Wo der Grottenolm lebt und Höhlen gigantischer sind als der Petersdom

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Schwäbische Zeitung

Der Laichinger Höhlen- und Heimatverein war in der ersten Septemberwoche auf Auslandsfahrt. 49 Vereinsmitglieder besuchten das Karstgebirge zwischen dem italienischen Triest und slowenischen Postojna. „Für Höhlenforscher und Geologen ist das aus Kalkstein aufgebaute Gebiet ein Dorado“, lässt der Laichinger Höhlenverein in seiner Mitteilung wissen.

Mehr als 10 000 Höhlen sind in der Gegend zwischen dem italienischen Triest und dem slowenischen Postojna bekannt. Armin Schmid, Liane Strohm, Wilma und Helmut Schlierf vom Laichinger Höhlenverein hatten ein umfangreiches Programm vorbereitet mit Höhlenbesuchen und Wanderungen. Elf Schauhöhlen standen auf dem Programm.

Im Vergleich zur Alb beeindrucken die Höhlen durch ihre unvorstellbare Größe. In der 24 Kilometer langen Adelsberger Grotte werden mehrere Kilometer im Elektrozug zurückgelegt. Die Fahrt geht durch einen Tropfsteinwald. In der nahe Triest liegenden Grotta Gigante ist ein Saal so groß, dass der gesamte Petersdom darin Platz hätte. In einigen Höhlen kann man kilometerlang unterirdischen Flüssen folgen. In zwei Höhlen hatten einige Laichinger die Möglichkeit, zusammen mit slowenischen Höhlenforschern per Schlauchboot in die Dunkelheit vorzustoßen. Dabei bekamen sie den weltweit einmaligen und nur in diesem Gebiet vorkommenden Grottenolm zu Gesicht – ein Molch ähnliches Tier mit Kiemen und Lungen, das sowohl Eier legt als auch lebend gebärend sein kann.

Praktische Fortbildung

Für die Mitglieder des Höhlen- und Heimatvereins seien solche Auslandsfahrten mit dem Besuch touristisch erschlossener Höhlen „eine wichtige Fortbildung“, da sie ja mit der Laichinger Tiefenhöhle selbst eine Schauhöhle betreiben. Fragen, wie diese Höhlen beleuchtet sind, welche Technik und welches Material dort verwendet wird, stießen jedes Mal auf großes Interesse.

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