Werner ruft Vereine und Teilorte zum Verzicht auf

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Die Daniel-Schwenkmezger-Halle war zum Neujahrsempfang der Stadt gut besucht.
Schwäbische Zeitung

Mit deutlichen Worten hat Bürgermeister Friedhelm Werner am Mittwoch das Jahr 2010 eingeläutet. Beim Neujahrsempfang der Stadt ehrte er nicht nur erfolgreiche Sportler, Musiker und Lebensretter, sondern forderte auch Vereine, Schulen und Ortsteile auf, zur Konsolidierung der Stadtfinanzen stärker beizutragen.

Von unserem RedakteurSven Kauffelt

Der Ausblick aufs beginnende Jahr gehört zum Neujahrsempfang wie das Glas Sekt. In diesem Jahr geriet die Rede von Bürgermeister Friedhelm Werner zu einem Appell des Verzichts. Eine „Zumutungsrede“ hatte er sie zu Beginn überschrieben, die er jedoch als „Mutmachrede“ verstanden haben wollte. Den Vertretern von Schulen, Ortsteilen und Vereinen überließ er die Interpretation.

Angesichts der finanziell „katastrophalen Situation“ kündigte Werner Diskussionen über manch schmerzvolle Ausgabenkürzung an. Aufgrund der „gefüllten Kassen“ der Schulen etwa sprach Werner von der Möglichkeit eines Aufnahmestopps für Schüler aus Gemeinden, die sich nicht an der Schulsozialarbeit beteiligen. Auch die „goldenen Verträge“ für die Vereine müssten auf den Prüfstand, nach denen diese nicht nur Baukostenzuschüsse erhielten, sondern den Vereinen auch Räume nicht nur miet- sondern auch nebenkostenfrei zur Verfügung gestellt würden. „Ob wir uns diesen Top-Standard weiter leisten können, ist fraglich“, sagte der Bürgermeister. Gleiches gelte etwa für die Pflege der Hallen und der Sportplätze.

Deutlich wurde Werner auch in Richtung der Ortsteile, die über „großzügigste Ausstattungen“ verfügten. So stellte der Bürgermeister zur Diskussion, ob jeder Teilort auch künftig eine Feuerwehr bereithalten müsse oder „seinen eigenen Bauhofmitarbeiter“ inklusive Rasenmäher und Schneepflug. Vor allem in Richtung Suppingen ging der Wink: „Bei den Haushaltsberatungen habe ich sehr deutlich registriert, dass ein Teilort vehement die Sanierung zweier Straßen gefordert hat, ohne ein Auge für das Gesamte zu haben.“

Angesichts der Finanzsituation sei es an der Zeit, auch über unliebsame Kürzungen nachzudenken. „Mehr Zumutungen traue ich mir nicht zu“, schloss Werner seine Rede.

Weitaus erfreulicher war denn auch der Hauptteil der Veranstaltung. Denn der Neujahrsempfang der Stadt Laichingen in der Daniel-Schwenkmezger-Halle ist traditionell der Anlass, verdiente Sportler des gerade vergangenen Jahres zu ehren. Doch diesmal war auch dies ein bisschen anders. Bürgermeister Friedhelm Werner bedachte nämlich nicht nur Schützen, Turner und Motorsportler, sondern erstmals auch Musiker und zwei Lebensretter, die direkt nach der Gasexplosion in der Westerheimer Straße den schwer verletzten Bewohner aus dem Dachgeschoss befreit hatten. Wie Sportler und Musiker erhielten Jochen Bührle und Norman Hübner dafür Geschenke -- und zusätzlich eine eigens geprägte Silbermedaille, deren Vorderseite das Wahrzeichen der Stadt, die St. Albanskirche, zeigt. „Als Mutmacher“, wie Werner sagte.

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