Wofür Laichinger gespendet haben: Windeln, Obst und Medikamente

Lesedauer: 4 Min

 Gruppenfoto in Laichingen mit dem Gast aus Brasilien.
Gruppenfoto in Laichingen mit dem Gast aus Brasilien. (Foto: pr)
Schwäbische Zeitung

Seit Jahren unterstützt die katholische Kirchengemeinde Maria Königin als Organisatorin der Sternsingeraktion in Laichingen Hilfsprojekte der Schönstätter Marienschwestern in Brasilien. Über Gemeindereferentin Schwester Rita, auch eine Schönstatt-Schwester, ist ein Kontakt zu den „Brasilianern“ entstanden. Nun erhielt die Gemeinde Besuch aus Brasilien. Schwester Mathilde, die dort in einer Kindertagesstätte mitarbeitet, zeigte, wofür die Laichinger Spenden verwendet wurden.

Besonders freute sich Schwester Mathilde, auch 15 Sternsinger-Kinder aus Laichingen kennenzulernen. Die Kinder hatten nicht nur Spenden gesammelt, sondern vor zwei Jahren Briefe an die Kinder in den brasilianischen Hilfsprojekten geschrieben. Letztes Jahr wurden Fotos nach Brasilien geschickt. Die Briefe und Fotos wurden den Kindern dort von den Schwestern gezeigt und vorgelesen. Nun schickten die brasilianischen Kinder Fotos und Videos mit einer Grußbotschaft an die Sternsinger im fernen Deutschland, die zusammen mit einer typisch brasilianischen Süßigkeit von Schwester Mathilde übergeben wurden.

Die Schönstatt-Schwestern betreiben mitten in den Favelas von Santa Maria, einer Großstadt im „tiefsten“ Süden Brasiliens, zwei Tagesstätten für Kinder aus Favelas. Die Kinder kommen teils aus schwierigen Familienverhältnissen und hätten oft Erfahrungen mit Gewalt, Alkohol und Drogen auf den Straßen gemacht. Dass sie den Tag in einer sicheren Umgebung verbringen und ohne Angst spielen oder Hausaufgaben machen können, regelmäßige Mahlzeiten und Versorgung erhalten, dafür sorgen die Schwestern in den beiden Kitas „Mariengarten“ und „Recanto do Sol“.

Im Hort Recanto do Sol, zu Deutsch „Sonnenwinkel“, werden die Größeren betreut, bis sie in Lehrwerkstätten wechseln und dort eine Berufsausbildung erhalten. Außerdem haben sie die Möglichkeit, Musikinstrumente zu erlernen und im Orchester, in Folklore-Tanzgruppen oder beim jährlichen Krippenspiel mitzuwirken. Der Mariengarten ist ein Kindergarten für die Kleinen, von denen viele von Geburt an betreut werden. Über 180 Kinder werden von den Ordensschwestern liebevoll und mit viel Engagement den ganzen Tag betreut. Die Kinder werden gewickelt, gebadet, gefüttert und versorgt, mit den größeren Kindern wird gespielt, gebastelt und gesungen. „Oft geben wir die Babys gefüttert und gewickelt abends an die Eltern ab. Wenn sie am Morgen wieder zu uns kommen, tragen sie noch dieselbe Windel und hatten zu Hause auch keine Mahlzeit“, erzählte Schwester Mathilde. Das liege nicht daran, dass die Eltern ihre Kinder nicht liebten. „Es ist kein Geld da und keine Möglichkeit, sich besser zu kümmern, wie wir Europäer uns das vorstellen.“ Das zeige, dass die Spenden der Laichinger dringend benötigt werden, aber auch, dass das Geld tatsächlich ankommt. Im vergangenen Jahr wurden mit den Laichinger Spenden Windeln, Obst, Gemüse und Medikamente gekauft.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen