurden auch beantwortet. So kann man gespannt sein auf das nächste Treffen in den Räumen des ASB im Februar. Da geht es dann um die Krankheit Diabetes mellitus.

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