Widerstand gegen umstrittenes Deutschrock-Festival

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Digital-Redakteur Alb-Donau-Kreis/Ulm

Gerade mal einen Tag ist die offizielle Genehmigung für das umstrittene Deutschrock-Festival alt, da bildet sich Widerstand im Netz. Auf einer Internetseite wird zu einer Demonstration auf dem Laichinger Marktplatz aufgerufen. „Gemeinsam auf die Straße, gegen das größte rechte Rockfestival in Süddeutschland“, heißt es in dem Internet-Blog.

Wer hinter der Aktion steckt, ist nicht ersichtlich. Der Autor hat in dem Blog bislang auch nur einen Beitrag verfasst – eben diesen Aufruf, „gegen das größte rechts-offene Festival“ zu demonstrieren. Geplant ist die Demonstration für Samstag, 14. Juli, um 14 Uhr auf dem Laichinger Marktplatz. Das Festival findet eine Woche später, von Donnerstag bis Samstag, 19. bis 21. Juli, auf dem Gelände des Laichinger Flugsportvereins statt.


Mit diesem bunten Papier wird im Internet zu einer Gegen-Demo auf dem Laichinger Marktplatz aufgerufen.
Mit diesem bunten Papier wird im Internet zu einer Gegen-Demo auf dem Laichinger Marktplatz aufgerufen. (Foto: Screenshot)

Erst am Dienstag hatte Veranstalter Andy Kamm bei einem Pressetermin Einzelheiten zum Festival bekannt gegeben. Für 10 000 Menschen sei das Areal des Flugsportvereins ausgelegt. Derzeit seien 5000 Tickets verkauft worden, so Kamm. Dass sich rechts gesinnte Menschen unter die Besucher schleichen, schloss er eigentlich aus. „Die kommen schon gar nicht mehr, weil sie wissen, dass sie nicht erwünscht sind.“

„Rock Dein Leben“ darf in Laichingen stattfinden
Neben Freiwild erwarten die Veranstalter auch Gruppen wie Brennstoff, Unantastbar und Krawallbrüder. Vielen der Bands wird Nähe zu rechten Motiven vorgeworfen. Sie selbst distanzieren sich meistens von diesem Extremismus. Sepsis bleibt.

Geht es nach dem Verfasser im Internet, seien unter den Festivalgästen durchaus „auch Rechtsradikale und Nazis, die auf dem Rock-dein-Leben-Festival Anschluss an Gleichgesinnten finden möchten“, zu erwarten. Weiter heißt es: „Die aktuellen Verlautbarungen der Veranstalter, das Festival langfristig etablieren zu wollen, sollte bei uns die Alarmglocken klingen lassen.“ Der Aufruf zur Demonstration wird abgeschlossen mit: „Laichingen muss bunt bleiben!“

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