Wie Wale und Wasserflöhe klingen

Lesedauer: 5 Min
Schwäbische Zeitung
Anna-Lena Kast

Einen Zoobesuch der besonderen Art haben die Zuhörer beim Jahreskonzert des Musikvereins Feldstetten am Samstagabend in der sehr gut besuchten Feldstetter Delauhalle erlebt. „Animalia solum“ – so lautete das Motto des Konzertabends; übersetzt bedeutet dies so viel wie „nur Tiere“. Und damit trafen die Musiker um Dirigent Wolfgang Hörrle bei ihrem Publikum voll ins Schwarze. Am Ende des Konzertes gab es reichlich Applaus und ohne Zugaben durften die Musiker nicht von der Bühne gehen.

Eröffnet hatten den Abend die Jungmusiker der Notenkiller und der Gemeinschaftsjugendkapelle ZDF, Zainingen-Donnstetten-Feldstetten, ehe die rund 40 aktiven Musiker des Musikvereins auf der Bühne Platz nahmen. Bereits das ausgelegte Programm ließ die Zuhörer erahnen, dass der Abend durch und durch tierisch werden würde. Und so begann dann auch der erste Konzertteil des Musikvereins: tierisch.

Mit Steven Reineckes „Rise of the Firebird“ eröffneten die Feldstetter Musiker das Konzert. Ein wirklich tolles Stück, bei dem die Zuhörer zweifelsohne deutlich hören konnten, wie der gelb-orange Feuervogel aus der Asche steigt. Anschließend nahmen die Musiker ihr Publikum mit auf eine abenteuerliche Reise in den „Jurassic Park“. In der Filmmusik von John Williams zur gleichnamigen Filmreihe konnte man das Unheimliche förmlich spüren; große und mächtig starke Dinosaurier.

Ketten und Glocken

Bei „Voyage to the End of the Earth“ präsentierten die Feldstetter nicht nur schöne Melodien, sondern überraschten und begeisterten mit interessanten Effekten wie dem Rauschen des Meeres, Walgesängen oder läutenden Schiffsglocken. Die Gäste konnten sogar die ein oder andere schwere Schiffskette scheppern hören. Nach der Reise ans Ende der Welt ging es in den Dschungel: Affengeschrei, das Klappern von Schlangen und wildes Trommeln prägten dieses Stück, das die Feldstetter Musiker in einem Arrangement des japanischen Komponisten Naohiro Iwai spielten. Vor allem das Schlagwerk konnte hier zur Höchstform auflaufen. Die südamerikanischen und afrikanischen Rhythmen kamen hauptsächlich aus der hinteren Reihe des Orchesters.

Der zweite tierische Konzertteil bestand zum einen aus Tieren, die vor allem durch Zeichentrickserien und -filme bekannt sind, wie etwa Tom & Jerry, Biene Maja und Paulchen Panther. Dazwischen mischten sich tolle Solisten des Musikvereins Feldstetten: In Branduardis „La Pulce D’Acqua“ mimte Catalina Tasch an der Soloflöte einen Wasserfloh, im „Wild Cat Blues“ überzeugte Birgit Kneher an der Soloklarinette und das Saxophonregister hatte einen bärenstarken Auftritt in Stephen Bullas „Saxophonia“. Völlig verdient erhielten die Solisten für ihre Leistungen reichlich Applaus.

Aus mit der Maus

Den tierischen Reigen beendeten die Feldstetter Musiker mit dem Dschungelbuch-Song „I wanna be like you“ und der Titelmelodie der „Sendung mit der Maus“.

Feldstettens Dirigent Wolfgang Hörrle bewies ein sehr gutes Händchen mit der Stückauswahl des Abends. Er traf den Nerv des Publikums, aber auch den seiner Musiker. Diese führte er gekonnt, sicher und mitreißend durch das Programm. Nach einem Abend, der von der Maus, über Wale, bis hin zum Phoenix aus der Asche und sogar Dinos reichte, bleibt nur eines festzustellen: tolles Konzert. Dazu beigetragen hat auch Marie Müller, die ebenso souverän wie sympathisch durch den Abend führte.

Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen